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Gebäudereiniger: Tarifverhandlungen starten Mitte Juni

Am 16. Juni starten in Frankfurt am Main die Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk. Die IG Bau fordert eine deutliche Lohnerhöhung. Der Bundesinnungsverband (BIV) hält diese für realitätsfern.

Konkret hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am 8. Mai folgende Forderung aufgestellt: Ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde für die zwei Mindestlöhne der Branche. Damit stiege die unterste Lohngruppe eins auf 12 Euro und der Mindestlohn der Glasreinigung (Lohngruppe 6) auf 15,30 Euro. Die weiteren Löhne der Lohngruppen zwei bis neun sollen um 6,5 Prozent steigen. Die Vergütungen für Auszubildende sollen um 100 Euro pro Monat über alle Ausbildungsjahre erhöht werden. Zudem fordert die IG BAU den Einstieg in ein Weihnachtsgeld für die Branche in Höhe von 80 Stundenlöhnen.

Ulrike Laux, Bundesvorstandsmitglied in der IG Bau und Verhandlungsführerin der diesjährigen Tarifrunde, begründet die Forderung der Gewerkschaft wie folgt: „Der Wert der Gebäudereinigung ist in der Corona-Pandemie mehr als offensichtlich geworden. Das muss sich endlich auch im Lohn spiegeln. Denn auch für die Gebäudereinigung gilt: Klatschen allein reicht nicht. Die gründliche Reinigung durch erfahrene Fachkräfte legt die Basis für das Weiterarbeiten in Büros und Fabriken. Professionelle Reinigung schafft ebenso Vertrauen bei den Kunden von Geschäften und Supermärkten sowie bei Patient*innen und Mitarbeiter*innen in Praxen und Krankenhäusern."

Der Standpunkt des BIV

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hält diese Lohnforderungen der IG Bau für „vollkommen realitätsfern“. BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart erklärt: „ Fest steht, dass die aktuelle Lohnrunde in einer der schwierigsten Phasen erfolgt, die die bundesdeutsche Wirtschaft je erlebt hat.“ Laut der jüngsten Konjunkturumfrage, in deren Rahmen der Verband im April bundesweit knapp 600 Mitgliedsunternehmen befragte, haben mehr als 90 Prozent der Unternehmen Umsatzeinbußen. Knapp 60 Prozent mussten Kurzarbeit anmelden und knapp ein Drittel habe staatliche Krisenunterstützung in Anspruch genommen.

Angesichts dieser Zahlen blende die Forderung der IG Bau, die in Summe einen Anstieg von 15,5 Prozent bedeute, „die dramatischen Verwerfungen durch die Corona-Krise vollkommen aus“ – so Bungart. / GH

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