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Forsa-Umfrage zu Sauberkeit an Schulen: die Ergebnisse

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat eine repräsentative Forsa-Umfrage zum Thema Sauberkeit und Hygiene an Schulen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse.

Die Kernfrage: Wie zufrieden sind eigentlich Eltern schulpflichtiger Kinder mit der Sauberkeit an Deutschlands Schulen? Das Ergebnis unterstreicht Handlungsbedarf. Gerade die Sauberkeit auf Schultoiletten, dem sensibelsten Bereich, lässt zu wünschen übrig. Befragt wurden rund 1.000 Personen mit schulpflichtigen Kindern.

"Im Zuge der Corona-Krise reden alle über die neue Relevanz von Hygiene und Sauberkeit. Aber da, wo es wirklich wichtig wäre - bei Kindern und Schule - klafft eine ernüchternde Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit", so bewertet Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks, die Zahlen. Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich der Umfrage zufolge eine häufigere Schulreinigung. Verbesserungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehen Eltern mehrheitlich nicht.

"Wer mehr Sauberkeit will ..."

Die politischen Forderungen bringt der Bundesinnungsmeister auf den Punkt: "Nicht die Reinigungsunternehmen, sondern das weit verbreitete Spardiktat der Schulträger ist verantwortlich für die Zustände. Es gibt kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Schulträger müssen endlich mit realistischem Budget planen und die Leistungsverzeichnisse verbessern. Tagesreinigung mit häufigeren und gründlicheren Einsätzen in sensiblen Bereichen sollte Standard werden. Ausschreibungen dürfen nicht nur über den Faktor Preis, sondern sollten vor allem über den Faktor Qualität laufen. Und nicht zuletzt sollten Schulträger nicht auf unseriöse Beratungsunternehmen hören, die saubere Schulen bei weniger Budget versprechen. Fakt ist: Wer mehr Sauberkeit an Schulen will, muss mehr in mehr Sauberkeit an Schulen investieren."

Unsaubere Schultoiletten

Rund ein Drittel der Eltern (36 Prozent) gibt an, dass ihr Kind aufgrund mangelnder Hygiene den Gang auf die Schultoilette scheut. Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) berichten statistisch gesehen eher von dieser Problematik der Kinder. Väter und Mütter aus Bayern und Baden-Württemberg sowie jüngere Eltern meinen tendenziell häufiger, ihr Kind sei mit der Sauberkeit der Schultoiletten zufrieden. 60 Prozent der Eltern insgesamt sagen, der Gang zur Schultoilette sei für ihre Kinder kein Problem.

Die Forsa-Umfrage auf einen Blick: Was Eltern sagen

  • Ein Drittel der befragten Eltern sagt, ihr Kind scheue den Gang auf unsaubere Schultoiletten,
  • ein Fünftel der Eltern findet Schulen unsauber,
  • fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich mehr Reinigung,
  • fast ein Viertel der Eltern sind in Sorge vor einer Corona-Infektion durch mangelnde Sauberkeit,
  • fast zwei Drittel der Eltern sehen beim Thema Sauberkeit in Schulen Stagnation statt Verbesserung in den vergangenen 20 Jahren.

Auch das Gesamturteil, jenseits von den Schultoiletten, zeigt Verbesserungspotenzial. Ein Fünftel der Eltern (20 Prozent) empfindet die Schule ihrer Kinder als "weniger sauber" beziehungsweise "überhaupt nicht sauber". Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) hält die Schule für "eher sauber". Nur ein Viertel (25 Prozent) hält die Schule für "sehr sauber". Erneut vergeben Eltern, die im Süden Deutschlands wohnen, bessere Noten.

Viele Eltern wünschen sich mehr Reinigung

Fast zwei Drittel der Eltern (61 Prozent) sind der Ansicht, dass die Schulen gründlicher und häufiger gereinigt werden sollten. Vor allem Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) sowie Mütter sprechen sich tendenziell häufiger für eine höhere Reinigungsfrequenz und mehr Gründlichkeit aus. Nur rund ein Drittel (35 Prozent) meint, dass die Reinigung wie bisher ausreiche.

Sorge vor Corona-Infektion durch mangelnde Sauberkeit

Die Sauberkeit an Schulen und Schultoiletten führt soweit, dass sich knapp ein Viertel der Eltern (23 Prozent) "sehr" beziehungsweise "eher besorgt" über die Gefahr einer Corona-Infektion an Schulen zeigt. 45 Prozent antworten mit "weniger besorgt". Nur knapp ein Drittel (31 Prozent) der Eltern sind "überhaupt nicht besorgt".

Stagnation statt Verbesserung

Fast zwei Drittel (57 Prozent) der Eltern sehen eine Verschlechterung beziehungsweise keinerlei Veränderung der Hygiene und Sauberkeit an Schulen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Von einer Trendwende kann daher keine Rede sein. Nur rund ein Drittel (39 Prozent) beobachtet eine Verbesserung. Eltern aus dem Ostteil Deutschlands (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) sowie Befragte im Alter von 25 bis 39 Jahren nehmen überdurchschnittlich häufig Verbesserungen wahr.

Bundesweit wurden  vom unabhängigen, privaten Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.025 Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren mit schulpflichtigen Kindern befragt – in Form von computergestützten Telefoninterviews zwischen 14. Oktober und 4. November 2020. Die Erhebung ist laut BIV repräsentativ, die Fehlertoleranz liege  bei +/- drei Prozentpunkten. / HH

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