Zu Ende denken -

Es muss ja nicht gleich ein Auto sein ...

»Wer morgen noch ausbilden will, muss sich etwas einfallen lassen, um Lehrlinge zu finden und zu binden.«

Suche Lehrling, biete Auto: So machen die Inhaber einer Lackiererei in der Nähe von Würzburg ihren Handwerksbetrieb für Azubis interessant. Jedem Auszubildenden mit einem Notendurchschnitt von mindestens 1,5 im Jahreszeugnis der Berufsschule stellt das Unternehmen ein Jahr lang einen Kleinwagen zur Verfügung. Spritgutscheine können sich die Azubis mit weiteren Prämien verdienen und somit im besten Fall losfahren, ohne einen Euro draufzulegen. Wenn das kein Anreiz ist! Für gute Leistungen ebenso wie dafür, dem Ausbildungsbetrieb die Treue zu halten.

Jeder fünfte Auszubildende in Deutschland bricht seine Lehre ab. Im Handwerk steigt sogar jeder vierte Lehrling aus. Meist passiert es in den ersten zwölf Monaten, die Gründe sind vielfältig. Konflikte mit Ausbildern oder ungünstige Arbeitszeiten gehören ebenso dazu wie die späte Erkenntnis, nicht den richtigen Beruf gewählt zu haben. Für den Arbeitgeber ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Durchschnittlich 7.000 Euro kostet ein Ausbildungsabbruch, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung kürzlich errechnet hat.

Mehr bieten als die Konkurrenz im Wettbewerb um Auszubildende: Für die Lackiererei aus dem Beispiel zu Beginn geht die Rechnung auf. Die Aussicht auf ein Auto lockt, an Bewerbern für Praktikumsplätze - Voraussetzung für eine Lehrstelle als Fahrzeuglackierer im Betrieb - mangelt es nicht. Das ist beachtlich in einer Zeit, in der die Schulabgänger bei den Unternehmen nicht mehr Schlange stehen. Vor allem, wenn es um Berufe mit Imageschwierigkeiten geht.

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