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Fahrgerüste: Neue Fassung der EN 1004 tritt in Kraft

Am 1. Februar tritt die Neufassung der für die Fertigung von Fahrgerüsten europaweit geltende Norm EN 1004 in Kraft. Sie hat einen erweiterten Gültigkeitsbereich und soll zudem dazu beitragen, den Anwenderschutz zu erhöhen.

Eine der wesentlichen Änderungen der überarbeiteten Norm EN 1004 für Fahrgerüste ist der Gültigkeitsbereich, erläutert Volker Jarosch, Geschäftsbereichsleiter Steigtechnik Serie bei Hymer-Leichtmetallbau: "Bisher galt die EN 1004 ausschließlich für fahrbare Arbeitsbühnen und Fahrgerüste ab einer Standhöhe von zweieinhalb Metern. Diese Einschränkung wurde mit der aktualisierten Fassung komplett aufgehoben. Die neue EN 1004 gilt jetzt für alle Produkte dieser Kategorie, also für fahrbare Arbeitsbühnen und Fahrgerüste ab einer Standhöhe von null Metern.“

Ziel der überarbeiteten EN 1004 sei eine bestmögliche Anwendersicherheit. Nach aktualisierter Norm müssen die betreffenden Produkte so konstruiert sein, dass sie auch beim Auf-, Um- oder Abbau einen kontinuierlichen Seitenschutz gewährleisten. Geländerteile und Verstrebungen für die jeweils nächste Lage müssen somit vom Boden aus, von der darunter liegenden Plattform aus oder nach der sogenannten 3-T-Methode "through the trapdoor“, also durch die Durchstiegsklappe der Plattform, aufbaubar sein.

Eine weitere Änderung betrifft den vertikalen Abstand zwischen den zu verwendenden Gerüstbühnen, führt Volker Jarosch aus: "Um die Absturzgefahr bei der Montage und Demontage sowie beim Besteigen des Fahrgerüsts zu minimieren, wurde der Abstand zwischen den einzelnen Bühnen auf maximal 2,25 Meter begrenzt. Die unterste Bühne darf maximal auf einer Höhe von 3,40 Meter eingesetzt werden.“ Auch die Anforderungen an die Statik haben sich mit der Reform der EN 1004 verändert: Zur Erhöhung der Standsicherheit von fahrbaren Arbeitsbühnen und Fahrgerüsten liegen künftig neue Vorgaben für die statische Berechnung vor. "Die neuen statischen Anforderungen können bei Bestandsprodukten eine Änderung des Ballastierungsbedarfs zur Folge haben. Wir empfehlen Anwendern daher, sich über mögliche geänderte Vorgaben zur Ballastierung zu informieren und sie bei der Anwendung zu berücksichtigen,“ so Volker Jarosch.

Spätestens nach Ablauf der Übergangsfrist Ende Januar 2022 müssen sämtliche neu in den Handel gebrachte Fahrgerüste mit der Kennzeichnung EN 1004 den neuen Vorgaben entsprechen. Alle wesentlichen Änderungen der EN 1004 hat Hymer-Leichtmetallbau in einer Kundeninformation zusammengefasst, die zum Download auf der Webseite des Steigtechnikherstellers bereitsteht. / GH

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