Vom achtseitigen Mitteilungsblatt für das Glas- und Gebäudereiniger-Handwerk zum modernen Fachmagazin mit Internetauftritt, Newsletter, Social-Media-Präsenz und englischsprachigen Sonderpublikationen: rationell reinigen feiert 75-jähriges Bestehen.

Die Geschichte von rationell reinigen ist eng mit der Geschichte der Branche und ihrer Innungen seit Ende des Zweiten Weltkriegs verbunden. Deutschland nach 1945: Zug um Zug wird das Innungswesen wieder aufgebaut, orientiert an den Strukturen, die sich in der Weimarer Republik herausgebildet hatten. 1948 entsteht der Hauptinnungsverband des Glas- und Gebäudereiniger-Handwerks für die vereinte britisch-amerikanische Zone. Der Ruf nach einer eigenen Fachzeitschrift für die Branche wird immer lauter.
Als Mitteilungsblatt gegründet
Rudolf Rosenthal, zweiter Vorsitzender des Hauptinnungsverbandes, soll das Projekt in die Wege leiten. Er wendet sich an Ernst Kelterborn. Der Göttinger Verleger hatte fast 50 Jahre zuvor die erste Verbandszeitung für das Gebäudereiniger-Handwerk ins Leben gerufen ("Internationales Centralblatt für Reinigungsinstitute und verwandte Geschäftszweige") und den Verband der Reinigungs-Instituts-Unternehmer Deutschlands (VRUD), die erste Berufsorganisation der Gebäudereiniger, gegründet. Am 31. Januar 1949 erscheint in Ernst Kelterborns Verlag das "Mitteilungsblatt für das Glas- und Gebäudereiniger-Handwerk". Es hält sich allerdings nur wenige Ausgaben und wird schließlich eingestellt.
Standort Bad Wörishofen hat Tradition
Als aus dem Hauptinnungsverband des Glas- und Gebäudereiniger-Handwerks der Zentralinnungsverband des Glas- und Gebäudereiniger-Handwerks wird, kommt es zu einem neuen Vorstoß in Sachen Fachzeitschrift. Dem Vorstand um Valentin Wieprecht (erster Vorsitzender) und Arthur Frommholz (zweiter Vorsitzender) gelingt es, Dr. Albrecht Weinschenk aus Bad Wörishofen als Verleger zu gewinnen. Die erste Ausgabe von "Der Glas- und Gebäudereiniger" als offizielles Organ des Zentralinnungsverbandes erscheint im Oktober 1950 im von Albrecht Weinschenk gegründeten Verlag "Der Glas- und Gebäudereiniger". Gedruckt wird beim Hans Holzmann Verlag (heute Holzmann Medien) in Bad Wörishofen.
Im Wandel: Name und Strukturen ändern sich mehrmals
Name und Struktur der Zeitschrift ändern sich in den folgenden Jahren mehrmals. Aus "Der Glas- und Gebäudereiniger" wird im Zuge der Namensänderung des Zentralinnungsverbandes zunächst "Der Gebäudereiniger. Offizielles Organ des Zentralinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks". Im Oktober 1953 schlägt sich die Umbenennung des Zentralinnungsverbands in Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) im Untertitel der Zeitschrift nieder. Nach der zeitweiligen Aufspaltung der Berufsorganisation – in Bundesinnungsverband und Fachverband – erscheint "Der Gebäudereiniger" ab Dezember 1954 als offizielles Organ beider Verbände. Zuständig für Beiträge aus dem Bereich des Bundesinnungsverbands ist Georg Röwer (Hannover), Beiträge aus dem Fachverband verantwortet dessen Präsident Arthur Frommholz (München).
Kurze Zeit erscheinen zwei Verbandszeitschriften
Infolge der Spaltung gibt es für kurze Zeit sogar zwei Zeitschriften: "Der Gebäudereiniger" als Organ des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks und "Das Gebäudereiniger-Handwerk" als Organ des Bundesfachverbands für das Gebäudereiniger-Handwerk. Beide werden – in zwei Verlagen – von Dr. Albrecht Weinschenk betreut und beim Hans Holzmann Verlag hergestellt und gedruckt.
Im Juli 1956 werden die Titel vereint und unter dem Namen "Das Gebäudereiniger-Handwerk" als offizielles Organ des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks im Lobrecht Verlag – Eigentümer ist Dr. Albrecht Weinschenk – fortgeführt. Verantwortlich für den Inhalt ist Arthur Frommholz, der am 3. Juni 1956 die Nachfolge von Valentin Wieprecht als Bundesinnungsmeister angetreten hat. 1957 erscheint "Das Gebäudereiniger-Handwerk" erstmals mit festem Einband. Der Umfang liegt bei zwölf Seiten. Zehn Jahre später sind es bereits rund 30 Seiten. Integriert ist jetzt eine Beilage mit Namen "rationell reinigen", die fachliche Aspekte des Gebäudereiniger-Handwerks in den Mittelpunkt rückt.
Als Arthur Frommholz 1969 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Gestaltung der Zeitschrift als Bundesinnungsmeister zurücktritt, endet auch seine Zeit als Schriftleiter beim Fachmagazin, das seit der Januarausgabe den umstrittenen Titel "die gebäudereinigung" trägt. Die Redaktion verantwortet nun Max Rauscher. Er ist bereits bei Lobrecht tätig und wird den Verlag später übernehmen. Der neue Name "die gebäudereinigung – gebäudereiniger-handwerk. Fachzeitschrift der betrieblichen Reinigung und Pflege" hat nicht lange Bestand. Bald heißt das offizielle Organ des Bundesinnungsverbands wieder "Gebäudereiniger-Handwerk", nun mit dem Untertitel "Die Fachzeitschrift der gewerblichen Gebäudereinigung".
Seit 1976 heiẞt das Magazin rationell reinigen
Im Oktober 1976 bekommt das mittlerweile rund 40 Seiten starke Heft – inzwischen Fachorgan des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks – seinen heutigen Namen "rationell reinigen", zunächst mit dem Untertitel "Das Profi-Magazin der Gebäudereinigung". Chefredakteur wird wenig später Heinz-Peter Senftleben. Er begleitet das Magazin 30 Jahre lang.
Umfangreichere Spezialausgaben der Fachzeitschrift aus dem Lobrecht-Verlag, der mittlerweile Max Rauscher gehört, erscheinen bereits seit längerer Zeit in Kooperation mit dem Hans Holzmann Verlag. Im April 1996 übernimmt der damalige Verleger Peter Holzmann den Verlag mit den beiden Titeln "rationell reinigen" und "boden wand decke". Das heute in dritter Generation von Alexander Holzmann geführte Familienunternehmen zählt zu den 50 größten Wirtschafts- und Fachverlagen in Deutschland. Ein Jahr nach der Übernahme des Lobrecht-Verlags übergibt Heinz-Peter Senftleben die redaktionelle Verantwortung für rationell reinigen an seinen Stellvertreter Peter Hartmann. Als Herausgeber bleibt er der Zeitschrift noch bis Ende 2006 erhalten.
1999: Der Untertitel "Gebäudedienste" kommt hinzu
Zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 1999 erhält das traditionsreiche Magazin einen neuen Untertitel, in dem sich auch die Entwicklung der Branche spiegelt: "Gebäudedienste". Seit 2009 erreicht rationell reinigen auch Leser in Österreich und der Schweiz – das Stammheft wird hier um entsprechende Länderseiten ergänzt, die jeweils von einer eigenen Redaktion in Wien beziehungsweise Basel produziert werden.
Im Jahr 2010 weitet rationell reinigen das Portfolio neben den Print- und Online-Aktivitäten auf Veranstaltungen aus: In Zusammenarbeit mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks findet in Wiesbaden erstmals das Zukunftsforum Gebäudedienste statt, zu dessen Premiere bereits mehr als 300 Teilnehmer im dortigen Kurhaus zusammenkommen. Neben Vorträgen zu den wichtigen Themen der Gebäudereinigung steht bei der Kongressveranstaltung, die seither alle zwei Jahre stattfindet (mit Ausnahme von 2022, als das Zukunftsforum coronabedingt abgesagt werden musste), der persönliche Austausch unter Branchenkollegen im Mittelpunkt. Nach Wiesbaden, Bonn, Stuttgart, Dresden, Hamburg und zuletzt München findet das inzwischen siebte Zukunftsforum Gebäudedienste 2024 im Herbst in Weimar statt - am 5. und 6. November (mehr dazu lesen Sie im Beitrag "Zukunftsforum Gebäudedienst 2024: Ein erster Blick ins Programm).
Heute ist rationell reinigen eine crossmedial auf allen relevanten Kanälen präsente Medienmarke. Das Magazin – sowohl als Print-Version als auch als ePaper – erscheint Monat für Monat mit einer verbreiteten Auflage von rund 23.000 Exemplaren. Darüber hinaus informieren sich monatlich im Durchschnitt mehr als 30.000 Besucher auf rationell-reinigen.de tagesaktuell über die Branche; mehr als 7.300 Abonnenten halten sich mit dem wöchentlichen Newsletter auf dem Laufenden. Und seit zwei Jahren gibt es Neues und interessante Storys rund um die professionelle Gebäudereinigung auch "für die Ohren" – und zwar in Form des Podcasts REINgehört, der vom Handwerker Radio, dem Internet-Radiosender für das deutschsprachige Handwerk aus dem Hause Holzmann Medien, in Kooperation mit rationell reinigen produziert wird.
Zum 1. Juli 2020 übergibt Peter Hartmann die Chefredaktion an Günter Herkommer, der zum Jahresbeginn als stellvertretender Chefredakteur bei rationell reinigen angefangen hat, und ist noch bis Juni 2021 als Herausgeber für das Magazin tätig.
Das Redaktionsteam in Bad Wörishofen besteht nun aus Chefredakteur Günter Herkommer sowie Heike Holland (seit 2009 an Bord) und Markus J. Targiel (seit 2001), unterstützt von Redaktionsassistentin Karin Endhart (seit 2018). In der Österreich-Redaktion haben zum 1. Januar 2023 Nicole Landsmann-Brabenetz und Johanna Mitterbauer die Nachfolge von Thomas Mayrhofer angetreten, für die Schweiz ist Pieter Poldervaart seit Anfang 2022 aktiv (davor Eugen Rieser).
Das Mediasales-Team bilden Gerti Strobel, die rationell reinigen bereits seit 1988 als Anzeigenleiterin begleitet, sowie Miriam Hofmiller (2013 bis 2016 und wieder seit 2019). Für die Media-Disposition ist Andrea Ries zuständig, das Layout des Magazins liegt in den Händen von Miriam Frödrich und das Produktmanagement verantwortet Christiane Wenke.
Heike Holland, Günter Herkommer | heike.holland@holzmann-medien.de, guenter.herkommer@holzmann-medien.de