Praxis -

Hotelreinigung: Effektive Prozesse sind gefragt

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist ­hygienische Sicherheit in Hotels besonders wichtig. Hierbei kommt es auf effektive Reinigungsprozesse und einen ganzheitlichen Ansatz an.

Laub im Eingangsbereich, Staub auf den Zimmerpflanzen, Fingerabdrücke am ­Fenster: Kleine Details prägen das Gefühl, das ein Hotelgast beim Betreten seiner Bleibe hat. Diese erste Wahrnehmung kann ungewollt auf andere Bereiche wie ­Zimmer oder ­Sanitärbereich abfärben. Da Sauberkeit, Hygiene und Gesundheit aktuell stark im Fokus stehen, sind effektive Reinigungsprozesse für Hotelbetriebe noch wichtiger als bisher.

Vom Parkplatz über die ­Rezeption zur Sitzgelegenheit

Ob Geschäfts- oder Urlaubsreise – das Ankommen fängt häufig beim Abstellen des Autos an. Um bereits hier einen angenehmen Eindruck zu vermitteln und zu verhindern, dass Schmutz von außen nach innen getragen wird, eignen sich verschiedene Maßnahmen. Parkplatz und Eingangsbereich sollten, je nach Größe, mit handgeführten Kehrmaschinen oder Aufsitzmodellen von Staub und Schmutz befreit werden. Gegen das Laub im Herbst empfiehlt sich der Einsatz eines Akku-­Laubbläsers oder -Laubsaugers, der für den Anwender leicht zu handhaben und für Hotelgäste von der Lautstärke her nicht störend ist. Verfügt ein Betrieb über Grünanlagen, so sollten auch diese regelmäßig fachmännisch gepflegt werden.

Am Eingang sind meist Teppiche oder Schmutzfangmatten zu finden, die nach Bedarf mit einem Elektro­besen oder einem Teppichbürstsauger saubergemacht werden können. In der nassen Jahreszeit eignet sich auch ein Nass-/Trockensauger für die Reinigung zwischendurch. Im ­Foyer sind meist textile Laufwege verlegt, die mit einem Teppichbürstsauger sauber gehalten werden können. Wendige Scheuersaugmaschinen sind die richtige Lösung, um die meist hochpolierten Steinböden im gewünschten Glanz erstrahlen zu lassen. Sind Sitzgelegenheiten vorhanden, sollte man die Stühle regelmäßig absaugen oder feucht abreiben. Topfpflanzen werden häufig übersehen, sollten aber regelmäßig gegossen und mit einem feuchten oder staubbindenden Tuch von störenden ­Fusseln befreit werden.

Die Rezeption ist der Bereich, der mit Blick auf Hygiene und die Verhinderung von Keimübertragung die wichtigste Rolle spielt. Vor dem Schalter bietet es sich an, Gästen ein Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen. Kontaktflächen, die von vielen Menschen berührt werden, sollten regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Um zu verhindern, dass die vielerorts angebrachten Plexiglasscheiben schnell verkratzen oder blind werden, sollten sie mit einem feinen, sauber gewaschenen Mikrofasertuch und Wasser sauber gemacht werden. Wird zusätzlich ein Reinigungsmittel eingesetzt, darf es nicht stark alkalisch oder stark sauer sein. Für die Mitarbeiter des Hotels ist der Bereich hinter dem Schalter beim Schichtwechsel auf relevante Aspekte zu prüfen – Telefon und Schreibtisch beispielsweise sollten gereinigt und desinfiziert werden. Ansonsten gilt die Devise, dass vor Antritt einer Schicht alle Mitarbeiter Hände waschen und desinfizieren sollen, um eine Keimübertragung untereinander zu ­verhindern.

So gelingt die Hotelreinigung

Durch Gänge, über Treppen oder in ­Fahrstühlen

Je nach Größe der Anlage verfügen Hotels bisweilen über einige Kilometer Flure, die vielerorts mit Teppich ausgestattet sind. Um bei dessen Reinigung Zeit und Kraftaufwand zu sparen, empfiehlt sich die Verwendung von batteriebetriebenen Aufsteh-Teppichbürstsaugern. Bei anderen Bodenbelägen kommen wie im Foyer Scheuersaugmaschinen zum Einsatz, die zu Größe und Beschaffenheit der jeweiligen Flächen passen sollten.

Im Treppenhaus lassen sich textile, elastische oder Steinbeläge gleichermaßen für den Anwender komfortabel mit einem Rucksack-Akkusauger sauber halten. Von Vorteil ist vor allem, dass somit das Kabel als Stolperfalle entfällt und unnötige ­Wege von und zur letzten beziehungs­weise nächsten Steckdose entfallen. Alternativ sind am Markt Mini-­Scheuermaschinen ­erhältlich, die ergonomisches und schnelles Arbeiten ermöglichen. Je nach Tageszeit empfiehlt sich bei viel Publikumsverkehr eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Handläufe im ­Treppenhaus.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und häufigen Frequentierung sind Fahrstühle ein besonders sensibler Bereich. Alle Kontaktflächen sollten mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert werden. Teppich kann mit Akku-Staubsaugern von Schmutz befreit werden, andere Bodenbeläge lassen sich schnell und effizient mit Breitwisch­geräten reinigen. Handelt es sich um einen verglasten oder verspiegelten Fahrstuhl, so sind die Flächen gut mit handlichen Fenster- und Oberflächensaugern zu bearbeiten. Sie nehmen das Wasser wieder auf und vermeiden so Rutschgefahr oder Verunreinigungen durch Spritzwasser.

Systematisches Vorgehen ist wichtig

Die Unterhaltsreinigung im Alltag findet unter Zeitdruck statt – umso wichtiger ist systematisches Vorgehen, um für den Gast das nötige Wohlfühlen zu schaffen. Übli­cherweise werden zunächst die Betten frisch bezogen, bevor die Oberflächen im Zimmer sowie das Bad gereinigt werden. Dabei kommen zwei Arbeitstechniken zum Einsatz: Die Farbmethode hilft dabei, keine Verunreinigungen von einem zum nächsten Einsatzort zu verschleppen: Blau verwendet man für Oberflächen, Gelb für den Sanitärbereich (Waschbecken und Dusche), Rot für Urinal und Toilette, Grün für besondere Einsätze, beispielsweise die Desinfektion.

Die zweite, hilfreiche Arbeitstechnik ist die 16-fach-­Tuchfaltmethode, die für den Anwender von der Handhabung deutlich ergonomischer ist als das Hantieren mit schweren, mit Wasser gefüllten Eimern. Das Reinigungstuch wird dreimal jeweils zur Hälfte gefaltet (einmal nach unten und zweimal zur Seite), so dass insgesamt 16 Seiten entstehen. In einem Eimer wird eine genau definierte Menge gefaltete Tücher mit einer vorgegebenen Menge Reinigungsmittel getränkt. Sie saugen sich voll und sind einsatzbereit. Nun wischt man jede Oberfläche mit einer frischen Seite ab. Hat man jede Seite benutzt, wirft man das Tuch ab und verwendet ein neues. Nach der Reinigung der Oberflächen können Kontaktflächen zusätzlich desinfiziert werden.

Als Bodenbelag ist in Hotelzimmern häufig Teppich anzutreffen, der mit einem Teppichbürstsauger schnell und effektiv gereinigt werden kann. Kleine Flecken lassen sich mit einem Fleckendetachourmittel beseitigen. Dabei ist lediglich wichtig, von außen nach innen zu arbeiten, um den Fleck nicht zu verteilen. Ist ein Zimmer ein paar Tage nicht belegt, kann auch das Sprühextraktionsverfahren genutzt werden, um Flecken zu entfernen. Die Trocknungsdauer beträgt dabei allerdings sechs bis acht Stunden.

Der gepflegte Spa-Bereich

So schön ein Saunagang nach einem Arbeits- oder Urlaubstag sein mag, so wichtig ist Sauberkeit in diesem sensiblen Umfeld. Ein wesentlicher Punkt ist der Barfußbereich, bei dem es gilt, die Ausbreitung von Fußpilz auf den Fußböden zu vermeiden. Setzt man saure und alkalische Reinigungsmittel im Wechsel ein, entzieht man mit der Entfernung von mineralischem und organischem Schmutz unerwünschten „Gästen“ die Lebensgrundlage. Zu beachten ist lediglich, dass bei zementhaltigen Fugen und Fliesen der Boden vor dem Einsatz säurehaltiger Mittel gewässert werden sollte. Die Oberflächen saugen sich dadurch mit Wasser voll und werden nicht geschädigt.

Wer die mechanische Kraft von kompakten Scheuersaug- oder Einscheibenmaschinen nutzt und Böden damit nachhaltig sauber hält, kann den zusätzlichen Aufwand für deren Desinfektion vermeiden. Um das gewünschte Reinigungsergebnis zu erreichen, ohne Schäden hervorzurufen, ist vor allem die Wahl der richtigen Bürsten oder Pads für die Maschinen relevant. Grobstrukturierte Fliesen lassen sich besonders gut mit Hochtiefbürstenwalzen bearbeiten, wohingegen feinstrukturierte Fliesen eher Mikrofaserwalzen benötigen. Bei kleineren Räumlichkeiten sind auch ein kleiner Hochdruckreiniger mit Becherschaumlanze oder ein Breitwischgerät zur manuellen Reinigung geeignet.

Für eine Grundreinigung von Wänden oder Liegen bietet sich je nach Platzverhältnissen ein Dampfreiniger an. Fussel­freie Frotteetücher in Kombination mit einer großen Bodendüse ermöglichen eine wirkungsvolle Reinigung von größeren Flächen.

Ein gutes Ergebnis erreichen

Dieser kurze Überblick zeigt, dass neben den großen, augenscheinlichen Aufgaben der Zimmerreinigung viele Aufgaben zu erledigen sind, um in einem Hotel in Summe Sauberkeit und Hygiene sicherzustellen. Wer in die richtige Reinigungstechnik und das passende Reinigungskonzept investiert, entlastet sein Personal und erzielt in kürzerer Zeit bessere Ergebnisse. Das ist auf Dauer auch kostengünstiger und schafft das, worauf alle Hoteliers aus sind – zufriedene Gäste, die wiederkommen.

Alexandra Lachner, freie Journalistin, Samuel Scheerer, Kärcher | markus.targiel@holzmann-medien.de

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