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Reinigungsroboter: Sonderkonjunktur durch Corona

Nach den jüngsten Zahlen des internationalen Robotik-Verbandes IFR hat sich die Nachfrage nach professionellen Reinigungsrobotern im Jahr 2020 nahezu verdoppelt. Mit ein Treiber des Wachstums: das Thema Desinfektion.

Konkret stieg die Nachfrage nach professionellen Reinigungsrobotern laut der International Federation of Robotics (IFR) im vergangenen Jahr um 92 Prozent auf 34.400 verkaufte Einheiten. Als Reaktion auf die steigenden Hygieneanforderungen in der Covid-19-Pandemie entwickelten mehr als 50 Anbieter Serviceroboter zur Desinfektion, die Flüssigkeiten versprühen oder mit ultraviolettem Licht arbeiten. Häufig bauen die Hersteller bereits bestehende mobile Robotermodelle zu Desinfektionsrobotern um. Das Potenzial für Desinfektionsroboter in Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen sei nach wie vor groß. Und auch der Absatz von professionellen Bodenreinigungsrobotern werde bis zum Jahr 2024 im Durchschnitt zweistellig zulegen – prognostiziert die IFR.

Der Gesamtmarkt für professionelle Serviceroboter legte 2020 um zwölf Prozent auf rund 6,7 Milliarden US-Dollar zu. Noch höher viel der Zuwachs gemessen an den abgesetzten Stückzahlen aus: plus 41 Prozent auf insgesamt 131.800 Einheiten. Zum Vergleich: Der Umsatz mit Servicerobotern für den privaten und häuslichen Gebrauch stieg um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar.

Markt für Servicerobotik 2020

Jeder dritte professionelle Serviceroboter wird den Analysten zufolge für den Transport von Waren oder Gütern eingesetzt. Der Umsatz mit autonomen mobilen Robotern (AMR) inklusive Lieferrobotern stieg um elf Prozent auf über eine Milliarde US-Dollar. Die meisten verkauften Einheiten kommen in Innenräumen zum Einsatz – beispielsweise in der Produktion oder in Lagerhäusern. Einen Trend gibt es für flexible Lösungen, mit denen die AMRs in komplexen Umgebungen agieren können – beispielsweise zusammen mit Gabelstaplern, anderen mobilen Robotern oder Menschen. Darüber hinaus gebe es ein starkes Marktpotenzial für Transportroboter mit Publikumsverkehr im Außenbereich, beispielsweise bei der Zustellung auf der letzten Meile. Die Vermarktungs- und Monetarisierungsmöglichkeiten hängen nach wie vor von der Einführung gesetzlicher Rahmenbedingungen ab, deren Fehlen derzeit in den meisten Ländern einem großflächigen Einsatz dieser Roboter noch im Wege steht.

Das ertragsstärkste Segment bei den professionellen Servicerobotern ist die Medizinrobotik mit einem Marktanteil von 55 Prozent im Jahr 2020. Dazu tragen vor allem Robotersysteme bei, die in der Chirurgie zum Einsatz kommen und die höchsten Einzelpreise erzielen.

Roboter im Hotel- und Gastgewerbe verzeichnen ebenfalls steigende Absatzerfolge und erzielten einen Umsatz von 249 Millionen US-Dollar. Insbesondere die Nachfrage nach Robotern für die Zubereitung von Speisen und Getränken stieg enorm – der Umsatz verdreifachte sich fast auf 32 Millionen US-Dollar (plus 196 Prozent). Das Potenzial für Roboter im Hotel- und Gastgewerbe sei nach wie vor groß und werde voraussichtlich ein mittleres zweistelliges jährliches Wachstum erzielen.

Weltweit gelten 80 Prozent der erfassten 1.050 Anbieter von Service-Robotern als etablierte Unternehmen, die vor mehr als fünf Jahren gegründet wurden. 47 Prozent der Anbieter kommen aus Europa, 27 Prozent aus Nordamerika und 25 Prozent aus Asien. / GH

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