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Ergebnisorientierte Reinigung Servicelevel statt Leistungsverzeichnis

Ergebnisorientiert ist Reinigung, wenn der Nutzer im Mittelpunkt des Reinigungsprozesses steht und nicht das Leistungsverzeichnis. Doch wie funktioniert die Orientierung am Bedarf des Nutzers? Welche Voraussetzungen oder Rahmen­bedingungen sind erforderlich? Wie verhält es sich mit den Kosten und woher stammt der Begriff „ergebnisorientierte Reinigung“? Eine Annäherung.

Wer hat es erfunden? Die Schweizer waren es nicht, und das ist auch schon die einzige konkrete Aussage, die sich über die Entstehung der ergebnisorientierten Reinigung treffen lässt. Meine erste Berührung mit ergebnisorientierte Reinigung hatte ich Anfang der 1990er Jahre im Rahmen meiner Meisterausbildung. Damals wurde noch herausgestellt, dass ergebnisorientierte Reinigung um durchschnittlich 30 Prozent günstiger sei als die klassische Reinigung nach Leistungsverzeichnis, da nur das gereinigt wird, was optisch schmutzig erscheint. Vertreten und vermarktet wurde diese Aussage von nahezu allen Größen der Branche.

Sichtreinigung oder ergebnisorientierte Reinigung?

Im Nachhinein betrachtet: Dies war eher die Definition der kostenorientierten Sichtreinigung als die der ergebnisorientierten Reinigung. Denn für die ergebnisorientierte Reinigung muss der Auftraggeber in der Praxis tatsächlich mehr Geld aufwenden als bei der klassischen leistungsorientierten Reinigung. Der Grund für die höheren Aufwendungen liegt in der nutzenstiftenden Wirkung der ergebnisorientierten Reinigung. Die unterschiedlichen Nutzer­er­wartungen und Bedürfnisse werden berücksichtigt und erfüllt. Die Reinigungskräfte müssen reinigungstäglich alle Bereiche auf Verschmutzungen überprüfen und gegebenenfalls reinigen.

Längerfristige Investition in die Zukunft

Außerdem berücksichtigt die ergebnisorientierte Reinigung auch die oftmals sehr individuellen objektspezifischen Eigenarten und trägt zum Werterhalt der Objektausstattung und der Immobilie bei. Man könnte also sagen, dass die finanziellen Mehraufwendungen für die ergebnisorientierte Reinigung eine längerfristige Investition in die Zukunft sind, die sich später wieder auszahlt.

Wo ergebnisorientierte Reinigung ihre Grenzen hat

Bei der ergebnisorientierten Reinigung ist nur der gewünschte optische Zustand beschrieben (zum Beispiel: „Tische müssen nach der Reinigung frei sein von haftenden und nicht haftenden Verschmutzungen, Griffspuren, Staub und Schlieren.“). Dennoch kommt auch ergebnisorientierte Reinigung nicht ohne einen Anteil nach starrem Leistungsverzeichnis aus. Räume wie Sanitär­anlagen, Küchen und Teeküchen müssen nach der Reinigung den hygienischen Anforderungen entsprechen. Da man den Oberflächen oder Ausstattungsgegenständen nicht ansieht, ob sie frei von krankmachenden Keimen und hygienisch unbedenklich sind, ist es notwendig, diese Raumnutzungsarten reinigungstäglich einer Reinigung nach starrem Leistungsverzeichnis zu unterziehen. Nur so kann bei diesen Raumnutzungsarten der hygienische Zustand nach der Reinigung gewährleistet werden. Somit sind der ergebnis­orientierten Reinigung auch Grenzen gesetzt. Deshalb eignen sich nicht alle Objekte beziehungsweise Objektnutzungsarten für die ergebnisorientierte Reinigung. Ob Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen oder Labore – alle hygienesensiblen Objekte müssen reinigungstäglich den hygienischen Vorgaben und Vorschriften entsprechen und daher vollflächig und nicht ergebnisorientiert gereinigt beziehungsweise desinfizierend gereinigt werden.

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