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Innung Dortmund blickt auf 100-jähriges Bestehen zurück

Am 21. Juni 1921 hatten sich zwölf Firmen aus Dortmund und Umgebung zur „Freien Innung für das Glas- und Gebäudereinigungsgewerbe“ zusammengeschlossen und damit den Grundstein für die erste berufsständische Organisation des Handwerks in der Region gelegt. Nun blickt die Gebäudereiniger-Innung Dortmund auf 100-jähriges Bestehen zurück.

Rund 25 Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft konnte Obermeister Kai-Gerhard Kullick bei einer Feierstunde in kleinem Kreis begrüßen. Der Festakt, der pandemiebedingt nur mit wenigen Gästen in der Schulungsstätte der Innung stattfinden konnte, war genau auf den Gründungstag der Standesvertretung des Gebäudereiniger-Handwerks gelegt worden. 2022 soll ein großes Fest mit vielen Gästen folgen.

"Zeichen der Zeit erkannt"

In seiner Festansprache würdigte Obermeister Kai-Gerhard Kullik die Verdienste der Gründungsväter, allen voran August Berg und Paul Spodeck, deren Hauptziel es war, die Anerkennung der jungen Gebäudereinigung als Vollhandwerk und damit als Lehrberuf voranzutreiben: "Die Gründer unserer Innung erkannten damals die Zeichen der Zeit und legten den Grundstock für den Erfolg unseres Handwerks." Der technische Fortschritt vor allem in der Architektur hatte eine Professionalisierung und Spezialisierung des Handwerks notwendig gemacht, insbesondere beim Reinigen von Glasflächen. "Wie gut diese Idee war, beweisen die rasanten Wachstumszahlen unserer Branche", sagte Kai-Gerhard Kullik. Mit 42 Betrieben und 5.000 Beschäftigten in einer Region, die von Dortmund über Hamm bis nach Lippstadt und nach Südwestfalen reicht, gehöre das Gebäudereiniger-Handwerk heute zu den beschäftigungsintensivsten Handwerken überhaupt. In Deutschland zähle das Gebäudereiniger-Handwerk insgesamt 26.000 Betriebe mit 700.000 Beschäftigten, so viel wie kein anderes Handwerk. "Seit 100 Jahren passen wir uns den wachsenden Herausforderungen und den technischen Entwicklungen immer wieder an, erschließen uns neue Arbeits- und Aufgabenbereiche bis hin zur heutigen zunehmenden Automatisierung und Spezialisierung im Handwerk 4.0.", sagte Kai-Gerhard Kullik und fügte hinzu: "Nie zuvor waren die Chancen so groß und nie zuvor waren unsere Betriebe so gefragt wie in dieser Zeit."

Blick in die Geschichte

Ehrenobermeister Gerhard Kullik, Vater des amtierenden Obermeisters und mit 84 Jahren einer der dienstältesten anwesenden Gebäudereinigermeister, warf in seiner Rede einen Blick zurück. "Wir waren kein Betrieb, wir waren eine Familie", berichtete Gerhard Kullik, der auf insgesamt 18 Dienstjahre als Obermeister und sieben als stellvertretender Obermeister zurückblicken kann. "Wir hatten einen Kegelclub aus Mitarbeitern, einen Sparclub und sogar eine eigene Fußballmannschaft, mit der wir in Hörde im Goystadion auch gegen andere Gebäudereinigerbetriebe gespielt haben." Und auch in der Innung habe man vieles gemeinsam erreicht. "Wir haben 1977 in Brackel unsere Schulungsstätt aufgebaut – die erste in ganz Deutschland. Alle haben mitgeholfen und renoviert. Wir hatten hohe Ansprüche, waren Pioniere, haben unser Handwerk auf Landes- und Bundesebene vorangebracht. Unsere Kollegen waren Freunde und wir waren ein Team, das sich für unseren Beruf und den beruflichen Nachwuchs eingesetzt hat." Auch heute noch könne ohne diesen Zusammenhalt kein Betrieb und keine Innung funktionieren. "Ich bin gefragt worden, was ich einem Auszubildenden heute mit auf den Weg geben würde. Meine Botschaft ist: Lieben Sie den Beruf des Gebäudereinigers. Er ist es wert", schloss Gerhard Kullik.

Werte weitergeben

Geschäftsführer Volker Walters erinnerte mit Blick auf den Veranstaltungsort in seiner Rede an die gemeinsamen Werte der Innung, die die Standesorganisation seit mittlerweile 100 Jahren in der Ausbildung vermittelt. "Wir geben jungen Menschen nicht nur das handwerkliche Rüstzeug mit auf dem Weg", sagte Volker Walters, "sondern auch menschliche Werte wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Fleiß und Freundlichkeit im Umgang mit den Kunden." Der Erfolg einer Innung sei aber nicht nur ihren Mitgliedsbetrieben zu verdanken, sondern vor allem den Menschen, die sich in den Ehrenämtern engagieren und denen, die sie dabei unterstützen, sagte der Geschäftsführer und sprach allen Innungsmitgliedern seinen Dank aus, die sich mit großem Engagement für die Zukunft der Gebäudereiniger-Handwerks einsetzen.

Festschrift auch zum Download

Zur Erinnerung an die Entwicklung der Branche hat die Gebäudereiniger-Innung eine Festschrift mit wichtigen Eckdaten ihrer Geschichte herausgebracht. Das Heft im Umfang von 16 Seiten kann bei der Geschäftsstelle angefordert und auch im Internet unter https://gebaeudereiniger.handwerk-dortmund.de/ heruntergeladen werden.

Großes Fest soll 2022 stattfinden

Da die Innung die ursprünglich vorgesehenen großen Feierlichkeiten nicht durchführen konnte, sollen sie in einem Jahr, beim 101-jährigen Jubiläum der Innung, nachgeholt werden – und zwar am 17. und 18. Juni 2022. / HH

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