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Umsetzung der DSGVO in der Unternehmenspraxis Ein Thema mit vielen Facetten

Das Thema Datenschutz nehmen wir sehr ernst, deshalb werden sich Geschäfts- und Betriebsleitung verstärkt mit einbringen und das Audit begleiten. Der zeitliche Ansatz beträgt etwa zwei bis drei Manntage. Allein für die Schulung eines internen Datenschutz­beauftragten müssten wir deutlich mehr Zeit investieren und dann hätten wir noch nichts im Betrieb umgesetzt! Durch die Beauftragung eines externen Datenschutzbeauftragten entfällt die Schulung und ein langwieriges Einarbeiten in das Thema Datenschutz.

Eva Flemisch, Geschäftsführerin, Kalka, Günzburg

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung und das neue Bundes­datenschutzgesetz treten in wenigen Monaten in Kraft. Für deutsche Unternehmen soll sich laut EU-Experten nichts Grund­legendes ändern, die neuen Regelungen lehnen sich in weiten Bereichen an die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes an.

Auf den zweiten Blick sind jedoch sehr grundlegende Änderungen zu verzeichnen. Sehr augenscheinlich die genannten Strafen von bis zu 20 Millionen Euro beziehungsweise vier Prozent des Jahresumsatzes. Und die wohl weitreichendste Änderung: die Beweis­lastumkehr. Unternehmen haben nun aktiv und unab­hängig davon, ob es überhaupt zu Schäden oder Verstößen kam, nachzuweisen, dass ihr Datenschutz funktioniert, dass alles getan wurde, um einen Datenschutzverstoß zu verhindern, die nötigen Interessen und Ein­willigungen dokumentiert wurden, Daten­löschung bis auf die Ebene der Datensicherung getätigt werden kann und vieles mehr. Dies alles vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Industrie 4.0.

Wir beschäftigen uns bereits seit längerem mit dem Thema Datenschutz. Nützliche Informationen und Unterstützung haben wir in diesem Prozess von der Innung und den Kammern erhalten. Jedoch ist es für mittelständische Unternehmen kaum möglich, die Inhalte der neuen Verordnung ohne externe Hilfe umzusetzen. Bis zum Inkrafttreten liegen auch vor uns noch einige Hausaufgaben, welche einen erheblichen Kraftaufwand neben dem Tagesgeschäft darstellen.

Unbestritten sind persönliche Daten eines unserer höchsten Güter. So lange jedoch mit jeder App-Nutzung und jeder Google-Suche jeder von uns seine Daten freiwillig preisgibt, verbirgt sich mir der tiefe Sinn dieses nahezu unbeherrschbaren Dokumentationsmonsters, das uns mit dieser neuen Verordnung aufgezwungen wird.

Alexander Keil, Leitung Personal & Recht, IT, Wackler, München

Das Ziel der Verordnung, den Schutz von personenbezogenen Daten in der EU zu vereinheitlichen und zu gewährleisten, teilen wir bei Wackler. Es trägt dem gestiegenen Bedürfnis der Menschen Rechnung, die sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung mehr Schutz bei der Verwendung von persönlichen Daten wünschen. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Regelung der DSGVO sowie der nationalen Ausgestaltung zum 25. Mai 2018 im „neuen“ Bundesdatenschutzgesetz, beschäftigt sich die Geschäftsleitung von Wackler unter Einbeziehung und Federführung des Datenschutzbeauftragten im Rahmen eines Projektes bereits seit rund einem Jahr.

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