Glas und Fassade -

Reinigungsmethoden im Test So werden Schattenspender sauber

Der Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. (VDS) hat den ersten Methodentest für die Reinigung von Rollos, Plissees und Flächenvorhängen veröffentlicht. Fazit: Nur Bürstenwalzen konnten alle Sonnenschutzsysteme zuverlässig und wirtschaftlich reinigen.

- Der Test „Rollos, Plissees, Flächenvorhänge“ ist der dritte und abschließende Teil einer Testserie des VDS – Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger. Bereits in den Jahren 2004 und 2006 führte der VDS Vergleiche mit unterschiedlichen Reinigungssysteme für Sonnenschutz durch, dazu zählten Tests zur Reinigung von Vertikallamellen und Jalousien – rationell reinigen berichtete darüber in der Ausgabe 4/2007.

Da Rollos, Plissees und Flächenvorhänge in den vergangenen Jahren sowohl in Privathaushalten als auch im gewerblichen Bereich eine immer größere Bedeutung bekommen haben, wird auch die Reinigung dieser Systeme immer wichtiger. Nicht nur die unterschiedlichsten Systeme, sondern die Vielzahl der Materialien macht die Reinigung dieser Sonnenschutzanlagen besonders schwierig. Um hier eine Orientierung zu geben, führte der VDS diesen objektiven Vergleichstest im August 2007 durch, auch vor dem Hintergrund, einen einheitlichen Qualitätsstandard in der Reinigung von Sonnenschutztechnik in Deutschland einzuführen, so das primäre Ziel des Verbands.

Der Test fand unter Aufsicht eines unabhängigen Sachverständigen für Sonnenschutzreinigung statt. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und als Information Herstellern, Fachbetrieben und Endkunden zur Verfügung gestellt (Bezugsquelle siehe „Testergebnisse auf CD“).

Rollos gehören nicht in die Waschmaschine

Für den Test wurde sowohl Neuware als auch Kundenware für den Vergleich der Reinigungsmethoden herangezogen. Es wurden insgesamt über 100 Sonnenschutzanlagen oder deren Komponenten für den Test bereitgestellt. Einige Reinigungsmethoden sind aufgrund ihrer maschinellen Konstruktion nicht für alle Systeme geeignet. So wurde zum Beispiel auf die Reinigung von Rollos und Plissees in der Waschmaschine verzichtet, da diese sonst beschädigt worden wären, wie man aus Erfahrung weiß.

Der Einsatz von Reinigungsmitteln wurde, in Rücksprache mit den Testteilnehmern und den Reinigungsmittelherstellern, im Vorfeld festgelegt. Die Neuware wurde vor dem Tests gezielt und nach festgelegten Kriterien verschmutzt. Die aufgebrachte „Neuverschmutzung“ wurde bei der Kundenware selbstverständlich nicht vorgenommen. Unberücksichtigt blieb der Alterungsprozess der Materialien, insbesondere die Auswirkungen von UV-Strahlung. Dies konnte jedoch bei der Festlegung der geeigneten Reinigungsmethoden vernachlässigt werden, da auch bei altem Material nur eine geeignete Reinigungsmethode angewendet werden kann. Aus ausgewählten Stoffen und Systemen wurde die Reinigungsfähigkeit an „Normschmutzflecken“ nach den festgelegten Reinigungsmethoden geprüft. Bei der vorgegebenen Verschmutzung handelte es sich um: Staub, Kaffee, Blumen-/Spritzwasser, Glasreiniger und Nicotin. Die Proben wurden gleichmäßig verschmutzt und danach mit den unterschiedlichen Reinigungsmethoden behandelt. Die Verschmutzung wurde in Art und Intensität auf allen Proben gleich aufgebracht. Die bereits erwähnten Reinigungsmethoden wurden dann in ihrer Abfolge genau festgelegt und bei allen Proben identisch durchgeführt. Die Beurteilung des Reinigungsergebnisses erfolgte nach der Trocknung der behandelten Proben. Neben den Reinigungsergebnissen hinsichtlicht der Verschmutzung wurden auch mögliche Veränderungen des Materials, wie zum Beispiel Knicke und Faltenbildung, in der Bewertung mit berücksichtigt.

Handarbeit zu zeitaufwändig

Über die Anwendung einzelner Methoden muss natürlich immer im Einzelfall entschieden werden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass bei der gewerblichen Mengenabwicklung die Handreinigung auf Grund des hohen Zeitaufwands und der damit verbundenen Kosten nicht zu empfehlen ist. Abbürsten, absaugen oder auch feucht abwischen führte in keinem der Fälle zu einem befriedigenden Reinigungsergebnis. Daher beschränkt sich diese Reinigung meist nur auf den privaten Bereich und auch hier nur auf die Beseitigung von oberflächlichem Staub durch vorsichtiges Absaugen. Ein Entfernen von Flecken oder anderen Verschmutzungen ist nicht möglich. Hinzu kommt noch die Problematik der Veränderung des Materials durch Knicke und Faltenbildung. Eine Behandlung der Stoffe durch Ultraschall ist nicht zu empfehlen. Bei einigen aluminisierten Qualitäten kam es sogar zu einer optisch erkennbaren Ablösung von Partikeln, das heißt der Beschichtung. Auch das hubmechanische Verfahren ist nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Die besten Ergebnisse hat das Bürsten-Walzen-Verfahren erzielt. Besonders in der Abwicklung größerer Stückzahlen ist diese Methode besonders geeignet. Die Bürsten-Walzen-Reinigung ist daher auch als Testsieger dieses Methodentests hervorgegangen.

Die getesteten Materialien haben insgesamt gezeigt, dass mit der geeigneten Methode auch ein gutes Reinigungsergebnis erzielt werden kann. Ausgenommen sind Stoffe, die auf Grund spezieller Beschichtungsarten für einen Wasserkontakt ungeeignet sind.

VDS | Werner Gräf | rebecca.eisert@holzmannverlag.de

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