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Tarifverhandlungen: Arbeitgeber legen IG BAU Angebot vor

Am 15. August 2019 fand in Frankfurt am Main ab 11 Uhr die 5. Verhandlungsrunde zum Rahmentarifvertrag statt. Dabei machten die Arbeitgeber der IG BAU verschiedene Zugeständnisse, die den Urlaubsanspruch, die Lohngruppe sowie den Zuschlag für Industriereinigung und Mehrarbeit betreffen.

Dies war die erste Verhandlungsrunde, nachdem die Arbeitgeber den seit 1. Januar 2012 gelten Rahmentarifvertrag haben kündigen müssen. Der Grund: Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts (Dezember 2018) hat in die Tarifautonomie eingegriffen und bei den Unternehmen zu Rechtsunsicherheit geführt. Das Bundesarbeitsgericht hat – entgegen dem Wortlaut des Tarifvertrages – den Mehrarbeitszuschlag für Vollzeitbeschäftigte auch auf individuelle Überstunden von Teilzeitbeschäftigten ausgedehnt. Das widerspricht dem, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor acht Jahren beschlossen haben, sodass Neuverhandlungen notwendig waren.

"Die Arbeitgeber sind der IG BAU heute mit einem fairen Angebot in vielen Punkten entgegengekommen", sagt Christian Kloevekorn, Verhandlungsführer der Bundestarifkommission des BIV. "Das unterstreicht unseren Willen, so schnell wie möglich zu einem Abschluss zu kommen."

Arbeitgeber legen IG BAU faires Angebot vor

Die Arbeitgeber machen unter anderem folgende Zugeständnisse, die die Forderungen der IG BAU erfüllen:

  • Urlaubsanspruch von 28 bis 30 Tagen, gekoppelt an die Länge der Branchenzugehörigkeit.
  • Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung fangen Gesellen künftig in Lohngruppe 6 an (ab 2020 bundesweit 14,10 € pro Stunde) – unabhängig von ihrer konkreten Tätigkeit und ihrem Einsatz.
  • Industriereinigung bekommt einen eigenen Zuschlag von 75 ct pro Stunde.
  • Mehrarbeitszuschläge/Erschwerniszuschläge von 25 Prozent pro Stunde für alle Beschäftigten, wenn sie länger als acht Stunden am Tag arbeiten.

Die Forderung nach einem 13. Monatsgehalt (IG BAU spricht von "Weihnachtsgeld") war kein Thema für diese aktuellen Verhandlungen. "Über ein 13. Monatsgehalt können wir im Rahmen der Lohntarifverhandlungen im kommenden Jahr jedoch grundsätzlich sprechen", sagt Kloevekorn.

Bis Ende 2020 hat die Branche einen laufenden Lohntarifvertrag. Mit Lohnsteigerungen von fast 20 Prozent (2018 bis Ende 2020) seien gerade die Unternehmen in Ostdeutschland an ihre Schmerzgrenze gegangen.

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