Glas und Fassade -

Fassadenreinigung: Algen, Ruß und Moos langfristig entfernen

Ein ostwestfälischer Gebäudedienstleister hat sich auf die Industrie- und Fassadenreinigung spezialisiert und eine 8.000 Quadratmeter große Metallfassade von Algen, Ruß und Co. befreit. Welches Reinigungssystem zum Einsatz kam, wie die Sonderkonstruktion funktioniert und warum die Methode nachhaltig ist.

Fassadenreinigung bei Bopla Gehäuse Systeme
Die zu reinigende ­Fassade der ­Bopla Gehäuse Systeme umfasst eine Fläche von 8.000 Quadratmetern. -

Im Industriegebiet von Bünde, zwischen den Stadtteilen Enningloh und Holsen, haben sich verschiedene, auf Verpackungen spezialisierte Unternehmen niedergelassen. Zu diesen zählt auch Bopla Gehäuse Systeme. Die Firma fertigt Elektronikgehäuse für mess-, steuer- und regeltechnische Systeme, die im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizin- und Bahntechnik gebraucht werden.

Produktion und Lager des Unternehmens sind in einem vor etwa zwanzig Jahren errichteten, rechteckigen Industriebau untergebracht, dessen Fassade mit Trapezblechen aus beschichtetem Aluminium umhüllt ist. Deren helle Färbung macht Verschmutzungen schnell sichtbar, weshalb Bopla die Fassade der Halle in regelmäßigen Abständen reinigen lässt.

Die letzte Fassadenreinigung erfolgte vor fünf Jahren – mit einem konventionellen Verfahren mit Reinigungsmitteln und Hochdruckstrahler. Allerdings war die Sauberkeit nur von relativ kurzer Dauer. Binnen kurzem hatten sich Algen, Ruß und andere atmosphärische Verschmutzungen ihr Territorium zurückerobert und bildeten erneut einen deutlich sichtbaren Schmutzfilm an der Fassade.

Fassadenreinigung: anspruchsvolle Aufgabe für Gebäudereiniger

Die schlechten Erfahrungen der zurückliegenden Reinigung veranlassten Bopla nach Alternativen zu suchen und fand sie bei Volk & Volk mit Sitz in Enger. Das Gebäudereinigungsunternehmen setzt zur Reinigung von Metall-Fassaden aus Trapezblechen oder Sandwich-Paneelen einen HyCleaner der TG Hylift (Gronau) ein. Dieses mobile, an eine Mischung aus Rasenmäher und Autowaschanlage erinnernde Reinigungssystem bürstet Verschmutzungen unter Einsatz von Wasser ab und sorgt für saubere Oberflächen.

Damit erfüllt die rationelle, ohne chemische Zusätze auskommende Reinigungsmethode eine weitere, wichtige Anforderung des Auftraggebers, wie Geschäftsführer Benjamin Volk berichtet: "Die Fassadenreinigung sollte ökologisch, nachhaltig und gütegesichert erfolgen und außerdem die Betriebsabläufe so wenig wie möglich stören. Und natürlich sollte das Reinigungsergebnis möglichst viele Jahre halten. Dank der hier verwendeten Reinigungstechnologie können wir alle Wünsche berücksichtigen."

Volk & Volk: Spezialisierung auf Sonderreinigung

Volk & Volk ist auf Industrie- und Fassadenreinigung spezialisiert. Schon während seiner Ausbildung zum Gebäudereiniger entwickelte Geschäftsführer Benjamin Volk eine besondere Beziehung zu Fassaden – immerhin hatte er während der Lehre tausende Quadratmeter händisch von Schmutz befreit.

Mit Gründung seines eigenen Unternehmens im Jahr 2007 wollte er seine Schwerpunkte daher auf Sonderreinigungen legen und spezielle Lösungen für die an ihn gestellten Aufgaben anzubieten. Der Plan ging auf: Inzwischen macht die Sonderreinigung knapp die Hälfte aller Aufträge des 230 Mitarbeiter starken Familienunternehmens aus.

HyCleaner: Mit Wasser und Mechanik gegen Schmutz

Ein wichtiger Baustein innerhalb der Speziallösungen von Volk & Volk ist der HyCleaner red Evo I. Das geräuscharme System wurde von TG Hylift vor allem für die Pflege von unterschiedlichen Fassadenformen, -oberflächen und -materialien mit waagerechtem Strukturverlauf entwickelt. Zwischen zwei großen Laufrädern des Systems befinden sich ein Sprühbalken und eine rotierende Bürste.

Die Bürste wird über den Sprühbalken mit frischem Wasser benetzt und dabei über die zu reinigende Oberfläche bewegt. Beim Verfahren des Systems löst die nasse Bürste organische Verschmutzungen an und trägt sie ab, während das zugeführte Wasser die Schmutzpartikel von der Fassadenoberfläche herunterspült. Gleichzeitig hält es die Bürste sauber, weshalb der von Volk & Volk eingesetzte HyCleaner trotz einer bereits geleisteten Flächenreinigung von fast einer Million Quadratmeter noch immer mit dem ersten Bürstensatz arbeitet.

Nachhaltige Reinigungsmethode ohne Reinigungschemikalien

Und auch die benötigte Wassermenge spricht für die Nachhaltigkeit des Systems: "Je nach Verschmutzung und Reinigungsdurchgängen liegen wir pro Quadratmeter zu reinigender Fläche bei einem Wasserverbrauch zwischen zwei und fünf Litern", berichtet Benjamin Volk. "Um die Reinigungsleistung zu erhöhen, setzen wir üblicherweise Reinst- oder Osmosewasser ein, auf Reinigungschemikalien verzichten wir hingegen vollständig.

Daher kann das Wasser ohne weitere Aufbereitung an die Umwelt abgegeben werden. Sollte es aufgrund der besonderen Umstände in einem Objekt jedoch erforderlich sein, fangen wir Abwasser auf und entsorgen es über die Kanalisation. Und sollte ein Abwasser aufgrund der Belastung nicht direkt eingeleitet werden können, sammeln wir es in Intermediate Bulk Containern (IBC) und lassen es durch ein Fachunternehmen entsorgen."

Individuelle Lösung entwickelt: Steuerung des Systems vom Boden aus

Auch wenn Volk & Volk einen HyCleaner red EVO I "von der Stange" einsetzt, hat das Unternehmen für die Montage des Geräts eine individuelle Lösung entwickelt. Standardmäßig wird das als Plug&Play konstruierte Gerät an einem Arbeitskorb einer Hubarbeitsbühne befestigt. Da die hauseigene Arbeitsbühne des Unternehmens jedoch eine Kranzulassung zum Bewegen von Lasten hat, wurde diese für eine direkte Aufnahme des Reinigungsgerätes umgebaut.

Wird das Reinigungssystem gebraucht, wird der Korb entfernt und stattdessen die Bürsteinheit angebracht. "Dieser Umbau erlaubt uns eine Steuerung des Systems vom Boden aus, so dass wir nicht im Arbeitskorb direkt an der Fassade stehen müssen. Durch das 'unbemannte' Arbeiten im Korb sparen wir beim Umstellen der Anlage außerdem Rüstzeiten ein.

Darüber hinaus ist das System einfach zu bedienen. Wenn ein Mitarbeiter technisches Verständnis und Geschick mitbringt und Erfahrung als Gebäudereiniger hat, kann er das System bereits nach wenigen Stunden sicher manövrieren."

Arbeitsleistung: 70 Quadratmeter in einer Stunde

Auch bei der Fassadenreinigung von Bopla Gehäuse Systeme war der HyCleaner im Einsatz. Nach einer knappen einstündigen Vorbereitungszeit – das System musste an eine Wasserversorgung und das Stromnetz (230 Volt) angeschlossen und positioniert werden – konnten die Arbeiten an der 15 Meter hohen Außenfassade beginnen.

Der für die Steuerung des Gerätes zuständige Mitarbeiter fuhr mit dem Reinigungssystem von unten nach oben und wieder zurück. Aufgrund der starken Verschmutzungen und dem Algenbewuchs musste diese Prozedur wiederholt werden. Nachdem der erste 150 Zentimeter breite Streifen (dies ist die Arbeitsbreite des eingesetzten HyCleaners) gereinigt war, wurde die Arbeitsbühne versetzt und die Reinigung des nächsten Abschnitts in Angriff genommen.

Trotz des doppelten Reinigungszyklus und der 15-minütigen Rüstzeit für das Verstellen der Arbeitsbühne schaffte das System ein stündliches Pensum von 70 Quadratmetern. "Für den maschinellen Teil haben wir mit diesem Leistungswert gerechnet", bestätigt Benjamin Volk.

Wiederanschmutzung der Fassade wird maximal verzögert

Während die gut erreichbaren, großen Flächen mit dem HyCleaner gereinigt wurden, mussten die Bereiche der Fassadenbegrünung, Umbauungen und Werbeanlagen von Hand gesäubert werden. Hierfür waren zwei weitere Mitarbeiter Vorort, die – mit Waschbürsten und Osmosewasser ausgestattet – an die Reinigung dieser Flächen gingen und dabei eine der Bürstanlage vergleichbare Pflegequalität erreichen sollten.

Doch auch wenn das optische Ergebnis der Handarbeit mit der maschinellen Pflege mithalten kann, bietet der HyCleaner nach Ansicht von Benjamin Volk einen unschlagbaren Vorteil: "Durch den Poliereffekt der Bürste erhalten wir bei unserem Reinigungsverfahren eine anschmutzungsneutrale und vergütete Oberfläche. Eine Wiederanschmutzung wird dadurch maximal verzögert. Wir können unserem Kunden daher die Sicherheit geben, dass wir in Bünde auch nach fünf Jahren eine saubere Fassade sehen werden."

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