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Gustav Daiber: Kai Gminder folgt auf Rolf Daiber

Kai Gminder (43) ist ab Januar 2021 für den Corporate-Fashion-Hersteller Gustav Daiber (Albstadt) verantwortlich. Er folgt auf Rolf Daiber (65), der das Unternehmen 46 Jahre geleitet hat.

Kai Gminder ist der Neffe von Rolf Daiber und repräsentiert in der 108-jährigen Geschichte des Familienunternehmens die vierte Generation. Seit 2012 ist der Marketing- und Kommunikationsfachmann als Geschäftsführer bei Gustav Daiber tätig. Die von seinem Onkel initiierte Kooperation mit Partnern sowohl in Albstadt als auch in Europa und Asien will er fortführen, ebenso wie das Komplettpaket von unveredelter Textilkollektion, Veredelung mit Stick oder Druck und Service rund ums Veredeln. Außerdem will er die Digitalisierung vorantreiben. „Wir starten 2021 mit unserer neuen Softwarelösung (ERP) und bauen Online-Tools, mit denen wir unsere Händler unterstützen. Zudem werden wir das Lager optimieren, um mehr Platz zu schaffen für das stetig durch Neuerungen wachsende Sortiment“, sagt Kai Gminder.

1974 hatte Rolf Daiber als 19-Jähriger die Firma von seinem Vater übernommen. Walter Daiber war dem Sujet des Gründers Gustav Daiber Handel mit Textilzutaten insbesondere für die Unterwäscheproduktion – treugeblieben, hatte Mitte der 50er Jahre aber auch erkannt, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Produktion und im Import liegt. Er begann mit dem Fertigen von Schleifchen für die lokale Miederindustrie und führte elastische Raschelspitze aus Frankreich sowie Schleifchen aus Italien ein.

Rolf Daiber hat ebenfalls stetig modernisiert und das Werk seines Vaters und Großvaters fortgeführt. Er wagten den Sprung nach Asien und gewann Ende der 70er Jahre in Taiwan neue Lieferanten. Zudem sicherte er sich die Alleinvertretung des ersten Herstellers von Transfermotiven in Deutschland und veränderte so die Ausrichtung des Unternehmens vom reinen Händler für Textilzubehör zum Veredler. Außerdem gründete er eine Stickerei.

„Mit dem Untergang der Textilbranche in Europa Mitte der 90er Jahre war unsere Existenz extrem gefährdet. Nicht nur die Aufträge fehlten, unsere Abnehmer gingen auch fast alle in Konkurs“, erinnert sich der Seniorchef. Dem Unternehmer, immer noch in erster Linie ein Textilveredeler, eröffnete sich eine neue Chance. „Durch unser Büro in Hongkong gelang uns der Einstieg in den Import von Basecaps, wo wir dank unserer großen Stickerei-Kapazitäten rasch Marktführer in Deutschland wurden.“ Davon beflügelt entstanden Ende der 90er Jahre sowohl die Eigenmarken myrtle beach (Caps und Accessoires) als auch James & Nicholson (Textilien, exklusive Corporate- und Funktionsbekleidung). Heute ist die Gustav Daiber GmbH primär Hersteller dieser Textilmarken. Das Unternehmen beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. / HH

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