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Serie „Mit Mitarbeiterbegeisterung Kunden gewinnen“ - Teil 1 Mythos Motivation?

Laut einer Studie des Harvard Business Manager rangiert ein gutes Arbeitsklima bei den Motivationsfaktoren auf Platz zwei hinter einem übergeordneten „Zufriedenheitsgefühl“. Wer sich zugehörig und im Team anerkannt fühlt, ist eher bereit, sich für die gemeinsame Sache ins Zeug zu legen. Eine exzellente Crew ist aufeinander eingespielt und diskutiert nicht lange, wer die Segel einholen oder das Deck schrubben soll.

-Die Diskussion zum Thema Motivation reisst seit Jahrzehnten nicht ab, und hartnäckig hält sich dabei der Glaube, es gäbe einen Knopf, auf den man nur zu drücken braucht, damit Mitarbeiter besser funktionieren. Doch so funktioniert die Sache nicht! Wer mehr will als ein Strohfeuer, sorgt am besten für ein dauerhaft motivierendes Arbeitsumfeld.

Letztlich steckt hinter der Frage, wie man seine Crew am besten motiviert, die Frage des eigenen Menschenbildes. Sind Menschen „von Natur aus“ eher träge, faul und unzuverlässig und müssen bei der Arbeit angetrieben und kontrolliert werden? Oder sind sie grundsätzlich leistungsbereit und bringen sich aktiv ein, wenn man ihnen Möglichkeiten dazu eröffnet?

Zuckerbrot oder Peitsche?

Im Alltagsverständnis geht es schlicht um die Frage: Zuckerbrot oder Peitsche - was wirkt besser? Zahlreiche Untersuchungen bestätigen inzwischen, dass man mit dem Zuckerbrot weiter kommt. Starre Vorgaben und Gängeleien schüchtern ein und machen unselbstständig. Wer immer gesagt bekommt, was er tun soll, macht irgendwann nur noch das, was man ihm sagt.

Hinzu kommt: Wer Angst hat, denkt schlechter. Wer je unter einem cholerischen Mathematiklehrer gelitten hat, weiss, dass ihm unter dieser Fuchtel oft die einfachsten Dinge nicht einfallen wollten. Wieso sollte da bei Mitarbeitern die „Peitschenstrategie“ besser funktionieren?

Dass es immer wieder Mitarbeiter gibt, die durch Lethargie oder Anspruchsdenken förmlich dazu provozieren, Druck auf sie auszuüben, steht auf einem anderen Blatt. Da sind klare Ansagen gefragt, und es wird Fälle geben, in denen eine Trennung die beste Lösung ist. Aber gerade in diesen schwierigen Fällen erreicht man mit autoritärem Auftreten keine wirklich guten und dauerhaften Erfolge. Dafür bremst man mit autoritärem Gestus gleich jene mit aus, die eigentlich von sich aus wollen und eher Freiraum und positive Bestärkung brauchen.

Motivatoren ähneln sich

Gutes Arbeitsklima, persönliche Wertschätzung, Anerkennung für das Geleistete, Eigenverantwortung und Zielklarheit sind ein gutes Rezept für hohe Motivation im Unternehmen. Bleibt noch die enorm spannende Frage, ob alle Menschen durch dieselben Dinge zu motivieren sind oder ob es da Unterschiede gibt. Kurz gesagt: Grundsätzlich sind die genannten Motivatoren für jeden Mann und jede Frau relevant. Wer legt keinen Wert auf Wertschätzung? Wer hasst es nicht, gegängelt zu werden?

Dennoch gibt es graduelle Unterschiede. Der eine Mitarbeiter braucht besonders viel Lob und Bestätigung; ein anderer nicht ganz so viel. Nicht alle Menschen wollen für dieselben Dinge gelobt werden. Der eine sucht fachliche Anerkennung, der andere möchte eher für seine Freundlichkeit und menschlichen Qualitäten gewürdigt werden.

Auch was Mitarbeiter als „Gängelei“ empfinden, variiert je nach Kompetenz, Naturell und Erfahrungshintergrund. Und schliesslich hängt es auch von der Lebenssituation ab, womit Mitarbeiter vollends begeistert werden können. Kinderbetreuungsmöglichkeiten und familienfreundliche Arbeitszeiten sind für junge Mitarbeiter heute z.B. ein dicker Pluspunkt.

Das Erfolgsmodell der Zukunft: Der GEISTlauf

Gebäudereiniger, die sich für eine Begeisterungskultur entscheiden, merken schnell, dass es nur möglich ist, diese Kultur erfolgreich zu leben, wenn alle Mitarbeiter mitziehen. Kundenbegeisterung geht nicht ohne Mitarbeiterbegeisterung, und für diese Begeisterung müssen Unternehmen in der Gebäudereinigung als Führungskräfte in der Praxis aktiv sorgen. Nur so kann der GEISTlauf wirksam werden (siehe Grafik).

Begeisterung ist ein Kreislauf, der zwischen dem Chef, den Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden stattfindet und nicht unterbrochen werden darf. Motivierte Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter gut führen, bewirken Begeisterung, und motivierte Mitarbeiter begeistern wiederum die Kunden. Der Schlüssel in diesem Erfolgskreislauf ist ein positiver GEIST im Unternehmen. Unter GEIST verstehen wir die Summe der Wertvorstellungen und Kernziele, die das tägliche Handeln in einer Praxis und den Umgang der Menschen miteinander ebenso prägt wie die Wirkung nach aussen. Eine solche gelebte Begeisterungskultur liefert die Leitplanken für das tägliche Handeln.

Ganz schön kompliziert, meinen Sie? Gar nicht anders als bei echter Kundenbegeisterung. Hier wie da gilt die MMMM-Regel: „Man muss Menschen mögen“ - eben bereit sein, genau hinzuschauen, und sich dafür auch die Zeit nehmen!

Resultat dieser Haltung sind eine positive Einstellung zu den Leuten im Unternehmen und echtes Interesse an ihnen. Denn wenn Sie erreichen möchten, dass Ihre Mitarbeiter sich für Ihre Kunden wirklich ins Zeug legen, legen Sie sich am besten für Ihre Mitarbeiter ins Zeug. So bringen Sie den GEISTlauf der BeGEISTerung am wirksamsten in Bewegung.

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