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Mitarbeiterbindung: Punkten mit Mobilität

Von Job-Ticket über Dienstrad-Leasing bis zu Mobilitätsbudgets: Attraktive Angebote für die Beschäftigten stärken die Bindung ans Unternehmen und können dazu bei­tragen, Nachwuchs und neue Fachkräfte im Gebäudereiniger-Handwerk zu gewinnen. Nicht zuletzt sparen Arbeitgeber und Mitarbeiter kräftig Steuern.

Welche Bedeutung der Faktor Mobilität für die Motivation haben kann, weiß Professor Armin Trost. "Die Rekrutierung des Personals in Kleinbetrieben ­erfolgt meist innerhalb der Region.“ Nach Erfahrung des Lehrstuhlinhabers an der Business School der Hochschule Furtwangen sprechen sich dadurch ­"innovative Angebote herum und hinterlassen jenseits der finan­ziellen Anreize in bestimmten Zielgruppen bleibenden Eindruck“. Handwerksunternehmen könnten ­damit im Wettbewerb um Fachkräfte durchaus punkten: „Im Vorfeld sollten die Betriebe jedoch ­analysieren, ­welche Kandidaten sie suchen und ­welche Leistungen für diese attraktiv sind.“ Wie immer muss der Köder natürlich dem Fisch schmecken.

"Generell läuft in mittelständischen Unternehmen viel über Fahrgemeinschaften, wenn es um die Auszubildenden geht“, weiß Michael Schramek, Geschäftsführer von Ecolibro. Gleichwohl rät der Spezialist für betriebliches Mobilitätsmanagement, andere Möglichkeiten mitzudenken, um im Wettbewerb um Auszubildende und junge Fachkräfte zu punkten. Neben dem Dienstrad-Leasing oder dem Bike-Sharing sei vor allem in Städten das Elektro-Lastenrad eine unterschätzte Alternative. "Es ist nicht nur attraktiv, weil es oft ein vollwertiges Arbeitsmittel ist, sondern der Mitarbeiter kann damit auch nach Hause fahren.“ Das Ganze sei zudem steuerfrei, wenn es der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt übernimmt. Zudem gebe es in einzelnen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen extra Förderungen für ­Lastenräder.

Job-Ticket für junge Mitarbeiter

Eine andere Option stellt das Job-Ticket zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel dar: "Vor allem junge ­Leute ohne Führerschein sind so flexibel und können sowohl zum Arbeitsplatz als auch zu vielen Baustellen fahren.“ Denn für das Job-Ticket gibt es keine Kilo­meterbegrenzung.

Darüber hinaus entstehen für den ländlichen Raum mit schlechter ÖPNV-Anbindung derzeit viele neue ­Konzepte. Ecolibro-Geschäftsführer ­Michael ­Schramek verweist dabei vor allem auf das Car­sharing, bei dem mehrere Mitarbeiter gemeinsam aus entlegeneren ­Regionen zur Arbeit in die Stadt fahren. Dort werden die Fahrzeuge tagsüber entweder geschäftlich vom Unternehmen oder von Anwohnern genutzt. Abends kutschieren die Pendler mit dem Kleinbus dann ­wieder nach Hause.

Es gibt viele Möglichkeiten

Die verschiedenen Dienste können Unternehmen aber auch nach Bedarf bündeln und ein Mobilitätsbudget bereitstellen. Die Mitarbeiter haben dann die freie Wahl, für welche Fortbewegungsart sie den Betrag in Anspruch nehmen. "Arbeitgeber brauchen dafür ­jedoch einen Dienstleister, der ­sowohl die ­gesamten Prozesse als auch die steuerlichen Rahmen­bedingungen Tool-gestützt in einer App abbildet“, sagt Michael Schramek. Als Beispiele nennt er Start-ups wie ­Mobiko und Lofino. Er empfiehlt, sich die passenden Angebote aus dem Portfolio an neuen ­Alternativen herauszupicken.

Aus steuerlicher Sicht bergen die verschiedenen Dienste jedenfalls viele Vorteile. So sind etwa die Job-Tickets respektive Tickets im ÖPNV oder Linienverkehr für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte steuerfrei, wenn der Arbeitgeber sie zum ohnehin ­geschuldeten Lohn finanziert. "Die Steuerbefreiung gilt auch für das Dienstrad-Leasing, wenn das in Paragraf 37 Einkommensteuergesetz geregelte Zusätzlichkeitskriterium erfüllt ist“, sagt Steuerberater Oliver Hagen aus Berlin.

Mitarbeiter am Leasing beteiligen

In den meisten Fällen beteiligen Unternehmen ­ihre Mitarbeiter aber am Bike-Leasing. Entweder der ­Arbeitgeber zahlt einen Teil der Rate und der Arbeitnehmer leistet den anderen aus dem Nettogehalt. Oder das Leasing erfolgt über eine Bruttogehalts­umwandlung. Bei dieser Variante ist seit 2020 nur noch ein Viertel des Bruttolistenpreises als ­Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil von einem Prozent monatlich vom Arbeitnehmer zu versteuern. Mobilität können Unternehmen bis zur Grenze von 44 Euro auch als Sachlohnbezug fördern. Das bietet sich für andere Alternativen zum Job-­Ticket oder Dienstrad-Leasing wie zum Beispiel Bike-­Sharing und Tanken an. Der Sachlohnbezug ist ebenfalls steuerfrei, wenn er zusätzlich geleistet wird.

Mobilität: Was Chefs ihren Mitarbeitern bieten können

Neben dem klassischen Firmenwagen können Betriebe ihre Mitarbeiter auf vielen Wegen dabei unterstützen, mobil und flexibel zu sein. Im Kommen ist vor allem das Fahrrad, das inzwischen auch zum Lastentransport taugt.

Bike-Leasing: Vom klassischen Fahrrad über das Rennrad bis zum E-Bike: Die Modelle können als Diensträder in der Regel über drei oder vier Jahre bei spezialisierten Anbietern geleast werden. Dazu gehören Bicicli, Bikeleasing-Service, Businessbike, Company Bike Solutions, Eurorad, Jobrad, Lease-a-Bike oder Mein-Dienstrad. Auf den Webseiten wie beispielsweise bei Businessbike oder Jobrad sind auch Online-Rechner integriert, mit denen sich die Vorteile respektive Belastungen kalkulieren lassen.

Bike-Sharing: In immer mehr Städten können Bewohner ein E-Bike oder einen E-Roller über eine bestimmte Zeit auch ­mieten. Anbieter sind etwa Nextbike, Ride-Abo und Swapfiets.

Job-Ticket: Unternehmen können Streckenkarten oder Karten für Fahrten in einem Zeitraum für bestimmte Strecken oder in einem Gebiet beim regionalen oder überregionalen Verkehrsunternehmen meist zu Sonderkonditionen für ihre Mitarbeiter kaufen. Die Rabatte und Leistungen unterscheiden sich je nach Region. Auskünfte gibt es bei den jeweiligen Verkehrsverbünden oder der Deutschen Bahn.

Carsharing: Unternehmen mieten bei den Anbietern Autos für ihre Mitarbeiter und bilden darüber etwa auch Fahrgemein­schaften, die damit den Weg zur Arbeit und zurück absolvieren. Wo sich welche Carsharing-Unternehmen mit Stationen ­befinden, ist größtenteils auf der Seite des deutschen Bundes­verbandes unter carsharing.de abrufbar.

Mobilitätsbudget: Betriebe geben einen bestimmten Betrag pro Monat für die Mobilität des Mitarbeiters aus. Dieses Budget wird vom Nutzer je nach Bedarf für das jeweils benötigte Verkehrsmittel eingesetzt. Dienstleister, die solche Lösungen IT-gestützt managen, sind beispielsweise Benefits & more, Lofino und Mobiko.

Autos für Azubis: Damit Unternehmen junge Leute für die Ausbildung gewinnen und halten können, hat etwa die ­Servicegesellschaft Deutsches Handwerk das Angebot „Azubi Auto“ aufgelegt. Mitglieder können bei der Einkaufsgesellschaft Kleinwagen mit Nachlässen erwerben. Der Fahrer versteuert die Nutzung mit dem geldwerten Vorteil von einem Prozent des Bruttolistenpreises.

Ein Blick über das Gebäudereiniger-Handwerk ­hinaus: Bis zu zwei Diensträder kann sich ein Mitarbeiter der Firma Haga Metallbau im unterfränkischen Hofheim für drei Jahre leasen. Davon macht die Belegschaft seit der Einführung im Frühjahr 2019 regen Gebrauch. "Während der Corona-Krise ist die Nachfrage unter unseren rund 300 Angestellten nochmals deutlich gestiegen“, sagt Personalleiterin Carmen Klopf. Sie liefert gleich die Gründe: "Nicht wenige verbringen hierzulande ihren Urlaub mit Radtouren und halten sich damit fit.“

45 Bikes hat der Handwerksbetrieb inzwischen ­beschafft, die zu rund 60 Prozent aus Pedelecs und 40 Prozent aus Rädern ohne Hilfsantrieb bestehen. Obwohl der Neuwert pro Stück bis zu 10.000 Euro ­betragen darf, halten die Mitarbeiter Maß. Der aktu­elle Durchschnittswert beläuft sich auf rund 3.000 Euro. Die Bikes werden vom Unternehmen, das auf die Planung, Herstellung und Montage von Fenstern, Türen und Fassaden aus Aluminium, Stahl und Glas spezialisiert ist, via Jobrad geleast. Der Nutzer kann sein Rad über alle bei der Jobrad-Plattform gelisteten Händler beziehen. Ist der Wunschhändler nicht dabei, kann er Partner bei Jobrad werden, muss jedoch für alle nicht selbst akquirierten Kunden sieben Prozent Rabatt auf den Verkaufspreis (maximal 238 Euro) gewähren. Da Jobrad jedoch schon sehr viele Händler als Partner hat, kommt dieser Fall eher selten vor, wie Carmen Klopf bestätigt: "Bisher sind alle Händler beim Dienstleister gelistet gewesen.“

Attraktiv sein als Arbeitgeber

Die Leasingrate plus optionales Servicepaket, das eine Inspektion pro Jahr beinhaltet, zahlt der Mitarbeiter via Gehaltsumwandlung aus dem Bruttolohn. Von ihm wird der geldwerte Vorteil aus der Nutzung mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage versteuert. Der Arbeitgeber übernimmt die Versicherung über die Laufzeit des Leasingvertrages.

Carmen Klopf freut sich, dass das Modell ange­nommen wird. "Wir haben uns gefragt, was wir noch tun können, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein“, erläutert die Personalverantwortliche. Ergebnis der Debatte: die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, bei dem das Dienstrad-Leasing ein wichtiger Bestandteil ist. "Die Beschäftigten ­schätzen es, dass sie einen persönlichen Vorteil h­aben und mit dem zweiten Fahrrad auch ihren Partner ins Boot ­holen können“, meint Carmen Klopf. Einige seien nach der Übergabe des Rades explizit noch mal auf sie zugekommen und hätten sich bedankt. Auch kommt es in Bewerbungsgesprächen gut an, wenn sie das Angebot erwähnt.

Darüber hinaus bringt das Modell für den Betrieb auch betriebswirtschaftliche Vorteile: Durch den Abzug der Leasingrate vom Bruttolohn werden die ­ Steuer- und Sozialabgaben gemindert. "Zugleich bleibt der Verwaltungsaufwand gering, weil ich das Dienstrad-Leasing zentral für unsere Mitarbeiter an den drei Standorten über das Portal managen und auch den Entgeltumwandlungsvertrag daraus unmittelbar generieren kann“, erläutert die Personalleiterin.

(Quelle: handwerk magazin)

Annemarie Schneider | heike.holland@holzmann-medien.de

Was halten Unternehmensvertreter aus dem Gebäudereiniger-Handwerk von Mobilitätsangeboten als Mittel zur Mitarbeiterbindung? rationell reinigen hat nachgefragt.

Rhett Weikamm: Zufriedene Mitarbeiter, zufriedene Kunden

Rhett Weikamm, Geschäftsführer, Gebäudeservice Weikamm, Hamburg

Rhett Weikamm, Geschäftsführer, Gebäudeservice Weikamm, Hamburg: "Schon immer war das Thema Mobilität bei uns ein zentraler Punkt bei der Gewinnung von neuen Beschäftigten. Schließlich müssen zum Beispiel unsere Reinigungskräfte zu den Objekten kommen und das Problem, dass bei abgelegenen Orten der Bus nicht mehr fährt, ist am Ende das Problem des Dienstleisters.

Vor diesem Hintergrund ist bei uns die Stellung eines Dienstwagens auch zur privaten Nutzung seit vielen Jahren der Standard. Dabei bemerken wir einen Trend vom rein funktionalen Fuhrpark hin zum Motivationsfuhrpark mit entsprechenden Freiheiten bei Fahrzeug- und Ausstattungswahl. Häufig unterstützen wir zudem Mitarbeiter mit eigenem Fahrzeug, indem wir großzügige Fahrtkostenerstattung gewähren. Zusätzlich bieten wir allen Mitarbeitern ein stark verbilligtes Job-Ticket für den ÖPNV oder eine BahnCard. Auch das Dienst-E-Bike ist bei uns zu einer beliebten Alternative geworden. Wir haben zum Beispiel ein Pool-E-Bike, das für Fahrten zum Kunden genutzt werden kann. Bei Terminen in der Innenstadt gewinnt das E-Bike immer gegen das Auto. Inzwischen geschaffene Velo-Routen sind eine weitere Verbesserung. Einige Mitarbeiter haben auch sehr trendige E-Bikes als Alternative zum Dienstwagen bekommen. Dabei haben wir uns für den Kauf entschieden. Die entsprechenden Leasing- oder Mietmodelle konnten uns bisher nicht überzeugen. Auch mit Carsharing haben wir Erfahrungen gesammelt. Diese Mobilitätsalternative hat uns bisher am wenigsten überzeugt. In den Innenstädten muss das Carsharing-Fahrzeug an bestimmten Orten abgestellt werden (natürlich weit weg vom Objekt) oder das Objekt liegt außerhalb der erlaubten Carsharing-Zone.

Mitarbeitermotivation und Etablierung einer Arbeitgebermarke sind zentrale Anliegen unserer Unternehmensphilosophie. Die Liste der „Goodies“ und „Benefits“ ist lang: Firmen-Events, flexible Arbeitszeiten, Dienstwagen, Diensthandy, freie Getränke, Obstkorb, Massage etc.. Wir arbeiten täglich daran, für unsere Mitarbeiter ein gutes Umfeld und gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie durch eine Top-Motivation gerne auch eine Top-Leistung für unsere Kunden bringen. Bewertungen auf Job-Portalen wie kununu geben uns Recht und erleichtern uns die Besetzung freier Stellen. Wir glauben, dass zufriedene Mitarbeiter für zufriedene Kunden sorgen und damit wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen. "

Arnulf Piepenbrock: Fahrradleasing ist einer von vielen Bausteinen

Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter, Piepenbrock, Osnabrück

Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter, Piepenbrock, Osnabrück: "Die Mitarbeiter sind das Herzstück unseres Unternehmens und tragen unmittelbar zum Geschäftserfolg bei. Sie ­machen uns zu dem, was wir sind: ein seit mehr als 100 Jahren ­erfolgreiches Familienunternehmen. Daher ist es uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind und es auch langfristig ­bleiben. Basis dafür sind pünktliche Lohnzahlungen und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus setzen wir auf verschiedene Mitarbeiterangebote. Dazu zählt unter anderem unser Dienstfahrradleasing.

Gestartet sind wir mit einem Pilotprojekt in Osnabrück. Anfang 2020 wurde das Konzept dann bundesweit für alle Mitarbeiter ausgerollt. Ob herkömmliches Rad oder E-Bike – für jeden ist etwas dabei. Die Fahrräder können bei mehr als 2.500 Fachhändlern ausgesucht und natürlich unbegrenzt privat genutzt werden. Die Leasingraten laufen ganz ­einfach über eine Gehaltsumwandlung und durch die günstigen ­Steuerregeln für Diensträder sparen die Mitarbeiter noch zusätzlich.

Radfahren macht Spaß, ist umweltfreundlich und gesundheitsfördernd. Staus und Parkplatzprobleme sind kein ­Thema mehr: eben einfach gelebte Mobilität der Zukunft. Das Fahrradleasing fügt sich damit optimal in unsere nachhaltige Unternehmensausrichtung ein. Wir freuen uns sehr, dass bereits mehrere hundert Mitarbeiter dieses Angebot nutzen. In puncto Mitarbeiterzufriedenheit ist das Fahrradleasing einer von vielen Bausteinen und Luft nach oben ist natürlich immer – wir planen daher laufend weitere Maßnahmen, um unsere Arbeitgeberattraktivität zu steigern. "

Jens Breer: Mobilitätsangebote sind nur eine Möglichkeit

Jens Breer, Geschäftsführer, Breer Gebäudedienste, Iserlohn

Jens Breer, Geschäftsführer, Breer Gebäudedienste, Iserlohn: "Als Unternehmer ist man immer gefordert, mit Fantasie und Ideen Mitarbeiter zu akquirieren und zu binden. Mobilitäts­angebote sind dabei eine Möglichkeit. Sie müssen aber ­regional unterschiedlich und individuell ausfallen. Wir sind zum Beispiel mehr in ländlichen Regionen tätig, mit schlechter Anbindung an Bus und Bahn. Die bergige Landschaft und nicht angepasste Radinfrastruktur sind für Radfahrer eine große Herausforderung. Hinzu kommt: Beschäftigte in der Gebäude­reinigung, die körperlich arbeiten, haben häufig wenig Interesse daran, sich auch noch auf dem Weg zur Arbeit zu verausgaben. Andererseits kann ein Fahr­rad natürlich durchaus attraktiv sein, da viele Reinigungskräfte weder Führerschein noch Auto haben. Auch Job-Tickets halte ich grundsätzlich für interessant (wenn die Anbindung stimmt), da für Minijobber ein Monatsticket im Verhältnis oft zu teuer ist.

Für Büroangestellte kommen Angebote wie Fahräder oder E-Bikes wohl eher in Frage – meiner Meinung nach aber mit einer Eigenbeteilung, damit eine Eigenverantwortung übernommen wird. Auch für Azubis kann eine solche Unterstützung interessant sein. Zuschüsse für Führerschein- oder Fahrzeugkosten könnten weitere Anreize für Auszubildende sein, im Unternehmen zu bleiben. Leider passiert es ja immer wieder, das gutausgebildete Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Meines Erachtens erreicht man eine Bindung der Mitarbeiter aber nicht allein durch ein Fahrrad oder durch Über­nahme der Führerscheinkosten – sondern durch ein insgesamt gutes ­Arbeitsklima, fairen Umgang, offene Fehlerkultur, Unter­stützung auch bei privaten Themen und Eingehen auf individuelle Bedürfnisse. Das ist für viele Betriebe eine ­Mammutaufgabe.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie müssen Gebäude­reinigungs­­unternehmen ja noch flexibler agieren und reagieren. Gefordert ist, nicht nur die Mitarbeiter in den Objekten zu organisieren, sondern auch die Abläufe in der eigenen Verwaltung täglich anzupassen. Wer ist im Homeoffice? Welche Mutter muss ihr Kind oder ihre Eltern zu Hause versorgen? Wer meldet sich krank und was genau ist die Ursache? Bleibt die Frage: Wie motivieren sich eigentlich die Chefs gerade? "

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