Mitarbeiterführung -

Personalmanagement mit Coaching Reisebegleiter zum Wunschziel

Ein Coach ist hilfreich, wenn sich das eigene Denken nur noch im Kreis dreht. Er begleitet seinen Kunden, bis derjenige eine eigene Lösung für sein Problem findet – er ermöglicht die Grenzen des eigenen Denkens zu verlassen und eröffnet neue Perspektiven.

- Coaching kann in vielen Situationen weiterhelfen: Mitarbeiter stehen vor der ersten Führungsverantwortung und wissen nicht, ob und wie sie dieser gerecht werden können. Oder ein Unternehmen fragt: „Wir sind in dem, was wir tun, gut, jetzt wollen wir noch besser werden, aber wie?“ Es gibt natürlich auch sehr persönliche Ansätze wie: „Wenn ich Stress habe, kann ich nicht mehr klar denken“ und „ich habe einen wichtigen öffentlichen Auftritt. Wie gehe ich nur mit dem Lampenfieber um?“

Wer sich in einer solchen Situation befindet, möchte etwas verändern und verbessern. Meist braucht er dafür Hilfe von außen. Jemanden, der sich in seine Lage versetzen kann, der die Situation analysiert, den Kern der Problematik zu Tage fördert und dafür die neue Perspektive eröffnet. Ein Coach kann diese Rolle übernehmen.

Den Gegner im Kopf bezwingen

Die Analogie zum Sport ist augenscheinlich. So ließe sich fragen: „Was sollen wir eigentlich mit einem Coach? Ich bin doch kein Spitzensportler.“ Richtig und falsch.

Das mittelenglische Wort „coche“ bedeutet ursprünglich Kutsche, also ein Instrument, das einen von A nach B transportiert. Im übertragenen Sinn dient auch ein Sportcoach der Fortbewegung: Er verhilft einer Mannschaft, ans Ziel zu kommen, etwa die Meisterschaft zu gewinnen. Er ist dabei nicht einfach Trainer der sportlichen Fähigkeiten, sondern hat die Aufgabe, die Sportler als Berater, Betreuer und Motivator an die Spitze ihrer Leistungsfähigkeit zu begleiten. Dabei geht es auch und gerade um die mentalen Fähigkeiten der Personen. Diese Einsicht setzte sich allerdings erst Ende der 60er Jahre im Sportcoaching durch. Timothy Gallway nannte die neue Form 1974 „The inner game“. In seinem Buch beschäftigte er sich mit dem Kampf des Sportlers mit den Grenzen seines Denkens: „Der Gegner im eigenen Kopf ist viel schlimmer als der Gegner auf der anderen Seite des Netzes.“

Zu Beginn der 80er Jahre hielt das Coaching Einzug in die Chefetagen amerikanischer Unternehmen. Seither gibt es einen Coachingtrend, der Begriff ist regelrecht zum Modewort avanciert. Umso wichtiger ist es, zu klären, was Coach und Klient unter Coaching verstehen, was der Klient sich vom Coaching erhofft und inwieweit der Klient bereit ist, sich „zu bewegen“. Die Qualität eines Coachingprozesses wird von drei Faktoren bestimmt:

  • Qualität und Fähigkeiten des Coaches,
  • Bereitschaft des Kunden – auch Coachee genannt – „sich zu bewegen“ und Neues zu lernen,
  • Qualität der Beziehung zwischen Coach und Coachee.

Aus Träumen realistische Ziele machen

Praktische Coachingarbeit bedeutet die Fähigkeit aus Träumen Ziele zu machen und Hindernisse auf der Strecke zu erkennen, um diese zu überwinden oder umgehen zu lernen. Neben dem Ausbau der bestehenden Fähigkeiten und dem Aufbau neuer Fähigkeiten lernt der Coachee seine eigenen Grenzen zu erkennen, ihre Herkünfte zu verstehen und Wege zu erarbeiten, um diese „unsichtbaren Grenzen“ auszudehnen. Coaching hilft Klarheit und Überblick zu gewinnen und vermeintliche Probleme aus einer hilfreichen Perspektive neu zu betrachten – so kommt der Coachee schneller an sein Ziel.

Entscheidend für den Erfolg eines Coachingprozesses ist die Erarbeitung realistischer Ziele und die kontinuierliche Überprüfung dieser Ziele auf ihre Gültigkeit im Verlaufe des Prozesses.

Die eigene Lösung finden

Der Ablauf des Coachings (siehe unten stehende Grafik) orientiert sich an dem gesetzten Ziel und der Lösung für das bestehende Problem. Deshalb steht zuvorderst immer die Frage: „Was möchte der Kunde und was benötigt er, um dorthin zu gelangen?“ Der Fokus liegt immer darauf, dass der Kunde zu einer eigenen Lösung kommt. Der Coach fungiert nicht als Trainer oder Lehrer, der über Lösungsansätze referiert. Insofern versteht sich Coaching als echte Persönlichkeitsentwicklungsarbeit, bei welcher der Mensch im Mittelpunkt steht. Ein Coach hilft die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten und hat nicht die Absicht, die Vergangenheit zu „reparieren“, wie es bei einer Therapie der Fall sein kann.

Coaching in Unternehmen hat vor allem zum Ziel, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und Führungskräfte zu steigern, um damit die Leistungsfähigkeit und Effizienz des gesamten Unternehmens zu optimieren. Die Aufträge und Anlässe für Coaching sind dabei meist die Vorbereitung auf neue Aufgaben und Herausforderungen:

  • Verbesserung von Performance, Verhaltensfähigkeiten, Management- und Führungskompetenzen,
  • Verbesserung der Kommunikation, der sozialen und Beziehungskompetenz,
  • Selbstreflexion der persönlichen Wirkung auf sich und andere,
  • Verbesserung von Flexibilität, Kreativität und Spontanität,
  • Präventionsarbeit bei Burnout und Förderung der Work-Life–Balance.

Abhängig von den Coachingzielen findet die konkrete Coachingarbeit und damit der Coachingprozess auf unterschiedlichen Ebenen statt. Beabsichtigt ein Unternehmer etwa, das Unternehmen von einem Gebäudereinigungsunternehmen zu einem Fullservice-Anbieter zu entwickeln und entsprechend im Markt neu auszurichten, dann bedeutet dies auch Veränderung einer Unternehmensidentität. Ein Coachingprozess würde sich hierbei zunächst mit der Fragestellung „Wer sind wir?“ beschäftigen. Gilt es bei einem Coachingauftrag jedoch eine Führungskraft in ihrer Präsentationsfertigkeit zu unterstützen, so liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf den persönlichen Fähigkeiten.

Wie läuft Coaching ab?

Bei einem ersten Gespräch sollten Coach und potenzieller Coachee herausfinden, ob sie zueinander passen, sich vertrauen und zusammenarbeiten können. Je nachdem wird am Ende des Gesprächs oder kurz darauf der konkrete Auftrag mit Thema und Ziel, der zeitliche Rahmen, Konditionen und unter Umständen Reporting vereinbart. Nun beginnt der eigentliche Coachingprozess in Einzelterminen. Innerhalb des Coachingprozesses kann mit dem sogenannten Life-Check-Coaching, d.h. im Arbeitsprozess, gearbeitet werden oder es wird ein Rahmen außerhalb des beruflichen Alltags geschaffen, in dem persönliche Entwicklung und neues Lernen oft eher möglich sind. Der Coachingprozess wird von einem Profi mit Coachingmaßnahmen und offenen Fragen begleitet, z.B: Was möchten Sie gerne erreichen? Wenn Sie dieses Ziel erreicht haben, was bedeutet das dann für Sie? Woran werden Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben? Was könnte Sie auf den Weg davon abhalten, Ihr Ziel zu erreichen? Anders als ein Berater gibt nicht der Coach seinem Coachee vor, was er zu tun hat, sondern der Coach begleitet den Prozess, so dass sich der Coachee zu eigenen neuen Lösungen entwickeln kann. Ist das geschehen, gibt es noch ein Abschlussgespräch und wenn gewünscht zu einem späteren Zeitpunkt so genannte Follow-ups, welche die erfolgreiche Umsetzung und den Veränderungsprozess abprüfen sollen. Da es sich um eine äusserst verantwortungsvolle Aufgabe handelt und der Coach dabei ein besonderes Vertrauen genießt, ist es wichtig, den richtigen Coach auszuwählen.

Den richtigen Coach finden

Nicht jeder Coach passt zu jeder Mannschaft, fast eine Binsenweisheit. Es gibt Qualitätsstandards, die bei der Wahl helfen. Klären Sie mit einem Coach, ob er ein unverbindliches kostenfreies Vorgespräch anbietet. In diesem Gespräch sollten Qualitätsstandards für eine gemeinsame erfolgreiche Arbeit deutlich werden:

  • Verfügt der Coach über eine qualifizierte Berufsausbildung und Berufserfahrung?
  • Hat der Coach eine Coachingausbildung oder eine vergleichbare fundierte Weiterbildung genossen? Für ein qualifiziertes Coaching ist es wichtig, dass der Coach über ein Repertoire an Coachingtools und Interventionsmaßnahmen verfügt.
  • Verfügt der Coach über eigene Führungserfahrung?
  • Verfügt der Coach über Branchen-Know-how?
  • Verfügt der Coach über wichtige persönliche Fähigkeiten (aktives und emphatisches Zuhören, Kommunikationsstärke, Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Wahrnehmungsstärke, Beziehungskompetenz, Lebenserfahrung)?
  • Was tut der Coach zur Qualitätssicherung (Weiterbildung, Supervision, Video Feedback)?
  • Ist der Coach unabhängig und frei?
  • Hat der Coach darüber hinaus eine Spezialisierung wie Führungskräfte- oder Persönlichkeitscoaching?

Idealerweise ist das Ergebnis des Abgleichs dieser Merkmale eine vielversprechende Übereinstimmung zwischen Kundenbedürfnis und Coachingangebot. Dann steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit für das vereinbarte Ziel nichts mehr im Weg.

Eva Wieprecht |
www.eva-wieprecht.de

Lesen Sie auch das oben stehende Interview mit Eva Wieprecht, unserer neuen Fachautorin für Personalmanagement, Coaching und Beratung.

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