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Sanitärhygiene: Ganzheitliche Reinigung mit System

Die Reinigung von Sanitärräumen – dazu zählen neben Toiletten und Duschräumen auch Schwimmbäder sowie Wasch- und Umkleideräume – gehört zum klassischen Leistungsangebot von Gebäudedienstleistern. Alle damit verbundenen Reinigungstätigkeiten müssen sorgfältig durchgeführt werden, da die Hygienerisiken besonders hoch sind.

Vor allem in öffentlich zugänglichen Sanitäranlagen kommt es besonders auf Sauberkeit und Hygiene an. Diese lassen sich nur durch eine ganzheitliche, qualitätsorientierte Systemlösung langfristig sicherstellen. Nach wie vor ist das WC die Visitenkarte eines Hauses. Vom Zustand der Waschräume schließen Kunden oft auf die Sauberkeit und Hygiene im restlichen Betrieb oder in einer öffentlichen Einrichtung. Mangelt es jedoch an entscheidender Stelle an hygienischer Sauberkeit, kommen Kunden nicht wieder, empfehlen die Einrichtung nicht weiter oder bewerten sie in Online-Foren negativ. Ob ein Sanitärraum als hygienisch sauber empfunden wird, ist von mehreren Faktoren abhängig: Geruch, Zustand der Ausstattung sowie Verfügbarkeit von Seife, Toiletten- und Handhygienepapier.

„Die Hände gelten als Haupttransportmittel aller Keime. Daher sollten alle Oberflächen mehrmals täglich desinfiziert werden, die im direkten menschlichen Kontakt stehen”, sagt Kerstin Heine, Chemikerin und Desinfektionsexpertin bei Hagleitner Hygiene International, Zell am See/Österreich. Das betrifft beispielsweise Türgriffe, Handläufe, Armaturen, Toilettenbrillen, Drückerarmaturen und WC-Bürstengriffe.

Handhygiene essenziell

Gerade während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie spielt Handhygiene im Sanitärbereich eine herausragende Rolle. Entsprechend wichtig ist eine professionelle Ausstattung zum Reinigen und Trocknen der Hände. So hinterlassen zum Beispiel berührungslose Wasserhähne, Seifen- und Papierspender wie auch Handreinigungsprodukte und Hygienepapier von hoher Qualität einen bleibenden positiven Eindruck bei den Kunden. Ein wesentlicher Beitrag, um Kontaktkontaminationen zu vermeiden und Hygienevorschriften zu entsprechen.

Für Nutzer ist es zudem positiv, beim Verlassen der Sanitäranlage eine automatische Tür vorzufinden, da Türklinken einen Nährboden für Bakterien und Keime bilden. Müssen Türen von Hand geöffnet werden, empfiehlt es sich, berührungslose Desinfektionsspender außerhalb der Sanitärräume zu installieren.

Bewusstsein in der Chefetage

„Die Überzeugung von der Notwendigkeit sauberer, hygienisch reiner Sanitäranlagen in Betriebsstätten und öffentlichen Gebäuden sollte zuallererst in der Chefetage verankert sein“, betont Harald Lembacher, Vertriebsverantwortlicher für professionelle Gebäudereiniger bei Hagleitner. „Schließlich sind gepflegte Anlagen – auch im Hinblick auf Umsatz und Kundenbindung – wesentliche unternehmensrelevante Erfolgsfaktoren.“ Sofern der Sanitärraumservice nicht ohnehin externen Gebäudedienstleistern übertragen wird, bedeutet das:

  • Gezielte Investitionen in Schulungen der Reinigungskräfte, welche die Anforderungen an Hygiene und Sauberkeit kennen und einhalten müssen;
  • Schaffen des Bewusstseins, dass qualitativ hochwertige Reinigung Zeit und entsprechendes Equipment erfordert;
  • Ausstattung des Personals mit professionellen und anwendungssicheren Reinigungssystemen – auch als Zeichen der Wertschätzung.

Fünf Expertentipps zur Sanitärhygiene

1. Bereits bei der Planung und Ausstattung der Räumlichkeiten auf pflegeleichte Materialien achten: Häufig kommen Materialien zum Einsatz, die nur schwer zu reinigen sind. Dann sind Reinigungsfehler, Verschmutzungen und teilweise auch Materialschäden programmiert.

2. Professionelle Reinigungs- und Hygienesysteme vorhalten: Im Bereich der Anwendung lassen sich oft schon durch die Einführung simpler Systeme Hygienesünden vermeiden. Um beispielsweise sicherzustellen, dass für WC und Oberflächenreinigung jeweils unterschiedliche Reinigungsutensilien verwendet werden, hilft die Definition eines Farbsystems.

3. Verfügbarkeit und Qualität des Hygienepapiers gewährleisten: Schlechtes Material führt zu Verschwendung, da zum Trocknen der Hände deutlich mehr Papier verwendet wird als nötig. Die Lösung: Hochwertigeres Hygienepapier einsetzen und den Verbrauch senken. Ein weiterer Grund für Vergeudung liegt oft in der Befüllung. Werden die Spender mit zu viel Papier ausgestattet, ist der Druck so hoch, dass sich kaum Einzelblätter herausziehen lassen. Deshalb sollten die Spender nicht überfüllt, sondern öfter nachgefüllt werden.

4. Die Instandhaltung kontrollieren: Regelmäßiges Überprüfen durch den Haustechniker stellt sicher, dass die Sanitärausstattung immer in einwandfreiem Zustand ist. Wenn nicht, sind beschädigte Materialien auszutauschen, da sich angegriffene Oberflächen nicht mehr einwandfrei reinigen lassen.

5. Für Wohlbefinden sorgen: Oft fehlt Kunden oder Gästen die Sicherheit, dass WC-Brillen und Co. richtig gereinigt und desinfiziert wurden. Die Ausstattung zu benutzen, wird dann oft als unangenehm empfunden. Die Lösung: Aktiv darauf hinweisen, dass und wie oft gereinigt wurde. Das schafft das nötige Vertrauen.

Gerade in öffentlichen Sanitäranlagen besteht die Gefahr, dass Krankheitskeime übertragen werden. Um die Verschleppung von Mikroorganismen auf saubere Tücher und Gegenstände gleich zu Beginn der Arbeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich, mit „sauberen“ Tätigkeiten anzufangen, zum Beispiel mit dem Auffüllen des Verbrauchsmaterials. Generell kommen für die Reinigung nur geeignete Tücher infrage.

Vier-Farben-System

Nie wieder muss das Reinigungspersonal überlegen, welches Tuch oder welcher Schwamm für welchen Einsatzbereich vorgesehen war. Verwechslungen und Keimverschleppungen sind somit ausgeschlossen. Folgende gut unterscheidbare Farben haben sich in der Praxis durchgesetzt:

  • Rot: Toiletten, Urinale und alle umliegenden Flächen;
  • Gelb: Sanitärbereiche wie Fliesen, Armaturen, Waschbecken und Spiegel;
  • Blau: Einrichtungsgegenstände wie Tische, Stühle, Regale, Heizkörper, Türen und andere Oberflächen;
  • Grün: Besondere Flächen, zum Beispiel im Krankenhaus (Pflegebetten, OP) und in Küchen.

Beim Vier-Farben-System wird allerdings nicht die Keimübertragung zwischen den Toiletten verhindert. Um diese Gefahr im „roten Bereich“ ebenfalls zu reduzieren, werden bei der sogenannten Wechseltuchmethode für einen Raum oder eine Toilette jeweils frische Tücher verwendet, so dass auch hier ein Verschleppen von Keimen von einem Raum zum nächsten ­unterbleibt.

Toiletten

Hier gilt es, zunächst mit einer Toilettenbürste und einem sauren, kalklösenden WC-Reiniger den inneren Bereich des WC-Beckens zu reinigen und anschließend gründlich nachzuspülen. Anschließend wird wieder von den weniger verschmutzen zu den verschmutzteren Bereichen vorgearbeitet. Beginnend mit dem WC-Papierhalter werden der Spülkasten, der Deckel des WC-Sitzes von außen und innen, der WC-Sitz von außen und innen, das WC-Becken von oben und außen und zum Schluss der Halter für die Toilettenbürste gereinigt. Zur mechanischen Unterstützung trägt die WC-Bürste bei, damit sich keine schwer löslichen mineralischen Ablagerungen bilden können.

Waschbecken, Badewanne und Duschtasse

Bei Waschbecken empfiehlt es sich, von den weniger verschmutzten hin zu den verschmutzteren Bereichen zu reinigen – zunächst die Außenseiten, dann die Innenseite und die Armatur. Für die Reinigung können ein Allzweck-, Neutral- oder Alkoholreiniger und ein Tuch oder kratzfreier Reinigungsschwamm genutzt werden. Durch regelmäßiges Reinigen lassen sich zumeist Kalkablagerungen verhindern. Zum Schluss werden Becken, Bade- und Duschwannen mit einem flusenfreien Tuch nachgetrocknet. Becken mit einer schmutzabweisenden Oberfläche dürfen nicht mit scheuernden oder aggressiven Reinigungsmitteln behandelt werden.

Armaturen

Sanitärarmaturen sind meist mit einer glänzenden Chrom-Nickel-Oberfläche versehen. Grundsätzlich sind solche Oberflächen empfindlich gegenüber abrasiven Mitteln. Diese Armaturen dürfen deshalb nicht mit Scheuermilch oder -pulver gereinigt werden. Auch sollten weder Chlorreiniger noch Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, die Salz-, Ameisen- oder Essig­säure enthalten, denn sie können die Oberflächen ebenfalls schädigen und die Gesundheit gefährden. Wird ein Sprühreiniger verwendet, sollte das Mittel auf das Tuch und nicht direkt auf die Armaturen gesprüht werden. Am Ende werden sie wie die Becken und Wannen mit einem flusenfreien Tuch nachgetrocknet und poliert.

Fliesen

Fliesen können mit einem alkalischen (pH-Wert >10,5) oder neutralen (pH-Wert 6,0 – ≤8,0) Reiniger behandelt werden. Gegen Ablagerungen von Kalk und Urinstein werden schwach saure Reiniger (pH-Wert 3,0 – ≤6,0) angeboten. Diese dürfen jedoch niemals mit Marmor oder anderen Kalksteinen in Berührung kommen, da sie die Oberflächen angreifen. Die ebenfalls säureempfindlichen Zementfugen sollten vor der Reinigung vorgewässert und danach mit klarem Wasser gut nachgespült werden. Durch das Verwenden eines alkalischen Reinigungsmittels im Wechsel mit einem sauren Reiniger können auch Fett- und Ölverschmutzungen entfernt werden, Schimmelpilzprophylaxe inklusive. In Sanitärräumen von Gesundheitseinrichtungen und anderen hygienesensiblen Bereichen werden die genannten Reinigungsmittel durch Desinfektionsreiniger ersetzt beziehungsweise ergänzt.

Rutschhemmende Bodenfliesen sollten vor der manuellen Nassreinigung gefegt oder gesaugt werden, da beim Wischen grobe Verschmutzungen wie Haarrückstände nur schwer zu entfernen sind. Im Nassbereich müssen von Zeit zu Zeit die Fugen gereinigt werden. Empfehlenswert ist eine intervallweise Reinigung mit Hochdruckreinigern oder Scheuersaugmaschinen.

„Eine ganzheitliche Reinigungslösung mit System garantiert die besten Hygienestandards: Hochwertige Produkte, gezielte Anwenderschulungen für das Personal und das Bereitstellen von Hygieneplänen als Leitfaden für den Arbeitsalltag erleichtern die anfallenden Reinigungsarbeiten. Damit bilden sie die Basis für ein konstant hohes Hygieneniveau“, fasst Vertriebsmann Harald Lembacher zusammen.

Simone Bittner-Posavec, maintext | markus.targiel@holzmann-medien.de

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