Mitarbeiterführung -

Öfter mal Anerkennung ausdrücken „Nix gschimpft is gnug globt“

-Übertragen in den Alltag vieler Betriebe heißt das bayerisch-schwäbische Sprichwort in der Überschrift: Wenn der Chef nichts sagt, gilt das in manchen Unternehmen schon als Lob. Auf Dauer genügt das nicht, Mitarbeiter anzuspornen. Sie wollen doch hin und wieder tatsächlich mal ein gutes Wort hören. Sonst reagieren sie mit Resignation, Leistungsunlust, ja Verbitterung. Eine Gallup-Studie aus dem Jahr 2008 zeigt: Nur jedem fünften Arbeitnehmer wird für gute Arbeit Lob und Anerkennung gezollt. Fast sieben von zehn Beschäftigten beanstanden, dass bei der Arbeit das Interesse an ihnen als Mensch fehlt. Drei Viertel kritisieren, dass sie kein regelmäßiges Feedback über persönliche Fortschritte bei der Arbeit erhalten. Dr.Christine Scheitler, Expertin für Führungskräfteentwicklung, verweist auf die brisante Verquickung von zwei Faktoren:

  • Es wird zu viel als selbstverständlich angesehen.
  • Es wird in der Arbeitskraft zu wenig der Mensch gesehen.

Lob und Anerkennung sollten sich daher auf beides beziehen: auf die Leistung und auf die Eigenschaften und Verhaltensweisen einer Person. Leider gehe es, wenn überhaupt, im Arbeitsalltag nahezu nur um die Anerkennung einer Leistung. Und leider werde diese gute Leistung eben meist als Selbstverständlichkeit angesehen.

Fatal, meint sie, weil Lob und Anerkennung wirksame Leistungsstimulatoren seien. Sie zielten nämlich sowohl auf die unmittelbare Leistung als auch auf deren Dauerhaftigkeit. „Das berühmte gute Wort zur rechten Zeit bewirkt meist erheblich mehr als all die hochgestochenen akademischen Führungs- und Leistungsanreizsysteme.“ Ihr Rat: Weniger auf Führungstechniken und mehr auf Verhaltenswirkung setzen. Führen nach Rezeptbuch sei kein Er-folgsrezept, sondern bewirke eher das Gegenteil, weil oft der Mensch zu kurz komme. Arbeitsfreude gehe verloren, die Lust auf Leistung schwinde. Geld sei wichtig, aber für die unmittelbare Führungseffizienz sei gerade die emotionale Anerkennung wesentlich - sie sorge für die intrinsische Motivation und auch für die so wichtige innere Bindung an das Unternehmen.

Hartmut Volk

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