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IG Bau prangert Unternehmen online an

Im Rahmen der Verhandlungen zum Rahmentarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk stellt die IG Bau den Branchenriesen Piepenbrok an den Online-Pranger. Der BIV bezeichnet diese Aktion als "öffentliche Dreckschleuderei" und "scheinheilige Propaganda".

Während der laufenden Tarifverhandlungen zum Rahmentarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk veröffentlichte die IG BAU vor kurzem online einen sogenannten "Dirty-Job-Pranger". Denn nach Darstellung der Gewerkschaft nutzen viele Unternehmen der Gebäudereiniger-Branche den gegenwärtig tariflosen Zustand, um Reinigungskräfte durch die "Änderung von Arbeitsverträgen zu deutlich schlechteren Konditionen zu beschäftigen."

Am "Dirty-Job-Pranger" ist momentan ein Piepenbrock-Arbeitsvertrag veröffentlicht, der laut IG BAU einem bereits zuvor dort beschäftigten Gebäudereiniger angeboten wurde. Zuschläge für Arbeit an Sonn-und Feiertagen sowie für Nachtarbeit seien gekürzt, der tarifliche Urlaubsanspruch "klammheimlich" auf das gesetzliche Mindestmaß zusammengestrichen worden. Neben Piepenbrock aus Osnabrück will die Gewerkschaft in den kommenden Tagen weitere Unternehmen nennen.

BIV bezeichnet Online-Pranger als "scheinheilige Propaganda"

Hierzu erklärt Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV): "Was die IG BAU hier macht, ist nichts anderes als öffentliche Dreckschleuderei auf Unternehmen, die sich an Recht und Gesetz halten und die jederzeit bereit sind, sich wieder einem vernünftigem Rahmentarifvertrag anzuschließen.

Die Propaganda der IG BAU ist scheinheilig, die Gewerkschaft sollte lieber schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die IG BAU hat unser Angebot mit mehr Urlaub, einer Zuschlagsausdehnung in der Industriereinigung oder Zuschlägen, von denen Vollzeit- sowie Teilzeitbeschäftigte profitieren, bisher glatt abgelehnt.

Regelungen sind juristisch einwandfrei

Als Folge dessen trägt die IG BAU die Verantwortung dafür, dass es in der tariflosen Übergangsphase zum Teil Regelungen gibt, die von Betrieb zu Betrieb variieren können, die juristisch aber einwandfrei sind.

Da der Rahmentarifvertrag mit den Löhnen überhaupt nichts zu tun hat, gehen viele Vorwürfe vollkommen an der Realität vorbei. Der Lohn in der Gebäudereinigung wird in einem eigenständigen Lohntarifvertrag geregelt, und hier haben IG BAU und Arbeitgeber für die Jahre 2018 bis 2020 deutlich steigende Tariflöhne ausgehandelt.

IG Bau soll an den Verhandlungstisch zurückkehren

Durch die auch von der IG BAU gefeierte Lohnangleichung Ost/West im Jahr 2020 steigen die Löhne der Reinigungskräfte im Osten um fast 20 Prozent. Die IG BAU muss endlich einsehen, dass aufgrund dieser enormen Kraftanstrengung kein Raum für eine zusätzliche Lohnerhöhung vor 2021 durch das geforderte Weihnachtsgeld besteht. Für 2021 hat die Arbeitgeberseite längst Gespräche hierüber angeboten. Auch das wird von der IG BAU vollständig ignoriert."

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Lesen Sie passend zu dem Thema das Interview mit Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich in der Deutschen Handwerks Zeitung. Dort erklärt er, warum sich Gewerkschaft und Bundesinnungsverband bisher nicht einigen konnten, wie sich der Arbeitskräftemangel auf die Branche auswirkt und warum Multi-Kulti ein Vorteil ist.

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