125 Jahre Miele: Ein Blick in die Erfolgsgeschichte

1899 starten Carl Miele und Reinhard Zinkann in einer ehemaligen Kornmühle die Produktion von Milchzentrifugen. Heute ist Miele ein global erfolgreiches Hightech-Unternehmen mit mehr als 22.000 Beschäftigte in 49 Ländern. Eine Zeitreise durch 125 Jahre.

Carl Miele sen. (links) und Reinhard Zinkann gründeten 1899 in Herzebrock ihr Unternehmen Miele & Cie. - © Miele

Vor fast genau 125 Jahren, am 1. Juli 1899, gründeten der Techniker Carl Miele sen. und der Kaufmann Reinhard Zinkann ihr Unternehmen Miele & Cie. Was mit elf Mitarbeitern in einer ehemaligen Kornmühle im kleinen Ort Herzebrock begann, entwickelte sich zu einer der angesehensten Marken der deutschen Wirtschaftsgeschichte und zu einem global erfolgreichen Hightech-Unternehmen. Heute hat Miele mehr als 22.000 Beschäftigte in 49 Ländern und erzielte zuletzt im Geschäftsjahr 2023 4,96 Milliarden Euro Umsatz.

Gestartet mit der Produktion von Milchzentrifugen und Buttermaschinen, brachte das Unternehmen bereits 1901 die erste Miele Waschmaschine auf den Markt. Dabei handelte es sich um einen größeren Holzbottich mit Drehkreuz darin, das über einen Hebel bewegt wurde. 1907 verlegte Miele Sitz und Produktion an seinen heutigen Stammsitz Gütersloh, da es dort deutlich mehr Arbeitskräfte gab. Zudem erleichterte ein eigener Gleisanschluss die Anlieferung.

Schon früh zeigte sich die gelebte soziale Verantwortung der Gründer, zum Beispiel 1909 mit einer der ersten Betriebskrankenkassen in Deutschland. Beim Schutz von Umwelt und Klima gilt Miele ebenfalls als vorbildlich. Honoriert wurde dies etwa durch den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 und 2024.

Als Ausrüster der Landwirtschaft gestartet

Produktseitig entwickelte sich Miele zunächst zum breit aufgestellten Ausrüster mit Schwerpunkt Landwirtschaft – von Melkmaschinen über Fahrräder und Motorräder sogar bis hin zu Autos. Ende der 1920er-Jahre kommen aus dem Zweigwerk in Bielefeld (errichtet 1916) erste Staubsauger sowie 1929 Europas erster elektrischer Geschirrspüler.

Schrittweise fokussierte sich das Unternehmen auf hochwertige Elektrogeräte für die Küche, Wäsche- und Bodenpflege. Hinzu kommen Wäschereitechnik (1924) und später das gewerbliche Geschirrspülen sowie Reinigung, Desinfektion und Sterilisation für medizinische Einrichtungen und Labore (heutige Business Unit Professional). Hierfür gibt Miele 1960 in Bielefeld die Produktion von Zweirädern auf. Stattdessen setzt man dort nun auf den Geschirrspüler, der sich in den Küchen immer weiter verbreitet. Die Melktechnik wird in den späten 1980er-Jahren veräußert, die Produktion von Küchenmöbeln 2005.

Ein Meilenstein zur Stärkung des strategisch wichtigen Geschäfts mit Kücheneinbaugeräten ist 1989 die Übernahme des Kochgeräteherstellers Imperial mit Werken in Bünde und Arnsberg. In den 1990er-Jahren entstehen dort Weltneuheiten, wie der erste drucklose Einbaudampfgarer. Bereits 1973 hatte Imperial in Kooperation mit dem Glaskeramikspezialisten Schott die weltweit ersten Cerankochfelder auf den Markt gebracht.

Maßstäbe beim Beladungskomfort von Geschirrspülern setzt Miele 1987 mit der patentierten Miele-Besteckschublade sowie 2001 in der Wäschepflege mit der ebenfalls patentierten Miele-Schontrommel.

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    In einer ehemaligen Kornmühle in Herzebrock startet mit elf Mitarbeitern, vier Drehbänken und einer Bohrmaschine die Produktion von Milchzentrifugen.
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    Die erste Miele-Waschmaschine, die 1901 auf den Markt kam (links), war ein größerer Holzbottich mit Drehkreuz darin, das über einen Hebel bewegt wurde.
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    Eine Ikone der Werbegeschichte aus den 1920er-Jahren: "Nur Miele Miele" sagte Tante, die alle Waschmaschinen kannte.
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    Ende der 1920er-Jahre kommen aus dem Zweigwerk in Bielefeld erste Staubsauger.
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    Stilvoller Genuss und zeitlose Eleganz: Das bieten nach Unternehmensangaben die Miele-Einbaugeräte der Generation 7000, wie hier das Induktionskochfeld TwoInOne mit integriertem Dunstabzug.
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    Der vollelektrische VW ID Buzz, den Miele als eines der ersten Unternehmen in seine Kundendienstflotte einbezogen hat – natürlich in Miele-Rot.
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    Die Geschäftsleitung der Miele-Gruppe im Jubiläumsjahr (v. li.): Dr. Markus Miele, geschäftsführender Gesellschafter, Olaf Bartsch, Finance & Administration, Rebecca Steinhage, Human Resources & Corporate Affairs, Dr. Reinhard Zinkann, geschäftsführender Gesellschafter, Dr. Axel Kniehl, Marketing & Sales, sowie Dr. Stefan Breit, Technology.
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    Carl Miele sen. (links) und Reinhard Zinkann gründeten 1899 ihr Unternehmen Miele & Cie.

Wegbereiter bei den smarten Hausgeräten ist Miele 1998 mit der Funktion InfoControl, bei der ein kompakter Funkempfänger (Pager) das Programmende von Waschmaschine und Trockner meldet. Zehn Jahre später folgte die erste automatische Steuerung der Dunstabzugshaube durch das Kochfeld. Aktuell zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben zu den Vorreitern etwa beim Kochen mit KI sowie beim klimaschonenden Waschen und Spülen.

Parallel wachsen die weltweiten Vertriebsstrukturen wie auch der Werkeverbund stetig weiter. Im Jubiläumsjahr ist Miele in 49 Ländern mit eigenen Vertriebsgesellschaften vertreten und unterhält dort mehr als 200 eigene Marken-Stores. Von den derzeit 15 Werken liegen acht in Deutschland mit Investitionszusagen in die hiesigen Standorte von insgesamt 500 Millionen Euro bis Ende 2028. Je ein weiteres Werk befindet sich in Österreich, China, Tschechien, Rumänien und Polen.

Neues Werk in den USA

Hinzu kommen die beiden Standorte des italienischen Medizintechnikspezialisten Steelco Group, der seit 2017 zur Miele-Gruppe gehört. Für den zusätzlichen Ausbau des potenzialträchtigen Geschäfts in Nordamerika entsteht das 16. Werk gerade im US-Bundesstaat Alabama. Ende 2024 soll hier die Produktion der großvolumigen Herde und Backöfen starten, die speziell für diese Region konzipiert wurden.

Zur weiteren Stärkung der Medizintechnik bei Miele ist ein Joint Venture mit der Schweizer Industrieholding Metall Zug AG gegründet, an dem Miele 67 Prozent der Anteile hält. Hier bringen die Gütersloher die Steelco Group ein, während Metall Zug den bisherigen Steelco-Wettbewerber Belimed beisteuert.

Die Geschäftsleitung der Miele-Gruppe setzt sich zusammen aus zwei Vertretern der Eigentümerfamilien Miele und Zinkann sowie drei familienunabhängigen Geschäftsführern und einer Geschäftsführerin jeweils mit Ressortzuständigkeit. Das Unternehmen befindet sich wie auch bei der Gründung vor 125 Jahren im alleinigen Eigentum der Familien Miele und Zinkann. /ARO