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Der Traum vom Fliegen - für Frank Ameis ist er Realität Wer seinen Blickwinkel verändert, gewinnt neue Ansichten

Wer Frank Ameis kennenlernt, spürt sofort: Dieser Mann gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Wenn er etwas anpackt, dann will er es auch erfolgreich zu Ende führen. Das gilt für ihn im Unternehmen ebenso wie in seiner Freizeit. Entspannung findet er bei seinen verschiedenen Hobbys. Doch so richtig frei und zufrieden fühlt er sich erst, wenn er im Cockpit eines Sportflugzeuges abheben kann.

-Hoch im Norden Deutschlands hat sich der gebürtige Nürnberger einen festen Platz als Großhändler von Reinigungs- und Schwimmbadchemie sowie von Reinigungsmaschinen und -systemen erarbeitet. Dabei war dieser Weg keineswegs vorgezeichnet. Als Blechschlosser begann er sein Berufsleben. Soldat, staatlich geprüfter Maschinenbautechniker waren die nächsten Stationen, bis er sich, nach seinem Fachabitur, zur Fachkraft für Hygiene- und Reinigungstechnik ausbilden ließ. 1992 gründete er die AMSA Reinigungstechnik, Frank Ameis GmbH Co. KG in Fahrdorf (im nordöstlichen Schleswig-Holstein). Im Laufe weniger Jahre gelang es ihm, durch Seriosität und Fachwissen, Stamm- und Neukunden von seiner Kompetenz zu überzeugen. Eine Zweigniederlassung in Hamburg erweiterte den Vertriebsbereich der AMSA Reinigungstechnik erheblich. Heute schätzen ihn Unternehmen wie Vermop, Kiehl, Dr.Schnell und Nilfisk als einen zuverlässigen Partner.

Natürlich braucht auch Frank Ameis einen Ausgleich zu seinem abwechslungsvollen und anstrengenden Arbeitsalltag. Wer allerdings glaubt, dass er sich mit einem einzigen Hobby zufrieden gibt, kennt ihn nicht wirklich. Der Unternehmer sucht den sportlichen Ausgleich auf dem Wasser und in der Luft. Konkret bedeutet das: In seiner Freizeit ist er Segler und Sportpilot. Dabei ist das Fliegen für ihn mehr als nur ein Ausgleich. Fliegen ist für ihn ein Lebensgefühl und die Basis für eine veränderte Sicht auf die diffizilen Dinge des Lebens. Von weit oben betrachtet, werden Probleme bedeutungslos und die Zufriedenheit gewinnt die Oberhand.

Zum Fliegen kam der gebürtige Franke durch einen seiner Kunden, einen Gebäudereinigermeister aus der Nähe. Aufgrund der persönlichen Wertschätzung lud ihn der Hobbypilot zu einem Mitflug ein. Frank Ameis war sofort begeistert. Fliegen, das war es, was er schon immer gesucht hatte, ohne es zu wissen. Im Jahre 2002 erwarb er seine Privatpilotlizenz. Den enormen Aufwand, der für den Erwerb notwendig war, hat er nie bereut. Neben den Kosten und dem Zeitaufwand für die theoretischen und praktischen Schulungen musste er auch noch ein Funkzeugnis erwerben sowie den Nachweis der gesundheitlichen Tauglichkeit erbringen. Diesen Gesundheitscheck muss jeder Privatpilot alle zwei Jahre neu über sich ergehen lassen, um die Fluglizenz nicht zu verlieren. Ebenso wie den Nachweis, dass eine vorgegebene Mindestanzahl von Starts und Landungen sowie Flugstunden absolviert worden sind.

Diese Pflichtaktivitäten sind für den leidenschaftlichen Sportpiloten kein Problem. Locker erfüllt er die Vorgaben im geforderten Umfang. Wann immer es seine knapp bemessene Freizeit zulässt, erhebt er sich in die Lüfte und nimmt gerne seine Ehefrau Sabine mit. Gemeinsam fliegen sie zu den Nordfriesischen Inseln oder machen einen Rundflug über die bezaubernde dänische Inselwelt. Sie hat sich inzwischen an seine „Flugverrücktheit“ gewöhnt. Nur als ihr Mann seine Kunstfluglizenz machen wollte, hat sie gestreikt. Loopings und Steilflüge waren ihr dann doch zu gefährlich. Diese Befürchtungen hat Frank Ameis akzeptiert, obwohl er sie für übertrieben hält. Für ihn ist nur die Unvernunft gefährlich, und damit hat er nichts am Hut. Er kann sein Können und seine Grenzen richtig einschätzen, und er hält sich daran.

Zur Sicherheit gehört natürlich auch eine zuverlässige Maschine. Frank Ameis, der keine eigene Maschine besitzt, leiht sich in seinem Verein, dem Luftsportverein Flensburg, bei Bedarf ein Flugzeug aus. Sein erklärter Liebling ist eine 30 Jahre alte Schönheit, eine Piper PA-28. Bei diesem einmotorigen viersitzigen Leichtflugzeug handelt es sich um einen freitragenden Tiefdecker in Vollaluminiumbauweise. Es kann bis zu 274 km/h schnell sein (Reisegeschwindigkeit 217 km/h) und mit einer Tankfüllung bis zu 1.600 km weit fliegen. Diese Reichweite wird in der Regel nicht genutzt, ist aber bei längeren Flügen angenehm, da man nicht so oft nachtanken muss.

Notlandung auf polnischem Militärflugplatz

Wie wichtig das rechtzeitige Nachtanken ist, mussten Frank Ameis und einige seiner Flugkameraden bei einem kompletten Polenrundflug erfahren. Der Pilot einer mitfliegenden Maschine hatte sich verschätzt. Die Gruppe musste wegen Benzinmangels auf einem Militärflugplatz in Polen notlanden. Die Bewacher des Flugplatzes waren über diesen Zwischenfall nicht gerade erfreut und ließen die Besatzungen zunächst nicht aus den Maschinen. Bei sengender Hitze hatten die Notgelandeten in der engen verglasten Kanzel auszuharren. Erst nach mühevoller Verhandlung (nur einer der mitfliegenden Kameraden konnte etwas Polnisch) ließ man die Schwitzenden aus ihren Maschinen. Das fehlende Flugbenzin wurde aus Kanistern nachgefüllt und man kam sich näher. Nachdem sich die „Bruchpiloten“ mit einer Flasche Hochprozentigem bei ihren Helfern bedankt hatten, konnten sie ihren Rundflug fortsetzen.

Dieses Erlebnis zeigt aber auch, dass zwar zunächst die militärischen Befehle ausgeführt wurden, danach aber gleich die Kameradschaft unter Fliegern zum Tragen kam. Diese Kameradschaft ist einer der Gründe, warum es Frank Ameis immer wieder zu seinem Heimatflugplatz in Flensburg-Schäferhaus zieht. Hier hebt er ab, meist gemeinsam mit einem Fliegerkameraden, um immer wieder neue Schönheiten zu entdecken. In 3.000 Fuß (ca. 1.000 m) über dem Erdboden sieht die Welt anders aus. Frank Ameis bekommt andere „Ansichten“ und diese veränderten Blickwinkel helfen ihm immer wieder, auch bei seinen beruflichen Entscheidungen nicht die Bodenhaftung zu verlieren.

Dieter Schulz | markus.targiel@holzmann-medien.de

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