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Holzböden im Wellness- und Spabereich richtig reinigen

Die Reinigung und Pflege von Holzböden stellt für Gebäudereiniger eine große Herausforderung dar. Insbesondere in Wellness- oder Spabereichen kann es zu Oberflächenschäden kommen. Was Sie grundsätzlich über Holzbeläge wissen sollten und wie Sie Oberflächenschäden vermeiden.

Für Oberflächenschäden auf Holzböden gibt es verschiedene Gründe, die beim Einbau der Böden in "Nassräume" beachtet werden sollten.

  • Als Erstes muss bedacht werden, wie viel Wasser im Laufe des Tages in den Bereich mit Holzboden eingetragen wird. Kann das Wasser zwischendurch durch weitere Maßnahmen (etwa Zwischenreinigungen) wieder entfernt werden oder muss das eingetragene Wasser von alleine wieder auftrocknen?
  • Wie hoch sind die Fracht und die Art an eingetragenen Mineralien oder anderer Substanzen (Salze, Shampoo, Hautcreme und Ähnliches), welche sich beim Auftrocknen auf dem Belag ablagern?
  • Müssen Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden?
  • Welche Holzsorten sollen eingebaut werden? Es gibt Hölzer, die den Eintrag von Nässe problemlos verkraften. Jedoch sind auch bei solchen Holzarten oberflächliche Farb- und Strukturveränderungen zu erwarten, welche sich oftmals als raue vergraute Stellen (Stockflecken) bemerkbar machen.

Verlegearten von Holzböden

Bei der Auswahl des Holzes muss außerdem beachtet werden, wie das Holz im Objekt verlegt werden soll. Es kann als massives Parkett zum Einsatz kommen, je nach Ausführung mit einer Schichtstärke von 12 bis 22 Millimeter, oder es wird Fertigparkett verlegt, welches aus seinem Unterbau aus minderwertigen Hölzern besteht und einer Deckschicht, die in den meisten Fällen nicht mehr als vier Millimeter Nutzschicht aufweist.

Auch Dielen und Korkbeläge sind immer wieder zu finden. Laminatbeläge, welche auch zu den Holzbelägen gezählt werden, sind aufgrund ihres Aufbaus für Räume mit Feuchtnutzung nicht geeignet und werden hier auch nicht weiter behandelt.

Besondere Vorsicht bei Fertigparkett

Fertigparkett ist grundsätzlich empfindlicher gegen Nässe als massiv verlegtes Parkett, da sich bei Wassereintrag die Nutzschicht anders verhält als der Unterbau. So kommt es viel schneller zu Schüsselungen (Aufwölbung der Kanten) oder anderen Beschädigungen der Oberfläche.

Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Fertigparkett immer Fugen besitzt, die auch bei sorgfältiger Verlegung nicht ganz vermieden werden können. Da bei Fertigparkett im Normalfall die Oberfläche der einzelnen Planken schon industriell vorbehandelt ist, wird diese nur in den seltensten Fällen nach der Verlegung nochmals nachbehandelt.

Wasser kann in Fugen stehen bleiben

Auch das Aufbringen einer abdeckenden Pflegedispersion wird meist unterlassen. So bleibt bei jedem Kontakt mit Wasser etwas davon in diesen Fugen stehen. Je nach Holzart und Oberflächenbehandlung kann dieser Kontakt über kurz oder lang zu Schäden an der Holzoberfläche führen.

Gerade bei Fertigparkett kommt es, trotz regelmäßiger Pflege aus den genannten Gründen immer wieder zu Oberflächenschäden, die dann nur mit sehr hohem Aufwand wieder beseitigt werden können.

Massiv verlegtes Parkett wird im Normalfall vor Ort verklebt und dann nochmals geschliffen. Dadurch entsteht eine homogene Oberfläche mit wenigen Kanten und Spalten. Die anschließende Oberflächenendbehandlung soll das Holz vor Nässe und anderen Einflüssen schützen.

Oberflächenbehandlung des Holzbodens

Deshalb ist die Oberflächenbehandlung des Holzes ein weiteres sehr wichtiges Merkmal. Man unterscheidet zwischen lackierten (versiegelten), gewachsten oder geölten Oberflächen. Bei Fertigparkett kommen noch UV-gehärtete Oberflächen (Lacke oder Öle) hinzu, die eine äußerst starke mechanische und chemische Beständigkeit besitzen (UV-gehärtete Lacke können aber auch im Objekt hergestellt werden!).

Unbehandelte Holzoberflächen kommen im Objektbereich nur sehr selten vor, sind aber möglich. Hierbei kommen meistens die Holzsorten zum Einsatz, die gegen Nässe gut beständig sind.

1) Lackierte Holzbeläge richtig reinigen

Guten Schutz gegen Nässe und Mechanik bieten (intakte) lackierte Oberflächen. Jedoch muss dabei bedacht werden, dass auch lackierte Oberflächen nicht zu 100 Prozent wasserdicht sind. Eine der besonderen Eigenschaften von Holzbelägen ist, dass sie "arbeiten".

In feuchter Umgebung nehmen Holzbeläge Feuchtigkeit auf und quellen, bei trockener Luft geben sie diese Feuchtigkeit dann wieder ab und schwinden. Hierdurch wird die Oberfläche immer wieder gestreckt und gestaucht und dies bewirkt, dass ein eigentlich wasserundurchlässiger Lack feinste Risse und Spalten bekommt, durch die dann Wasser in den Belag eindringen kann.

Stockflecken lassen sich nur mit großem Aufwand entfernen

Verstärkt wird dieser Effekt durch das Reinigen mit wässrigen Tensidlösungen (Reinigungsmittel, Wasch- und Duschcremes), welche bewirken, dass die Kapillarität von Wasser verbessert wird und das Wasser dann in diese feinsten Risse und Spalten eindringt: die Feuchtigkeit verteilt sich und zerstört das umliegende Holz. Sichtbar werden solche Beschädigungen als sogenannte Stockflecken. Diese lassen sich oft nur mit großem Aufwand entfernen.

Werden Stockflecken sehr lange nicht behandelt, ist die Entfernung trotz aufwändiger Schleifarbeiten nicht mehr möglich. Hier bleibt oft nur noch der Austausch der betroffenen Stellen. Trotzdem bietet eine Lackierung meist den besten Schutz gegen eindringende Nässe. Mittlerweile wird empfohlen, dass auch lackierte Holzoberflächen nochmals mit einer Pflegedispersion behandelt werden sollen, um die Lebensdauer und die Haltbarkeit zu verbessern.

2) Gewachste Holzbeläge richtig reinigen

Eine weitere Möglichkeit der Oberflächenbehandlung ist, Holzbeläge mit Wachs zu behandeln. ­Gewachste Holzbeläge sind weitestgehend wasserbeständig. Ein gut gewachster Holzboden weißt kurzfristig die höchste Wasserfestigkeit auf. Eingetragene Nässe führt aber oft zu einer Beschädigung der Oberfläche, sie wird weiß. Dies lässt sich durch entsprechende Maßnahmen (Polieren, Cleanern) wieder in einen einwandfreien Zustand versetzen.

Besonders anfällig sind Wachsoberflächen gegen tensidhaltige und alkalische Mittel. Diese tragen die Pflegefilmschicht nach und nach ab oder bewirken eine Emulgierung des Wachses. Der größte Nachteil gewachster Oberflächen ist jedoch, dass sie mit der Zeit zur Glätte führen können und dann eine Grundreinigung mit lösemittelhaltigen Reinigern (meist auf Basis von Reinigungsbenzin) durchgeführt werden muss.

Dies führt immer wieder zu enormen Geruchsbelästigungen, die in Wellness- beziehungsweise Spabereichen nur ungern in Kauf genommen werden. Wasserbasierte Emulsionswachse sind aufgrund der enthaltenen Emulgatoren für nassbelastete Bereiche nicht geeignet, da diese schon durch geringen Eintrag von Wasser reemulgieren und dies zu einer Zerstörung der Pflegefilmschicht führt.

3) Geölte Holzbeläge richtig reinigen

Eine heute besonders beliebte Art der Oberflächenbehandlung ist das Ölen von Holzböden. Dabei kommen trocknende Öle zum Einsatz, die eine relativ dünne Pflegefilmschicht hinterlassen. Geölte Böden bedürfen des größten Pflegeaufwands. Je nach Belastung müssen geölte Beläge bis zu einmal wöchentlich neu geölt werden. Da dies immer mit enormem Aufwand verbunden ist, sieht die Praxis meist anders aus.

Wird ein Boden neu geölt, muss der Raum dafür ausgeräumt und der Belag grundgereinigt werden. Nach dem Auftrag muss der Pflegefilm, je nach verwendetem Pflegemittel, bis zu 24 Stunden trocknen. Während dieser Zeit darf der Belag nicht begangen werden. Dazu kommt die hohe Belastung der Raumluft mit Lösemitteln. Um diesen hohen Aufwand nicht betreiben zu müssen, werden geölte Böden oft nur gereinigt, was auf Dauer zu einer Vergrauung der Oberfläche führt.

In Wellness- und Spabereichen kommen zum Teil auch Hölzer zum Einsatz, die gar keine Endbehandlung bekommen haben. Dies sind meist Holzarten, die als wasserfest gelten. Trotz ihrer natürlichen Beständigkeit gegenüber Wasser vergrauen auch solche Beläge und sollten in regelmäßigen Abständen gepflegt werden. 

Desinfektion von Holzoberflächen in Badebereichen nötig

Ein weiteres Problem ist, dass Holzbeläge, die in Badebereichen verlegt sind, für eine desinfizierende Reinigung nicht geeignet sind. Dies gilt für alle Holzbeläge, wobei lackierte Beläge dies besser "verkraften" als gewachste oder geölte.

Alle öffentlichen Bäder, dazu zählen auch Wellness- oder Spaeinrichtungen mit angeschlossenem Badebereich, unterliegen der Weisung der Gesundheitsämter. Diese können verfügen, dass zur Erreichung einer ausreichenden Hygiene alle barfuß begangenen Bereiche desinfizierend gereinigt werden müssen.

Zum Erreichen einer ausreichenden Flächendesinfektion ist es notwendig, dass das eingesetzte Mittel einen bestimmten Zeitraum (5, 15, 30, 60 oder 240 Minuten Einwirkzeit gemäß VAH-Listung) auf der Fläche verbleibt und selbstständig abtrocknet. In dieser Zeit darf der Bereich nicht genutzt werden.

Vollflächige Benetzung mit Desinfektionsreiniger

Um eine ausreichende Wirksamkeit zu erreichen, muss eine vollflächige Benetzung mit Desinfektionsreiniger auf der zu behandelnden Fläche erreicht werden und selbstständig auftrocknen. Das Trockenreiben nach der Desinfektion ist nicht zulässig. Hierdurch kommt es durch die stehende Nässe und durch die eingesetzten Biozide oft zu Beschädigungen des Holzes.

Hinzu kommt, dass die eingesetzten Mittel besonderen Anforderungen genügen müssen. Sie sollten zum Beispiel wirksam sein gegen humane Papillomaviren (abgekürzt HPV), um die Übertragung von Warzenviren zu verhindern.

Ist keine Desinfektion notwendig, reicht es oftmals aus, Holzbeläge trocken mit entsprechenden staubbindenden Produkten zu reinigen. Sollen aber haftende Verschmutzungen entfernt werden, muss zwangsläufig eine Nassreinigung durchgeführt werden.

Stehende Nässe bei Nassreinigung vermeiden

Der oftmals benutzte Begriff der Feuchtreinigung auf Holzbelägen ist irreführend und führt oft dazu, dass die richtige Anwendung nicht zum Tragen kommt. Zur Entfernung von haftenden Verschmutzungen ist eine Nassreinigung zwingend, jedoch mit wenig Eintrag von Wasser – und vor allem darf keine stehende Nässe zurückbleiben.

Durch eine Nassreinigung kann es, trotz fachgerechter Ausführung, zu Schäden am Holzbelag kommen. Holz ist ein Naturprodukt und hat somit keine homogenen Eigenschaften wie etwa elastische Beläge aus PVC oder Kautschuk. Deshalb kann es immer wieder vorkommen, dass gerade in nassbelasteten Bereichen es zu punktuellen Veränderungen an der Oberfläche des Holzbodens kommt.

Dies ist aber in hohem Maß von der Art des Holzes sowie von der Oberflächenbehandlung abhängig. Als wasserfest geltende Hölzer mit intakter Oberflächenlackierung sind hier am geeignetsten. Wasserempfindliche ­Hölzer mit geölten Oberflächen neigen am ehesten zu Schäden, zudem wenn sie auch noch als Fertigparkett verlegt worden sind.

Reinigung und Pflege beginnt nach der Verlegung

Für einen optimalen Erhalt eines Holzbodens ist es erforderlich, von Beginn an eine Kombination von ­Reinigungs- und Pflegetätigkeiten durchzuführen. Dies beginnt direkt nach der Verlegung. Im Anschluss an die Verlegung sollten nassbelastete Bereiche mit einer geeigneten Pflegedispersion (etwa Timber ­Easy) versehen werden. Zum einen wird die Oberfläche dadurch wasserabweisender, zum anderen werden insbesondere bei Fertigparkett die unvermeidbaren Fugen nochmals geschlossen und es entsteht eine homogenere Oberfläche.

Zur Unterhaltsreinigung ohne Pflege können tensidfreie Reiniger (zum Beispiel Tanet Karacho) eingesetzt werden. Dadurch wird verhindert, dass Wasser in feine Spalten oder Kapillaren eindringt und zu Stockflecken führt. Auch ist der Einsatz von geeigneten Scheuersaugmaschinen ein Weg, Holzbeläge rationell und sicher zu reinigen.

Besteht nur die Möglichkeit manuell zu reinigen, sind Produkte mit imprägnierenden Eigenschaften (etwa Timber Lamitan) eine weitere Chance, Holzbeläge vor dem schädigenden Einfluss von Wasser zu schützen.

Klassische Arbeitsweise mit Holzseife

Wer eine klassische Arbeitsweise bevorzugt, wird immer wieder auf Holzseifen stoßen. Dies sind konfektionierte Seifenreiniger (Seifenwischpflegen), etwa Tawip­Vioclean. Durch den Einsatz von Seifenreinigern wird ein wasserabweisender Pflegefilm aufgebaut.

Wichtig beim Einsatz von seifenhaltigen Reinigern ist, dass diese regelmäßig poliert werden können. Dies verdichtet den Pflegefilm und verbessert die Optik. Durch die Seife werden die Poren des Holzes verschlossen und Wasser kann nicht so schnell ins Holz eindringen.

Werden diese Maßnahmen befolgt, können auch Holzbeläge in nassbelasteten Bereich über lange Zeit in einem hervorragenden Zustand gehalten werden.

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