Praxis -

Ökologische Grünpflege: Was beim Mähen zu ­beachten ist

In Zeiten zunehmend intensiver Landnutzung und damit verbundenem Arten­sterben sind extensiv genutzte Flächen wie Streuobstwiesen, Gräben, Wegränder oder Straßenbegleitgrün ein wichtiger Lebens- und Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Wie lassen sich diese Flächen aus ­ökologischer Sicht richtig pflegen?

Der Naturschutz steht vor einem Dilemma, wenn es um das Mähen von Grünland geht. Zur Offenhaltung der Flächen und zur Sicherung einer vielfältigen Flora und damit verbunden wichtigem Lebensraum für eine reiche Fauna, ist extensives Mähen unumgänglich. Doch gleichzeitig werden durch die Mahd Tiere und Insekten zum einen verletzt und zum anderen schlagartig ihres Lebensraums beraubt. Doch was tun, wenn weder Mähen noch Nicht-Mähen das Richtige ist?

Hersteller wie zum Beispiel die Hochgrasmäher-Manu­faktur AS-Motor bieten für diese anspruchsvollen Einsatzbereiche, die gekennzeichnet sind durch Hanglagen, Verbuschung, hohes Gras und unwegsames Gelände, adäquate Mäher. Empfohlen wird daher, die Mahd extensiver Flächen an ökologischen Zusammenhängen und naturschutzfachlichen Zielsetzungen auszurichten. Immer mit dem Ziel, die Artenvielfalt zu erhalten und bestenfalls zu steigern.

Pflegehäufigkeit und -zeitraum beachten

Vor allem die Pflegehäufigkeit und der Pflegezeitraum haben einen entscheidenden Einfluss darauf, welche Tier- und Pflanzenarten sich dauerhaft auf einer Fläche ansiedeln. Leider gibt es keinen für alle Arten gleichzeitig idealen Pflegezeitraum. Bei jeder Pflegeplanung muss deshalb berücksichtigt werden, welche Arten geschützt und gefördert werden sollen.

Um die Auswirkungen der Mahd auf Flora und Fauna möglichst gering zu halten, sollten so wenig Eingriffe in die Fläche wie möglich, aber so viele wie nötig erfolgen. Keine Pflegemaßnahmen sind keine Option, da dadurch schützenswerte Pflanzen ihren Lebensraum verlieren. Um eine Verbuschung zu vermeiden, sind auf mitteleuropäischen Wiesen mindestens ein bis zwei Schnitte notwendig. Ausnahme bilden ­wenige Magerwiesen, bei denen es ausreicht, alle zwei bis drei Jahre zu mähen. Um einen ­nährstoffreichen Standort auszuhagern, sind zunächst zwei bis drei Schnitte sowie das Aufsammeln des Schnittgutes notwendig.

Um Tiere und Insekten zu schützen: So mähen Sie richtig

Hinsichtlich des Pflegezeitraums gilt es verstärkt, die Zielsetzung zu beachten, welche Arten im Fokus der Förderung stehen. Folgende Punkte sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Die erste Mahd muss vor Beginn der Vegetationsperiode, also bis Mitte März abgeschlossen sein, um Bodenbrüter nicht zu stören.
  • Blütenreiche Flächen sollten erst dann gemäht werden, wenn der Großteil der Pflanzen, mindestens aber 50 Prozent, verblüht sind und das Aussamen bereits erfolgt ist.
  • Bei hohem Insektenaufkommen sollte man in den frühen Morgenstunden oder in den späten Abendstunden mähen, wenn die Nektarsuchenden Insekten noch nicht da sind oder sich bereits wieder zurückgezogen haben. Weniger aktiv sind Insekten auch an kühleren oder windigen Tagen sowie bei bedecktem Himmel.
  • Um Vögel und Wildtiere zu schützen, sollte der erste Schnitt, wenn möglich, bis Mitte Juli hinausgeschoben werden.
  • Die beste Möglichkeit, um Wildtiere zu schützen, ist die Vergrämung am Vorabend durch Ablaufen der Flächen und das Setzen von Geruchsmarken.
  • Eine verzögerte Mahd in Richtung Sommer ist positiv für Pflanzen, Insekten und Spinnen.
  • Eine sehr späte Mahd im Herbst ist perfekt für Vögel, Säugetiere, Amphibien und Reptilien. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass sich eine sehr späte Mahd eventuell nachteilig auf die Artenvielfalt der Pflanzen auswirken könnte.
  • Das Mähen außerhalb der Vegetationsperiode ist nicht empfehlenswert, da das Schnittgut dann nicht umgesetzt wird und die Tiere in ihrer Winterruhe gestört werden.

In die richtige Richtung und nicht ­alles auf einmal mähen

Wesentlich, um Tiere und Insekten beim Mähen zu schützen, ist die Mahdrichtung. Experten empfehlen die Mahd von der Flächen-Mitte nach außen hin (siehe Abbildungen). Die sich auf der Fläche befindenden Tiere werden so zum Rand gedrängt und können im Schutze der Vegetation flüchten. Gleiches gilt für die Mahd in Streifen. Um Tiere am Boden oder herabfallende Insekten zu schützen, muss grundsätzlich eine Schnitthöhe von mindestens acht Zentimetern eingehalten werden.

Um wertvolle Lebens- und Rückzugsräume nicht zu zerstören, muss eine großflächige und zeitgleiche Mahd vermieden werden. Stattdessen sollten ungemähte Areale als Ausweich- und Fluchtflächen für Tiere erhalten bleiben. Hier können sich zudem Teilpopulationen der Flora ungestört weiterentwickeln und danach die gemähten Flächen wieder besiedeln. Diese sogenannten Altgrasstreifen sollten im Idealfall 10 × 50 Meter groß sein und erst im Folgejahr gemäht werden. Je nach Möglichkeit und Schutzziel sollten zehn bis 20 Prozent der Fläche ungemäht belassen werden. Empfohlen wird bei abschnittsweisem Mähen von Flächen das Prinzip der wandernden und rotierenden Brachstreifen (siehe Abbildungen). Wenn die gesamte Fläche hingegen innerhalb von zwei Wochen gemäht werden soll oder muss, ist die sogenannte Streifen- oder Mosaikmahd zu empfehlen.

Abschließend ist zu sagen, dass für eine ökologisch orientierte Landschaftspflege die genannten Empfehlungen relativ einfach umzusetzen sind und idealerweise zum Standard werden sollten. Zwar gibt es keine schützende Pflege für alle Tiere, jedoch ergeben sich bei Beachtung der aufgeführten Grundsätze viele kleine Verbesserungen, die den Fortbestand von Populationen entscheidend verbessern.

Quelle: AS-Motor | markus.targiel@holzmann-medien.de

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