Pieter PoldervaartVerantwortlicher Redaktorpieter.poldervaart@rationell-reinigen.ch Nicht mit ­Kanonen auf Spatzen ­schiessen

Eugen Rieser, Verantwortlicher Redaktor mopSchweiz@rationell-reinigen.ch - © privat

Einverstanden: Grau-schwarzes Gespinst rund um die Aussenbeleuchtung nervt. Und wenn ganze Fassaden von handtellergrossen, eingestaubten Spinnennetzen verunziert werden, wertet das eine Liegenschaft ­optisch ab. Doch der Griff zur Giftspritze ist heikel, wie unser Beitrag (Seite CH.4 ff.) zeigt: Die angebotenen Mittel sind hochgiftig und schädigen nicht nur die für die meisten verlassenen Netze verantwortliche Mauerspinne, sondern auch Kleintiere und ihre Frassfeinde. Schliesslich gelangen die Rückstände in den Boden und in Ober­flächengewässer.

Langstielige Besen, im besonders hartnäckigen Fall auch die Hochdruckdüse, reichen längstens, um eine Fassade wieder auf Vordermann zu bringen und gleich auch anderen Staub und Schmutz zu entfernen. Anstriche mit spinnenabwehrenden Inhaltsstoffen hingegen, so die Fachleute des Kantonalen Labors Zürich, verlieren ihre Wirkung rasch, werden von der Sonne ausgebleicht oder vom Regen ausgewaschen.

Wie so oft ist Prävention der Königsweg: Wer eher auf dunkle Fassadenanstriche setzt, bietet den eingestaubten Gespinsten keinen optischen Kontrast. An glatten Fassaden fehlt den Spinnen der Halt, um ihre Fallen zu bauen. Besonders wirksam ist schliesslich, statt Dauerleuchten solche mit Bewegungsmelder zu installieren: Wo kaum Licht, da wenige Insekten – und kein attraktives Jagdrevier für die Mauerspinne. Nebenbei spart dieses System Strom und belästigt die Nachbarn weniger mit störendem Licht.

Ihr Schweiz-RedaktorPieter Poldervaart