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Harald Nagy - ein Extremsportler und Organisationstalent Mit Vollgas zu Wasser und zu Land

Manche Berufe scheinen überhaupt nicht zusammenzupassen, haben in Wirklichkeit dennoch viele Gemeinsamkeiten oder Voraussetzungen, die man mitbringen muss, um wirkungsorientiert an einem „großen Rad“ zu drehen. Wie man erfolgreich im Management Board des führenden österreichischen Hausbetreuers Attensam arbeitet und gleichzeitig eine spezialisierte Event agentur führt, die vor allem Jetskirennen organisiert, zeigt Harald Nagy aus Wien.

-Der stets braun gebrannte, sportliche Sonnyboy könnte bei der ersten Begegnung glatt als amerikanischer Surflehrer durchgehen. Tatsächlich hat der durchtrainierte Enddreißiger Ende der 80er Jahre in Los Angeles drei Jahre Event-Marketing studiert und damit den amerikanischen Lebensstil inhaliert und verinnerlicht. Doch man soll sich von den Äußerlichkeiten nicht auf die falsche Fährte locken lassen. Neben dem beachtlichen Organisationstalent und dem korrekten Umgang mit Menschen - vom jungen Sportler bis zum gesetzten Marketingdirektor eines Großkonzerns - gehört abgesehen von der schier unbändigen Energie vor allem äußerste Ruhe, um nicht zu sagen Kaltblütigkeit, zum Markenzeichen des vielseitigen Sportlers, der nicht nur als Eventunternehmer, sondern und vor allem als Manager eine beachtliche Karriere gemacht hat.

Als er vor zwei Jahren von Oliver Attensam, Inhaber des gleichnamigen Hausbetreuungs-Dienstleisters, als Vertriebsleiter gerufen und eingestellt wurde, war seine einzige Bedingung, seine Eventagentur weiterhin „nebenbei“ betreiben zu dürfen, was ihm sofort zugesichert wurde. Heute ist „Harry“, wie er in der Sportszene von allen genannt wird, bei Attensam für den Vertrieb in Wien und damit für 24 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst direkt verantwortlich. Es gehören somit 1.200 Mitarbeiter und zwei Drittel des 45 Millionen Umsatzes von Attensam zu seinem Verantwortungsbereich.

Was für andere bereits mehr als ein Fulltimejob wäre, bereichert der begeisterte Skifahrer und Bergsteiger („Beim Kilimandscharo musste ich letztes Jahr aufgrund der Höhenkrankheit leider 300 m unterhalb des Gipfels umkehren.“) um das Organisieren von laut- und publikumsstarken Großevents. Was 1993 im kroatischen Umag als Sommeropening mit einigen hundert Besuchern klein begann, mauserte sich bald zu deutlich größeren Dimensionen.

Zum Skiopening in Obertauern kamen dann Mitte der 90er Jahre zur von der CHW Eventagentur (nach den Anfangsbuchstaben der Gründer Christian, Harald und Wolfgang) organisierten Vollgasparty bereits 15.000 Amüsierwillige. Das Herz von Harald Nagy hängt aber immer noch an den Jetskirennen.

Von 2003 bis 2006 organisierte der Veranstaltungsprofi die Landesmeisterschaft mit insgesamt sechs Rennen und erzielte damit einen Veranstaltungsumsatz von 300.000 Euro. Ein weiterer Höhepunkt in seiner Veranstalterkarriere war 2005. Als international anerkannter Spazialist organisierte sein Team in Reifnitz am Wörthersee im sonnigen Kärnten („Wir konnten mit 160 Topfahrern aus der ganzen Welt die Crème de la Crème der Szene ins Binnenland Österreich locken.“) ein Europameisterschaftsrennen, zu dem über 12.000 Besucher kamen.

Der richtige Durchbruch in noch ganz andere, nie geplante Dimensionen kam dann 2006, als Harald Nagy dank guter Kontakte zum Veranstalter die Freestyle-Championstour beim größten Open-Air-Festival Europas, beim Donauinselfest in Wien, organisieren konnte. Von den über drei (!) Millionen Festivalbesuchern ließen sich vier Jahre hintereinander zwischen 300.000 und 500.000 die spektakulären Rennen und Vorführungen der Formel-1-Künstler des Wassers nicht entgehen. Extreme Geschwindigkeiten, waghalsige Sprünge und haarsträubende Stunts begeisterten das Publikum, das stundenlang trotz praller Sonne am Ufer der Donauinsel ausharrte.

Solche Megaevents sind für Harald Nagy nur mit einem Team durchführbar, auf das man sich blind verlassen können muss. Diese Teamarbeit, das Erreichen von scheinbar unerreichbaren Zielen, das Improvisationstalent und die absolute Ruhe, wenn wieder einmal etwas schiefgeht („2008 hätten wir wegen des Hochwassers fast absagen müsssen, ein echter Treppenwitz für unsere Sportart!“), gehören für den mental starken Manager auch zu seinem Arbeitsalltag bei den täglichen Dienstleistungen seines Arbeitgebers Attensam. Gerade im Dienstleistungsbereich sind die Softskills des stets freundlich lächelnden, aber trotz seiner verbindlichen Art beinharten Verhandlers, gefragt und werden in einem immer mehr fordernden Wettbewerb geradezu eine Grundvoraussetzung für große Erfolge und nachhaltiger Weiterentwicklung.

Gerade seine Erfahrungen mit seiner Eventagentur haben dem sportlichen Vielarbeiter in seinem Managementjob sehr geholfen. Wer sich in einem sehr fordernden Umfeld langjährig bewährt, dem hilft dieser Hintergrund in so mancher schwieriger oder gar als aussichtslos scheinenden Situation weiter. Dies heißt aber nicht, dass alles, was leicht aussieht, auch leicht zustande kommt. Genau wie im Zirkus, wo die tollsten Kunststücke mit unglaublicher Leichtigkeit vorgeführt werden, müssen die Akteure viele Jahre hindurch hart daran arbeiten, dass es eben so leicht für den Zuschauer rüberkommt. Im Management ist zwar weniger die Leichtigkeit gefragt als die Ergebnisverantwortung. An dieser Messlatte hat Harlad Nagy aber in seinem oft 16-Stunden-Arbeitstag eben auch veritable Erfolge vorzuweisen.

Sein Verhandlungsgeschick ist nun in Zeiten schrumpfender Marketingbudgets besonders gefragt. Nach spannenden Sponsorvertragsverhandlungen mit Red Bull, Erste Bank, Pepsi oder dem AWD ist er zwar mit allen Wassern gewaschen, muss sich aber auch nach der wirtschaftlich kleineren Decke strecken. Während vor zwei Jahren das Geld noch in Strömen floss und Massenveranstaltungen angesagt waren, organisiert die Eventagentur heute mehr und mehr kleine, aber feine Firmenveranstaltungen, wie ein Company-Race mit Publikumstag in Tulln. Bereits ab 30 Personen gibt es ein maßgeschneidertes Paket, welches von vielen Firmen auch in Sparzeiten zur Mitarbeitermotivation oder zum Teambuilding gerne gebucht wird.

Für die Zukunft hat der leidenschaftlich „Wassermoped“-Fahrer, der selbst sechs der trendigen Sportgeräte besitzt, noch viel vor. Das operative Geschäft in der Eventagentur hat er in jüngere Hände gegeben („Das ist nicht nur eine Frage des Alters, aber man wird nach vielen Jahren einfach ein wenig betriebsblind.“) und kümmert sich nun vorrangig um Sponsoren, Kontakte und Controlling. Damit bleibt ihm wieder etwas mehr Zeit für die persönliche Weiterentwicklung im Mental- und Managementbereich.

Gefährliche Überfahrt

Neben der sportlichen Herausforderung, den höchsten Berg von Afrika doch noch zu bezwingen („Ich kann aber in Ruhe darauf warten, bis es soweit ist, und habe keinen krankhaften Ehrgeiz, wie manche Bergkameraden, die sich von Trägern praktisch zum Gipfel schleppen haben lassen.“), hat der in einer festen Partnerschaft lebende Sport- und Genussmensch für die nahe Zukunft ein großes Ziel: In seiner Dienst- und Lieblingsstadt Klosterneuburg ein schönes Haus zu bauen. Dagegen wirkt das sportliche Highlight für dieses Jahr nur scheinbar bescheiden. Die Überquerung der oft rauen Meerespassage von Italien nach Kroatien mit dem Jetski ist mit 53 nautischen Seemeilen für einen sehr durchtrainierten Sportler bei guten Verhältnissen möglich und durchführbar. Die mentale Herausforderung ist aber eine ungleich stärkere. Es ist auf dieser Strecke schon so mancher größerer Segler in Seenot geraten oder vom Kurs abgekommen. Dies ist Harald Nagy zum Glück weder beruflich noch privat passiert.

Thomas Mayrhofer | markus.targiel@holzmann-medien.de

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