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Vergraute Feinsteinzeugfliesen in einem Trockenmörtelwerk Grundreinigung ohne Wasser?

Die Feinsteinzeugfliesen im Büro des Betriebsleiters eines Trockenmörtelwerks sind stark vergraut und weisen Edelputzreste auf. Eigentlich ein klassischer Fall für eine Grundreinigung. Doch aus Sicherheitsgründen darf Wasser nur in extrem geringen Mengen eingesetzt werden. Was tun?

-„Können Sie uns ein Konzept zur Trockengrundreinigung von Feinsteinzeugfliesen erstellen?“ Das war die erste Frage, die mir der Betriebsleiter des Trockenmörtelwerks Weber Maxit, Torsten Schon, stellte. Der eingesetzte Dienstleister sah keine Möglichkeit, auf den Feinsteinzeugfliesen im Büro des Betriebsleiters eine Grundreinigung mit den entsprechenden Vorgaben durchzuführen. Die Unterhaltsreinigung wurde nur im Feuchtwischverfahren durchgeführt, was in einem Industriewerk unzureichend ist. Denn aufgrund des hohen Schmutzeintrags aus der Produktion (mineralische Stoffe und Farbpigmente) wird der Schmutz nicht ausreichend an das Reinigungstextil gebunden. Zum anderen ist damit zu rechnen, dass es zu Abbindeprozessen von Produktionsrückstän-den kommt, wenn vorher keine Kehrmethode angewandt wird

Ist der Dienstleister verantwortlich für die Vergrauung?

Die Problematik, die sich im Vorfeld stellte, war, dass der Einsatz von Wasser extrem gering gehalten werden muss. Das Büro des Betriebsleiters befindet sich direkt in der Produktionsanlage. In dem Werk werden vor allem Edelputze hergestellt, die zum Teil noch eingefärbt werden. Neben dem Eintrag von mineralischen Verschmutzungen kommt es zusätzlich zum Eintrag von Farbpigmenten, die in der Produktion den Putzen beigefügt werden. Grundsätzlich also ein Fall für eine klassische Grundreinigung. Die zweite Frage, ob der Dienstleister verantwortlich sei für die Vergrauung der Feinsteinzeugfliesen, konnte unter den genannten Parametern (Durchführung der Reinigungsarbeiten mit maximal feuchten Reinigungstextilien) direkt ausgeschlossen werden. Der Bodenbelag befand sich in einem für Kunden nicht akzeptablen Zustand. Deutlich zu erkennen war eine starke Vergrauung der einzelnen Fliesen. Dennoch war mit den vorgegebenen Parametern keine Verbesserung möglich. Aus Sicherheitsgründen gibt es in der Produktionsanlage keinen Wasseranschluss, um zu vermeiden, dass bei einem Wasserschaden die Anlage und die produzierten Gebinde geschädigt werden könnten. Dies würde zu einem Produktionsausfall führen, der in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Nutzen der Grundreinigung stehen würde. Daher auch die Grundvorgabe der Durchführung einer Trockengrundreinigung, so weit dies möglich ist. Es war also zu klären, ob man mit großem Aufwand eine klassische Grundreinigung durchführt, unter Berücksichtigung der folgenden produktionsbedingten Hemmnisse:

  • lange Wege zur Wasserentnahmestelle,
  • lange Wege zur Wasserentsorgungsstelle,
  • Schutz angrenzender Flächen in Lager und Produktion,
  • Verhindern von Wasserlachen aus Schmutzflotte oder Reinigungsflotte beim Transport.

Oder ob man mit einer anderen Möglichkeit zu einem für den Kunden akzeptablen Ergebnis kommt. Grundsätzlich musste noch einmal die Problematik der Feinsteinzeugfliesen erklärt werden:

  • Unglasierte Feinsteinzeugfliesen besitzen eine mikroporöse Oberfläche, in die feinste Schmutzpartikel eindringen können.
  • Geringes Wasseraufnahmevermögen unter 0,1 Prozent.
  • Neigung zur Vergrauung.

Eine trockene Grundreinigung muste somit zum einen die typischen Vergrauungen in der mikroporösen Oberfläche und zum anderen abgebundene Edelputzreste entfernen. Es musste eine Lösung gefunden werden, die eine Kombination aus chemischen und mechanischen Komponenten beinhaltet. Als Lösungsansatz wurde dem Betriebsleiter eine Grundreinigung vorgeschlagen, die auf den Einsatz eines Expressgrundreinigers in Verbindung mit einem Melaminkombinationspad zurückgreift. Hierzu wurde folgender Test durchgeführt: Im Sprühverfahren wurde der Expressgrundreiniger Duro Fix der Firma Dreiturm auf die Feinsteinzeug-fliese aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit (etwa zwei bis vier Minuten) mittels dem von der Firma Dolly hergestellten Julipad und einer Einscheibenmaschine bearbeitet. Die Schmutzflotte, die aufgrund der geringen Menge an aufgesprühter Reinigungsflotte nur mäßig ausfiel, konnte mittels Mikrofasertüchern restlos vom Boden entfernt werden.

Mit der Testfläche war der Betriebsleiter zufrieden, so dass der Dienstleister mit der Durchführung der Grundreinigung beauftragt wurde. Angenehmer Nebeneffekt, wenn auch für einen Industriebereich nicht unbedingt notwendig: die Minimierung von Lärm durch die fehlende Notwendigkeit eines Wassersaugers.

Sascha Hintze | heike.holland@holzmann-medien.de

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