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Ein Jahr danach ... „Im Gebäude­reiniger-Handwerk wird es niemals langweilig “

Im November 2017 überzeugte Jonas Vetter im Mannheimer Technoseum beim ­Bundesleistungswettbewerb des Gebäudereiniger-Handwerks mit herausragenden Kenntnissen und holte sich den Titel des bundesweit jahrgangsbesten Gesellen. ­Die Entscheidung für die Gebäudereinigung hat er, nicht nur vor dem Hintergrund des Sieges beim Bundesleistungswettbewerb, nie bereut.

Im Gespräch mit rationell reinigen und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks erzählt Jonas Vetter, wie es ihm seither ergangen ist, was er angehenden Gesellen mit auf den Weg gibt und wie er sich vom beruflichen Stress erholt.

Vor knapp einem Jahr gewannen Sie den Bundesleistungswett­bewerb des Gebäudereiniger-Handwerks. Wie ist es Ihnen seither ergangen?

Seit dem Bundesleistungswettbewerb habe ich viele neue Eindrücke aus dem Berufsalltag des Gebäudereinigers sammeln können. Der Bundessieg hat mir geholfen, mein Können unter Beweis zu stellen und im Arbeitsalltag viele verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen zu dürfen. Außerdem wurde ich von vielen Kollegen, Kunden und Lieferanten wiedererkannt, die mich auf den Bundessieg angesprochen haben. Ich finde es schön, wie viele Kontakte ich während und nach dem Wettbewerb knüpfen konnte. Auch dies sehe ich als große Chance für mich.

Welche Inhalte der Ausbildung sind Ihnen heute besonders hilfreich?

Besonders hilfreich ist für mich das praktische Denken, das mir die Ausbildung vermittelt hat. Eine durchdachte Herangehensweise kann einem einiges an Arbeit ersparen. Das Hinterfragen von Arbeitsabläufen und Reinigungsprozessen führt zu einer effektiveren Arbeitsweise und einem besseren Arbeitsergebnis.

Was sollte Ihrer Meinung nach jemand mitbringen, der die Ausbildung im Gebäudereiniger-Handwerk absolvieren möchte?

Eine wichtige Voraussetzung für Gebäudereiniger ist die Höhentauglichkeit, da beispielsweise Glasreinigungen sehr oft von Leitern oder Hubarbeitsbühnen aus durchgeführt werden. Hilfreich ist auch ein großes Interesse an Chemie und an der Funktionsweise von Maschinen und Geräten. Man sollte gerne unterwegs sein und gerne mit Menschen zu tun haben, da der Kundenkontakt ebenfalls eine große Rolle spielt.

Was möchten Sie jungen Azubis unbedingt mit auf den Weg geben?

Junge Leute sollten sich auf keinen Fall durch negative Kommentare und Vorurteile davon abbringen lassen, den Beruf Gebäude­reiniger zu erlernen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man anfangs nicht direkt erkennt, wie vielfältig und anspruchsvoll die Arbeit sein kann. Ich empfehle jedem, sich über den Beruf zu informieren, und versichere, dass es im Gebäudereiniger-Handwerk niemals langweilig wird. Die Gebäudedienstleistung bietet gute Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Für den Sieger des Bundesleistungswettbewerbs gab es 2.500 Euro Preisgeld. Verraten Sie uns, wie Sie es investiert haben?

Ein Großteil des Geldes ist in die Einrichtung meiner ersten eigenen Wohnung geflossen, den Rest habe ich in einen Urlaub investiert.

Sie hatten vor Ihrer Ausbildung ein Studium der Informatik begonnen, es jedoch nach kurzer Zeit wieder beendet. War es aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung?

Es war die bessere Entscheidung, da ich jetzt zufriedener bin als damals. Ich liebe die abwechslungsreiche Arbeit an täglich wechselnden Arbeitsorten mit immer neuen Aufgaben. Als Informatiker hätte ich überwiegend im Büro gearbeitet, was für mich auf Dauer zu eintönig geworden wäre. Letztendlich gibt es auch einige Studiengänge, die sich auf die Gebäudereinigung beziehen, sodass es auch nicht ausgeschlossen ist, als Gebäudereiniger ein Studium anzuhängen.

Die Arbeit in der Gebäudereinigung kann recht anstrengend sein. Wie halten Sie sich fit für den Job, womit verbringen Sie Ihre Freizeit, was sind Ihre Hobbys?

In meiner Freizeit treibe ich sehr gerne Sport. Unter anderem gehe ich nach Arbeitschluss mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio, wo ich mich wunderbar auspowern und den Kopf vom Arbeitsstress freibekommen kann. Da ich beruflich viel unterwegs bin, kann ich mein zweites großes Hobby, das Radfahren, meist nur am Wochenende ausüben. Dann setze ich mich auf mein Mountainbike und fahre Touren rund um Heidelberg oder gehe auch mal in einen Bikepark, wo sich die Natur in vollen Zügen genießen lässt. Im Winter steige ich dann gerne um vom Mountainbike auf Ski und Snowboard.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Als Nächstes werde ich am Meisterkurs teilnehmen, um noch mehr über meinen Beruf zu lernen und so mehr Führungsverantwortung übernehmen zu können.

Steffi Reuter peter.hartmann@holzmann-medien.de

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