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Werner & Mertz fordert gesetzliche Anreize für Recyclat-Einsatz

Werner & Merz möchte den Anteil an Altplastik aus dem Gelben Sack bei PET-Flaschen der Marke Green Care Professional bis Ende 2021 auf 50 Prozent steigern und fordert in diesem Kontext gesetzliche Anreize für den Einsatz von Post Consumer Recyclat (PCR).

Bereits 2012 hat Werner & Mertz zusammen mit dem auf Kunststoffverpackungen spezialisierten Unternehmen Alpla und weiteren Kooperationspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Recyclat-Initiative ins Leben gerufen und setzt sich seitdem dafür ein, dass Plastik aus Endverbrauchersammlungen – sogenanntes Post Consumer Recyclat (PCR) – als Wertstoff nach der Verwendung erneut hochwertig aufbereitet und wiederverwendet wird und dadurch im Kreislauf bleibt. So sei es schon 2014 gelungen, die PET-Flaschen der Marke Green Care Professional auf 100 Prozent PCR umzustellen, davon 20 Prozent aus der Quelle 'Gelber Sack‘. Die restlichen 80 Prozent stammten seither aus der europäischen Getränkeflaschensammlung (Bottle to Bottle).

Eine weitere Erhöhung des Anteils aus dem Gelben Sack war nach Aussage des Unternehmens schon lange angestrebt. Bislang habe die vorhandene Technologie es allerdings noch nicht zugelassen, die gewünschte Transparenz bei recyceltem PET (rPET) zu erreichen. Im neuen Recycling-Werk von PET Recycling Team Wolfen, einem seit Oktober 2020 tätigen Joint-Venture von Alpla und der auf PET-Umreifungsbänder spezialisierten Fromm-Gruppe, sei dies nun möglich. Bis Ende des Jahres sollen alle PET-Flaschen der Marke Green Care Professional zu 50 Prozent aus Recyclat bestehen, das aus dem Gelben Sack stammt.

Das in Wolfen angelieferte PET stammt ausschließlich aus deutschen Kunststoffsammelsystemen sowie Kunststoffaufbereitern und wird in sogenannten Leichtstoffverpackungsanlagen vorsortiert. Anschließend erfolgt eine exakte Trennung nach transparentem PET und farbigem PET. Der Fokus liegt dabei auf PET-Hohlkörpern, dazu gehören nicht bepfandete PET-Flaschen, PET-Flaschen von Haushaltsreinigern sowie Schalen. Die qualitativ hochwertige Feinsortierung ist eine Weiterentwicklung der bekannten Infrarottechnologie (NIR). Im nächsten Schritt wird daraus transparentes Granulat bei Texplast Wolfen, das von Alpla dann in Preforms und Flaschen weiterverarbeitet wird. Auf diese Weise werden Wertstoffe aus Deutschland in Deutschland recycelt und wieder zu Flaschen verarbeitet.

"Wir hoffen, dass das Beispiel Werner & Mertz auch weitere Unternehmen motiviert, hochwertige Recyclate einzusetzen. Alle reden von nachhaltigen Verpackungen – wir beweisen gemeinsam, dass es klappt", sagt Georg Lässer, Head of Corporate Recycling bei der Alpla Gruppe. Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz, betont, dass sich die neuen Flaschen in Optik und Haptik nicht von den bisherigen Verpackungen unterscheiden: " Der Kunde wird keinen Unterschied in der Qualität bemerken. Wir verraten bewusst nicht, welches Format wir zuerst umstellen – das haben wir auch damals bei der Umstellung auf 20 Prozent Gelber Sack so gehandhabt, um zu testen, welche Reaktionen es gibt. Fazit: Gar keine. Es ist niemandem aufgefallen."

Forderungen nach gesetzlichen Anreizen

Das Beispiel zeige: Hochwertige Sortiertechnologien sind vorhanden und die Qualität des Recyclats sei hoch. Dennoch: " Die höheren Kosten von Recyclat im Vergleich zu Neuplastik schrecken nach wie vor viele Hersteller ab. Dieses Problem hat sich aufgrund der sinkenden Rohölpreise noch verschärft", bemängelt Reinhard Schneider und ergänzt: "Wenn die hohen Recyclat-Qualitäten aber nicht nachgefragt werden, gibt es keine Grundlage, in bessere Sortierung und Aufbereitung zu investieren, so wie es Alpla gerade im großen Stil getan hat."

Werner & Mertz fordert daher, dass von Seiten des Gesetzgebers finanzielle Anreize für den Einsatz von PCR geschaffen werden, um der Vermüllung des Planeten wirksam entgegentreten zu können sowie einen klimaschonenden Plastikkreislauf zu erreichen. Das Unternehmen setzt sich deshalb für die Schaffung eines Fonds ein, in den alle Inverkehrbringer einzahlen müssen. Und nur diejenigen, die Post Consumer Recyclat einsetzen, sollen eine Rückzahlung erhalten. / GH

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