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Falsch verfugt, schlecht gereinigt Flecken auf Feinsteinzeugfliesen

Enttäuschung im Friseursalon: Der neue Bodenbelag zeigt unschöne Verschmutzungen, die trotz regelmäßiger Reinigung immer deutlicher sichtbar werden.

-Im aktuellen Schadensfall hatte der Gutachter nach den Ursachen für die Verschmutzungen auf den neu verlegten Bodenfliesen aus Feinsteinzeug in einem Friseursalon zu suchen. Und natürlich hoffte der Inhaber des Friseursalons auf die Beseitigung der unschönen Verschmutzungen.

Mit relativ großem Aufwand war die Sanierung des Bodenbelages im gesamten Friseursalon durchgeführt worden. Zum Einsatz kamen dabei Feinsteinzeugfliesen. Feinsteinzeugfliesen sind Keramikfliesen, die sich durch ihre Härte und Säurefestigkeit auszeichnen. Sie erfüllen in der Regel die Anforderungen an die Begehsicherheit der Rutschhemmung R9. Dies ist gerade in Räumen mit hohem Publikumsverkehr ein großer Vorteil. Der ist auch bei den im aktuellen Fall verlegten Fliesen gegeben. Allerdings haben Feinsteinzeugfliesen nicht nur Vorteile. Aufgrund der mikroporösen Oberfläche können feinste Partikel in diese Fliesen eindringen.

Bei der neu verlegten Feinsteinzeugfliese handelt es sich um die kalibrierte Fliese mit dem Maß 60 u 60 cm. Kalibrierung bedeutet, dass Bauteile auf ein ganz exaktes Baumaß gebracht werden. Kalibrierte Fliesen werden nach dem Brennvorgang auf ein bestimmtes Maß geschnitten und haben dann gerade Kanten. Hierdurch bedingt kann diese Feinsteinzeugfliese voll ausgefugt werden und es entsteht eine glatte Bodenoberfläche. Vorteil: An den Fugen können sich keine Verschmutzungen ablagern.

Falsche Fugenfarbe als Wurzel des Übels

Ursprünglich war in diesem Friseursalon eine weiße Epoxidharzfuge in Auftrag gegeben worden. Ohne Rücksprache und ohne jegliche Information an den Auftraggeber wurde vom Bodenleger statt der weißen eine schwarze Fugenmasse eingebracht. Natürlich wurde dies beanstandet, die schwarze Epoxidfugenmasse musste wieder herausgefräst und anschließend durch eine neue, diesmal weiße Epoxidharzfuge ersetzt werden. Bei der Objektbegehung war für den Gutachter schnell erkennbar, dass sich auf den Bodenfliesen tatsächlich erhebliche Verschmutzungen befinden. Die Ursache dieser Verschmutzungen und sichtbaren Vergrauung sind Restanhaftungen der Epoxidharzverfugung auf den Feinsteinzeugfliesen. Nach oberflächlicher Schmutzbeseitigung auf den Fliesen durch den Gutachter wird erkennbar, dass sich auf den Bodenfliesen Rückstände in Form eines Harzschleiers befinden. An diesen Rückständen der ursprünglichen Verfugung setzen sich Schmutzpartikel fest. Bei der Unterhaltsreinigung wird der Schmutz nicht aufgenommen, vielmehr verstärkt sich die Schmutzanhaftung im Laufe der Zeit immer mehr.

Grundreinigung unumgänglich

Nach Aussage der Beteiligten erfolgte nach der zweiten Verfugung keine Grundreinigung des neu verlegten Bodenbelages. Damit erklären sich auch die festgestellten Epoxidharzrückstände.

Eine Grundreinigung mit geeigneter Chemie und geeigneten Maschinen ist aber nach einer Epoxidharzverfugung von Feinsteinzeugfliesen, bedingt durch deren Materialeigenschaften, zwingend erforderlich.M

Gerd-Peter Isringhaus |

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de

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