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Reinigungsmittel: Gefahrstoff-Informationssystem wird ausgebaut

Reinigungschemikalien können zu gesundheitlichen Problemen führen, vor allem an der Haut aber auch an den Atemwegen. Damit es dazu nicht kommt, will sich die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) bei diesem Thema noch stärker engagieren.

Das Gefahrstoff-Informationssystem (Gisbau) der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) für Reinigungsprodukte soll ausgebaut werden.
Das Gefahrstoff-Informationssystem (Gisbau) der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) für Reinigungsprodukte soll ausgebaut werden. -

„Wir wollen daher unser Gefahrstoff-Informationssystem (Gisbau) für die Reinigungsprodukte noch weiter ausbauen und in der Branche bekannter machen“, sagte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG Bau. „Unser Ziel ist es, dass Reinigungsarbeiten zukünftig ausschließlich mit Produkten durchgeführt werden, die mit dem Gefahrstoff-Informationssystem-Code (Giscode) für Reinigungs- und Pflegemittel gekennzeichnet sind. Auch wir als BG Bau setzen das um. Für Reinigungsdienstleistungen in unseren Verwaltungsgebäuden wird dies ein Vergabekriterium sein“, erklärte Bergmann.

Hintergrund der Aktion sind Hinweise aus verschiedenen internationalen Studien zum Auftreten von Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit Reinigungstätigkeiten. „Auch wenn nur wenige solcher Erkrankungen im Reinigungsgewerbe als Berufskrankheiten gemeldet werden, gehen wir als BG Bau der Sache nach“, so Bergmann weiter. Denn die meisten Beschäftigten der Reinigungsbranche seien bei der BG Bau gesetzlich unfallversichert. Ziel sei es, mehr über die Auslöser der Atemwegsbeschwerden zu erforschen und die Arbeit mit Reinigungschemikalien noch sicherer zu machen. Bisher ist laut der Berufsgenossenschaft bekannt, dass es insbesondere bei Desinfektions- und Bleichmitteln sowie bei Sprühanwendungen zu Atemwegsproblemen kommen kann.

„Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Bau- und Reinigungsbranche sollen erkennen können, ob für ihre Beschäftigten beim Umgang mit bestimmten Produkten eine Gesundheitsgefährdung besteht. Und es sollte deutlich sein, ob solche Produkte gegen weniger gefährliche ausgetauscht werden können oder welche Schutzmaßnahmen notwendig sind“, so Bergmann. Deshalb habe die Berufsgenossenschaft zusammen mit Produktherstellern und Sozialpartnern das Giscode-System entwickelt. Dazu Bergmann: „Der Einsatz von Giscode spart den Reinigungsfirmen viel Aufwand und Zeit und er unterstützt das sichere Arbeiten.“

Alle Informationen, die der Giscode beinhaltet, sind im Netz unter www.wingis-online.de zu finden. Dort stehen neben umfassenden Informationen über Gefahrstoffe unter anderem Betriebsanweisungen in 16 Sprachen zur Verfügung. Zusätzlich sind dort Unterweisungshilfen abrufbar. Über den Giscode auf dem jeweiligen Produkt, zum Beispiel GS80 für ätzende Sanitärreiniger, erhält man weitere Informationen.

Das System ist kostenfrei und wird von der BG Bau ständig weiterentwickelt. Dazu sollen künftig noch mehr Reinigungsmittel erfasst, Inhaltsstoffangaben zum Teil aktualisiert, Spezialreiniger bewertet und Messungen durchgeführt werden. Dieses ehrgeizige Programm will die Berufsgenossenschaft zusammen mit den Produktherstellern in den kommenden Jahren umsetzen. / wz

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