Hygiene -

Neue Generation von Hautreinigern Warum gerade Reinigungs­kräfte davon profitieren

In der Reinigungsbranche ist die Hautbelastung für die Beschäftigten sehr hoch. Um berufliche Hautkrankheiten zu verhindern, müssen daher Schutzmaßnahmen ­ergriffen werden. So sollten die Beschäftigten beispielsweise Hautreiniger verwenden, die nicht nur gut reinigen, sondern zugleich besonders hautfreundlich sind. ­Bislang suchte man diese Kombination allerdings vergebens. Jetzt haben Experten eines ­Hautschutzherstellers und Wissenschaftler der Universität Osnabrück eine Lösung gefunden, die den Betroffenen das Leben erleichtert.

Die Hände von Reinigungskräften kommen täglich mit Wasser, chemischen Reinigungsmitteln und anderen hautgefährdenden Substanzen in Berührung. Das Hantieren mit belastenden Substanzen und die ständige Arbeit im feuchten Milieu machen Reinigungskräfte besonders anfällig für Hautkrankheiten. Was viele nicht wissen: Hautkrankheiten sind laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung die mit Abstand am häufigsten gemeldeten Erkrankungen bei Erwerbstätigen. Schätzungen zufolge entsteht durch berufliche Hautkrankheiten, vor allem durch Produktivitätsverlust, in Deutschland jährlich ein Schaden von 1,5 Milliarden Euro. Vom Leid der Betroffenen, die zum Teil sogar ihren Beruf aufgeben müssen, ganz zu schweigen. Reinigungskräfte gehören dabei – neben Beschäftigten im Friseurgewebe, im Gesundheitsdienst und in metallverarbeitenden Betrieben – zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen.

Prävention an erster Stelle

Wegen des hohen Risikos von beruflichen Hauterkrankungen ist die Prävention sehr wichtig. Wie grundsätzlich bei allen Gefährdungen am Arbeitsplatz, gilt auch beim Hautschutz das TOP-Prinzip. Das heißt: Es müssen zunächst technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um mögliche Hautgefährdungen zu verhindern. Doch auch diese reichen in der Regel nicht aus, um den Kontakt mit hautgefährdenden Substanzen zu verhindern. Daher müssen die Beschäftigten als Ultima Ratio persönliche Schutzmaßnahmen ergreifen.

Der berufliche Hautschutz umfasst nach dem Drei-­Säulen-Modell Maßnahmen zum Schutz, zur Reinigung und zur Pflege der Haut. Hautschutz bedeutet, dass man den Kontakt zwischen Haut und schädigenden Stoffen verhindern oder zumindest abschwächen sollte – durch Schutzkleidung, Handschuhe und Hautschutzmittel. Bei der Hautreinigung kommt es darauf an, die verschmutzte Haut so schonend wie möglich zu reinigen. Hautpflege schließlich bedeutet, der strapazierten Haut so viele Stoffe wie möglich zurückzugeben, die den Fett- und Feuchtigkeitshaushalt der Haut ausgleichen und so gegebenenfalls schon eingetretene Hautschäden regenerieren.

„Ein klassisches Dilemma“

Besonders bei der Hautreinigung hatten Reinigungskräfte bislang ein großes Problem. „Gerade für besonders gefährdete Gruppen ist es wichtig, dass die Hautreinigungsmittel, die sie mehrmals am Tag verwenden müssen, sehr mild sind und die Haut nicht übermäßig belasten“, sagt Hautschutz-­Experte Andreas Todtenhöfer, Marketingleiter beim Euskirchener Hersteller PGP. Das Problem: Milde Hautreiniger sind in ihrer Reinigungswirkung begrenzt. Deswegen müssen vor allem Berufsgruppen, die mit anhaftenden Verschmutzungen zu tun haben, zu aggressiveren Handreinigern greifen. Diese Grobhand­reiniger wiederum sind in der Regel wenig hautfreundlich, weil die sogenannten abrasiven Stoffe, mit denen sie den Schmutz mechanisch lösen, zugleich die obere Hautschicht abtragen. So können Mikroverletzungen entstehen und das Risiko einer Kontaktallergie erhöht sich deutlich.

Die vermeintliche Lösung wird damit selbst zum Problem. Denn im Extremfall kann sich durch aggressive Grobhandreiniger sogar eine Abnutzungsdermatose entwickeln, die schließlich zur Berufsunfähigkeit führen kann. „Beschäftigte in der Reinigungsbranche und in Berufen mit starken Verschmutzungen standen also lange Zeit vor einem klassischen Dilemma“, beschreibt Todtenhöfer die Ausgangslage.

Als Innovationsführer der Branche nahmen sich die Hautschutzspezialisten von PGP dieses Themas schon vor Jahren an. 2006 brachte PGP mit den sogenannten Active Soft Pearls (ASP) einen völlig neuen Schmutzlösekörper auf den Markt. Die ASP sind Wachsperlen aus hydriertem Rizinusöl. Sie arbeiten nicht wie die herkömmlichen, hautbelastenden Reibekörper mit mechanischem Abrieb, sondern binden Schmutzpartikel durch ihre lipophile Oberflächenstruktur. So bekam der Nutzer erstmals eine sanfte Alternative zu Grobhandreinigern.

Neue Tensidkombination gefunden

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück hat PGP nun eine weitere Lösung gefunden. Im Rahmen einer gemeinsamen Studie machten sich die Partner auf die Suche nach einer idealen Kombination aus Tensiden. Diese sind in Hautreinigern – neben den Reibekörpern – für das Entfernen von Schmutz auf der Hautoberfläche zuständig. Sie fanden schließlich eine Tensidkombination, die deutlich bessere Eigenschaften erzielte als die bislang in anderen Hautreinigungsmitteln üblicherweise verwendeten Tensidkombinationen – und die sowohl sehr wirksam als auch sehr hautfreundlich ist.

Die Tensidkombination ist zum Patent angemeldet. Unter dem Markennamen OptiTens bildet sie die ­Basis für eine neue Generation von Hautreinigungsmitteln. Es handelt sich dabei um einen Schaumreiniger für leichte bis mittlere Verschmutzungen und ein ­Reinigungsgel für leichte bis mittlere Verschmutzungen. Beide Präparate basieren auf der Tensid-­Mischung OptiTens und vereinen erstmals ein hohes Maß an Reinigungskraft mit einer besonderen Hautfreundlichkeit.

Andreas Todtenhöfer, PGP peter.hartmann@holzmann-meiden.de

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