Forum -

Bewerber mit unterschiedlichen Jobtiteln ansprechen Weil der Wurm dem Fisch schmecken muss ...

„Gebäudereiniger, Putzfrau oder Building Cleaner?“ Wie Jobbezeichnungen unbewusst wahr­genommen werden und was das für die Besetzung von Stellen im Unternehmen bedeutet, hat der Autor unseres Beitrags in seiner Masterarbeit untersucht. Mit überraschenden Ergebnissen.

Früher hat man von Putzfrauen gesprochen, heute ist in der Branche von Reinigungskräften die Rede – in erster Linie, um Wertschätzung auszudrücken. Der Begriff Putzen wird in der Gebäude­reinigung gemieden. Es wird gereinigt. Ent­sprechend werden in der Regel auch keine Stellen als Putzfrau oder Putzmann aus­geschrieben, sondern es werden Reinigungskräfte gesucht. Auch englischsprachige Jobtitel wie Roomboy für die Hotelzimmer­reinigung sind zu finden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Man möchte den richtigen Personenkreis an­sprechen, mehr Bewerber erreichen, die Auffindbarkeit in den Stellenbörsen erhöhen oder strategischen Ausrichtungen wie der Internationalisierung folgen.

Dass die richtige Bezeichnung einer Stelle sehr wichtig ist, wurde in vielen Branchen bereits erkannt. Denn jedes Wort ruft Assoziationen hervor. Ein Ford Mustang weckt andere Emotionen als ein Renault Talisman. Das Phänomen kennt wohl jeder. Ein Kevin zum Beispiel wird eher für verhaltensauffällig gehalten als ein Thomas – auch wenn man niemanden mit dem Namen Kevin kennt.

Wie Worte wirken

Worte werden affektiv, also unbewusst, wahrgenommen. Man hat herausgefunden, dass es innerhalb eines Kulturkreises ein weitgehend einheitliches Verständnis darüber gibt, was Menschen bei bestimmten Worten empfinden. Diese emotionale Wahr­nehmung von Worten geschieht unbewusst auf drei Ebenen: Bewertung (angenehm/unangenehm), Potenz (stark/schwach) und Aktivation (aktivierend/beruhigend).

© rationell-reinigen.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Log-in

* Pflichtfelder bitte ausfüllen