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Reinigung einer Holzterrasse: Halbherzig ausgeführt

Im folgenden Schadensfall wurde ein Dienstleister aus dem Bereich GaLaBau mit der Reinigung einer Holzterrasse beauftragt. Das Ergebnis war mangelhaft, sodass eine komplette Nachreinigung erforderlich wurde.

Holz ist ein Naturprodukt und folglich kommt es bei den beliebten Holzterrassen zu witterungsbedingten optischen Veränderungen, die bei einer Reinigung entsprechend zu berücksichtigen sind. In diesem Fall erfolgte diese durch den beauftragten GaLaBau-­Dienstleister jedoch halbherzig. Der Objekteigentümer war mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

Wie auf Bild 1 zu sehen, drängte sich der Eindruck auf, dass die Holzterrasse lediglich mal eben schnell bearbeitet wurde. Zum Teil war deutlich zu sehen, dass Bereiche ausgelassen oder auch dass die Flächen nicht sorgfältig genug bearbeitet worden sind, sodass in den Nuten noch immer Verschmutzungen vorhanden waren.

Ursache für Vergrauung

Die gesamte Fläche musste leider noch einmal gereinigt werden, um ein homogenes Bild für ein anschließendes Ölen herzustellen. Denn die verlegten Holzdielen wiesen unterschiedliche Grautöne auf. Dieser Effekt sollte nach der Reinigung optisch nicht mehr sichtbar sein, weshalb einfarbig pigmentiertes Öl zur Anwendung kam.

Die Vergrauung des Holzes ist ein natürlicher Effekt und wird durch UV-Licht hervorgerufen. Das UV-Licht führt dazu, dass das im Holz enthaltene Lignin an der Oberfläche zersetzt wird und n ach dem Vergilben silbrig grau erscheint. Lignin ist ein Biopolymer und für die Druckfestigkeit des Holzes verantwortlich, wohingegen die im Holz enthaltene Zellulose für die Zugfestigkeit verantwortlich ist.

Oberflächen, die unerwünscht vergraut sind, können klassisch mittels Drahtbürste und Schleifpapier bearbeitet werden. In der Gebäudereinigung hat es sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, wenn hierbei Oxalsäure zum Einsatz kommt.

Homogene Optik durch Vorbehandlung und Nachölen

Vor der erneuten Reinigung der Terrasse wurde die Oberfläche daher unter Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen mit Oxalsäure behandelt. Anschließend wurde das Holz mittels einer Walzenbürstmaschine und einer Hochtiefbürste bearbeitet. Nach dem vollständigen Abtrocknen der Terrasse wurde diese mit einem farbig pigmentierten Öl behandelt, um eine homogene Optik zu erzielen.

Das Endergebnis (Bild 2) stellte den Objektbetreiber schließlich zufrieden und wird die Terrasse eine Zeit lang vor Verwitterung schützen können. Die Frage, die sich immer wieder stellt, ist, wann ein erneutes Reinigen und Ölen erforderlich werden. Meine Antwort hierauf ist tatsächlich immer: "Es kommt darauf an!" Mir ist durchaus bewusst, dass mit dieser schwammigen Aussage niemand etwas anfangen kann, aber wer gegen die Natur wettet, der hat bis jetzt noch immer verloren.

Jeder, der natürliche Materialien im Außenbereich verbaut, muss sich darüber im Klaren sein, dass Hitze, Regen, Frost und Schnee, aber auch Wind und Umweltverschmutzungen darauf Einfluss nehmen, wie sehr natürliche Werkstoffe in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher bin ich der Meinung, das Aussagen über Haltbarkeiten im Außenbereich mit Vorsicht zu genießen sind.

Sascha Hintze | markus.targiel@holzmann-medien.de

Tipp vom Gutachter: Sorgfältig prüfen und ausführen

Sascha Hintze

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger: "Auch beim Reinigen von Holzterrassen empfehle ich, Musterflächen anzulegen. Es gilt dabei zum einen, festzustellen, wie stark der Verschmutzungsgrad ist, und zum anderen, ob eventuell ein Altanstrich vorhanden ist, der mit üblichen Reinigungsmethoden nicht mehr zu entfernen ist.

Des Weiteren sollte auch vereinbart werden, welchen Zustand der Kunde wünscht, wenn nach der Reinigung ein Schutz aufgebracht wird: Naturbelassen oder farbpigmentiert? Die Reinigung sollte dann gleichmäßig und mit der nötigen Ruhe und Sorgfalt durchgeführt werden, um schlussendlich ein homogenes Ergebnis zu erzielen."


prüfen und ausführen
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