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Scheuer-Wischdesinfektion: maschinell statt manuell

Auf großen Flächen ist die zweigängige, manuelle Scheuer-Wischdesinfektion nach Überzeugung von Columbus nicht kosteneffizient. Daher hat der ­Stuttgarter ­Reinigungsmaschinenhersteller gemeinsam mit dem Dienstleister Dussmann Service an einer maschinellen ­Alternative gearbeitet.

Schon früh während der Corona-Krise zeichnete sich ab, dass die Desinfektion von Großflächen an ­Bedeutung gewinnen würde. Dass sich die ­Bekämpfung von Viren dabei in Zukunft nicht allein auf Intensiv­stationen, OP-Säle und Isolierstationen beschränken würde, war ebenfalls absehbar.

Nur wenige Monate später ist der großflächige Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und möglicherweise auch weiteren kommunalen Räumen (beispielsweise Sporthallen, Schulen, Behinderteneinrichtungen) in vollem Gange und stellt sowohl das Reinigungspersonal als auch die Kostenträger vor Herausforderungen.

Spannungsfeld aus RKI-Vorgaben und Kosteneffizienz

Allem voran gilt es, die strengen Vorgaben des RKI sowie die für den Umgang mit Desinfektionsmitteln gültigen TRGS (Technischen Regeln für Gefahr­stoffe) zu erfüllen. Sie verlangen eine Scheuer-Wisch­desinfektion, bei der die zu desinfizierende Ober­fläche „mit einer ausreichenden Menge des Mittels unter leichtem Druck abgerieben“ wird. Mit ­anderen Worten: Für eine ausreichende Desinfektions­wirkung ist eine gleichmäßige Benetzung gefordert, bei der eine genügende Menge an Wirkstoff auf die zu desinfizier­ende Fläche gelangt. Hierbei soll die Verweilzeit der Feuchtigkeit am Boden so kurz wie möglich sein; aber auch ­ausreichend lange, um die volle Desinfektions­wirkung zu erzielen. Diesen aufwändigen hygienischen ­Vorgaben steht schließlich der wirtschaftliche Aspekt gegenüber – sprich die Frage: Wie lassen sich auf Großflächen die Vorgaben erfüllen, ohne dass der ­Zeitaufwand und damit die Kosten explodieren?

Vor diesem Hintergrund hat man sich bei Columbus intensiv damit beschäftigt, wie sich das skizzierte Spannungsfeld auflösen lässt. Jörg Peter ­Staehle, Geschäftsführer des Stuttgarter Herstellers von ­Reinigungsmaschinen, hierzu: „Das Briefing an ­unser Engineering-Team lautete, eine Lösung zu finden, die nicht nur alle Vorgaben erfüllt, sondern auch wirtschaftlich Sinn macht – sich also ins bestehende ­System integrieren lässt, nur minimalen Umrüstungsaufwand erfordert, Reinigung und Desinfektion in ­einem Arbeitsschritt kombiniert und idealerweise keine zeitaufwändige Einweisung benötigt.

In Zusammenarbeit mit Dussmann Service wurden diese Anforderungen schließlich erörtert und gemeinsam an der Lösung – dem sogenannten V-Eraser – ­gearbeitet. Dabei handelt es sich um eine zum Patent angemeldete Desinfektions-Wischdüse mit hochwertiger Mikrofaser-Wischleiste. Im Zusammenspiel mit der Absaugung hinterlässt diese Neuentwicklung auf der zuvor gereinigten Fläche einen ­geschlossenen Feuchtigkeitsfilm. Sie ersetzt dabei mit wenigen Handgriffen die konventionelle Saugdüse und ist mit allen Columbus-Reinigungsautomaten kompatibel. Die Desinfektions-Wischdüse selbst besteht aus Edelstahl, lässt sich hygienisch aufbereiten und erfordert als 2-in-1-Lösung (Reinigung und Desinfektion) keine zusätzlichen Arbeitsgänge.

Die Mikrofaser-Wischleiste – sie ist leicht austauschbar und bis 95 Grad Celsius waschbar – sorgt letztlich dafür, dass die richtige Menge des Desinfektions­wirkstoffs aufgebracht wird und als Feuchtigkeitsfilm über einige Minuten auf die Viren und Bakterien einwirken kann. In einem Krankenhaus wurde die Lösung durch Dussmann Service bereits in einem ausgiebigen Praxistest geprüft. Weitere Einsatz­möglichkeiten seien denkbar. Columbus zufolge haben nicht zuletzt auch unabhängige Laboruntersuchungen die ­Wirksamkeit der Flächendesinfektion bestätigt. / GH

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