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Keine Annäherung in der zweiten Tarifrunde

Am 3. September hat in Köln die zweite Runde der Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk stattgefunden. Nach sieben Stunden wurden die Gespräche zwischen der IG BAU und dem BIV ein weiteres Mal ergebnislos vertagt – und zwar auf den 20. Oktober.

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist mit knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk. Die IG BAU fordert im Rahmen der aktuellen Tarifrunde ein Plus von 1,20 Euro auf den tariflichen Mindestlohn, dazu 80 Stundenlöhne Weihnachtsgeld.

"Angesichts der schwersten Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte ist die Gesamtforderung von 15,5 Prozent, von der die IG BAU auch heute nicht abrücken wollte, keine seriöse Gesprächsgrundlage“, so Christian Kloevekorn, Verhandlungsführer der BIV-Tarifkommission, zur erneuten Vertagung der Tarifverhandlungen. Kloevekorn weiter: "Automobilindustrie, Luftfahrt, Veranstaltungsbranche oder Tourismus – ganze Wirtschaftszweige sind aufgrund der Coronakrise in existentiellen Nöten. Die Konjunkturaussichten für die kommenden Jahre sind vage, die Arbeitslosigkeit steigt – das beeinflusst natürlich unsere Branche: Die Gebäudereinigung ist ein von Kunden und Konjunktur hochgradig abhängiges Dienstleistungs-Handwerk."

Seitens der IG BAU heißt es: "Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene für eine gesunde Gesellschaft und funktionierende Wirtschaft sind. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Angebot für diejenigen, die täglich für wenig Geld ihre Gesundheit aufs Spiel setzen!"

Laut BIV haben die Arbeitgeber zugesagt, in der dritten Tarifrunde ein entsprechendes Angebot vorzulegen. / GH

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Baumgarten

Realität und Wahnsinn

"Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene für eine gesunde Gesellschaft und funktionierende Wirtschaft sind."

Weise Worte der IG-Bau aber leider falsch adressiert. Eventuell sollte die Systemrelevanz unserer Mitarbeiter mit der Politik diskutiert und auch von dort einmal honoriert werden. RLP hat die Systemrelevanz in der momentanen Krise nicht einmal offiziell anerkannt, Bonuszahlungen und Förderprogramme gibt es wie immer nur für extrem lobbystarke Branchen (#Autoindustrie). Der Preisdruck in unserer Branche ist nicht neu und solange Kunden nicht Bereit sind mehr zu zahlen können wir auch leider unsere Mitarbeiter nicht höher entlohnen.

Wir beschäftigen in unserer Branche mehr als 700.000 Mitarbeiter sind aber nicht in der Lage uns in der Politik Gehör zu verschaffen.
Die Abschaffung der Meisterpflicht (um nur ein Beispiel zu nennen) und die daraus resultierende Stärkung der Landläufigen Aussage "Putzen kann ja jeder!" bestätigt das nur allzu deutlich.