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Wenn der abgenutzte Möbelgleiter den ­Boden killt

Beim aktuellen Schadensfall geht es um Beschädigungen auf einem ­elastischen ­Bodenbelag in einer Schule. Diese wurden durch die vom Objektbetreiber ­verwendeten Möbelgleiter verursacht, die nicht regelmäßig erneuert wurden.

Der Objektbetreiber äußerte seinen Unmut darüber, dass die elastischen Bodenbeläge in einem Schulgebäude gerade im Bereich der Hauptnutzungszonen einen starken Schmutzeintrag aufwiesen. Dieser war besonders in dem Bereich extrem, in dem sich die Schüler die meiste Zeit aufhalten, auf ihren Plätzen sitzen und mit den Füßen scharren. Der Objektbetreiber bemängelte, dass diese Verschmutzungen im Rahmen der Unterhaltsreinigung nicht entfernt werden. Wie so häufig konnten sich die beiden Parteien hierzu nicht verständigen, sodass schließlich ein Sachverständigengutachten erstellt werden sollte.

Beim Vor-Ort-Termin fiel auf den ersten Blick auf, dass die Verschmutzungen nicht nur im Bereich der Fußstellzonen vorhanden waren, sondern vor allem im Bereich der Tisch- und Stuhlfüße. Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass in diesem Bereich normalerweise kein übermäßiger Schmutzeintrag zu erwarten ist. Deshalb ging der Sachverständige davon aus, dass für die offensichtlich vorhandene optische Beeinträchtigung nicht eine mangelhafte Unterhaltsreinigung verantwortlich war, sondern andere Faktoren in Betracht gezogen werden mussten.

Der Verdacht fällt auf die Möbelgleiter

Aus diesem Grund wurden zunächst die Stühle beziehungsweise die vorhandenen Stuhlgleiter untersucht. Hierbei handelt es sich um klassisches ­Schulmobiliar, so wie es in vielen Schulen anzutreffen ist: Sitz- und Lehnflächen aus Holz mit einem entsprechenden ­Metallgestell. Zum Schutz der Bodenbeläge verfügten die Stühle – zumindest ursprünglich – über Stuhlgleiter aus Kunststoff. Diese Stuhlgleiter bestanden aus zwei Komponenten: zum einen aus einer aufgesetzten Schutzkappe und zum anderen aus dem darauf aufgebrachten eigentlichen Stuhlgleiter als Kontaktfläche zwischen dem elastischen Bodenbelag und dem Stuhl beziehungsweise der Schutzkappe.

Es stellte sich jedoch heraus, dass eine regelmäßige Überprüfung der Stuhlgleiter auf eventuelle Beschädigungen nicht erfolgte. Die Möbelgleiter wurden zum Teil schon über einen längeren Zeitraum hinweg überhaupt nicht mehr kontrolliert. Eine genaue Überprüfung ergab, dass sie völlig abgenutzt waren und längst hätten ausgetauscht werden müssen.

Mechanische Beschädigung des Belags

Kurzzeitig hatten die auf die Metallfüße aufgebrachten Schutzkappen zwar noch eine bedingte Schutzwirkung und verhinderten eine erhebliche Beschädigung des Bodenbelags. Jedoch nutzten sich auch diese ­irgendwann ab. Dies führte letztendlich dazu, dass vielfach nicht nur die Stuhlgleiter fehlten, sondern auch die Schutzkappen extrem stark verschlissen waren. Somit kam es zu einer mechanischen Beschädigung des elastischen Bodenbelages.

Die Wiederherstellung der Oberfläche nach der mechanischen Zerstörung soll nach Erneuerung der Schutzkappen überprüft werden. Ein Fehlverhalten des Dienstleisters konnte aber vollständig ausgeschlossen werden.

Dem Objektbetreiber ist sehr daran gelegen, eine langfristige Lösung für dieses Problem zu finden. Deshalb gilt es zu entscheiden, wer mit der regelmäßigen Überprüfung der Möbelgleiter beauftragt werden ­könnte. Eine Lösungsmöglichkeit hierbei ist, dass sich die Kommunikation zwischen den Reinigungskräften und den Hausmeistern verbessert. So könnte das Reinigungspersonal etwaige Auffälligkeiten – zum Beispiel, dass der Boden auch nach der Reinigung fleckig wirkt – weitergeben.

Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de

Tipp vom Gutachter: Informieren und ­kommunizieren

Sascha Hintze

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger: "Sowohl den Informationen des FEB – Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbe­läge e. V. als auch fast allen Pflege­anleitungen für elastische Bodenbeläge kann entnommen werden, dass das vorhandene oder eingebrachte ­Mobiliar über geeignete Gleiter für Tische und Stühle verfügen muss. Nur so lässt sich der Lebenszyklus des Werkstoffes auch tatsächlich erreichen. Hierbei ist es sicherlich sinnvoll, seinen Partner (Objektbetreiber) bei Auffälligkeiten zu informieren."

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