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Ebrecht-Reker blickt auf 125-jähriges Bestehen zurück

Die Gebäudereinigung Ebrecht-Reker (Osnabrück) blickt auf 125-jähriges Bestehen zurück. Mittlerweile wird das Unternehmen in der vierten Generation von Dirk Reker geführt, die fünfte Generation steht schon bereit.

1895: Das Kaiserreich steht in voller Blüte, Alfred Nobel legt testamentarisch den Grundstein für den Nobelpreis, die Röntgenstrahlen werden entdeckt, der Nord-Ostsee-Kanal eröffnet, Theodor Fontane veröffentlicht seinen Roman Effi Briest und August Ebrecht sen. gründet am 12. September in der Krahnstraße die Firma "Ebrecht" als erstes Osnabrücker "Fensterreinigungsinstitut". Schon zum Start beschäftigt er 15 Mitarbeiter.

Es war eine visionäre Geschäftsidee, denn zu dieser Zeit waren Begriffe wie Gebäudedienst, Objektverwaltung oder Facility Management weder bekannt noch etabliert. Etabliert hat sich dagegen der damals gegründete Betrieb. Heute ist die Gebäudereinigung Ebrecht-Reker Exerte für alle Bereiche der Objektbetreuung und blickt auf 125-jähriges Bestehen zurück.

Durch alle Wirrungen der Zeit

Zwei Weltkriege, Inflation, Zerstörung, Wiederaufbau – die Firma Ebrecht-Reker schaffte es durch alle Wirrungen der Zeit und beschäftigt heute mehr als 200 Mitarbeiter. "Wir sind stolz auf unsere Familie und unsere Firmengeschichte", bringt es Dirk Reker, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt, auf den Punkt. Seine Vorfahren haben den Betrieb durch wirtschaftshistorisch bedeutsame und unruhige Zeiten geführt. 1941 verstarb der Firmengründer und sein Sohn August Ebrecht jun. übernahm die Geschäfte. Den ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen noch unbeschadet. Im zweiten Weltkrieg muss das Geschäft jedoch kurzfristig ruhen. Das Firmengebäude mit Sitz Am Kamp wurde ausgebombt. 1947 nahm die Firma ihre Geschäfte wieder auf. 1953 trat Ewald Reker in die Firma ein. Er und seine Frau Roswitha, die Enkelin des Firmengründers, übernahmen 1958 das Glasreinigungsunternehmen.

Mit Unterhaltsreinigung den Grundstein für stetiges Wachstum gelegt

Mit der Idee, Unterhaltsreinigung in das Geschäftsmodell mit aufzunehmen und auf diese Weise dem Kunden umfassend die Sorge um die Reinhaltung abzunehmen, legte Ewald Reker den Grundstein für stetiges Wachstum – damals vom Wohnhaus der Familie in der Wüstenstraße aus.

1982 trat Dirk Reker, der Urenkel des Firmengründers, ins Unternehmen ein. Nach Gesellen- und Meisterzeit, Erwerb des Betriebswirts im Handwerk und diversen Zusatzausbildungen leitet er seit 1995 die Firma an der Eduard-Pestel Str. 5. Dort wurde 1994 ein Büro-und Hallengebäude errichtet, das ausreichenden Platz für den stetig wachsenden Fuhr- und Maschinenpark sowie die Gerüste und das Material des Unternehmens bietet.

"Der geschäftliche Weitblick meiner Vorfahren, die gezielte Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie unsere Nähe zum Kunden, das waren und sind bis heute die Pfeiler unseres Erfolges" stellt Dirk Reker nicht ohne eine gewisse Ehrfurcht fest. "Mehr denn je kommt es in der heutigen Zeit auf Verlässlichkeit, die Bereitschaft zum Gespräch und den Menschen hinter dem Kunden und Mitarbeiter an. Meine Frau kümmert sich vordringlich um die Kundenpflege und Mitarbeiterbindung.Wir arbeiten Hand in Hand." Dirk Reker selbst steht an der Front und seine Frau Barbara lenkt die Geschicke im Hintergrund. "Sie hat die Ideen und übernimmt die Organisation. Wir sind eben ein Familienunternehmen und da hat jeder seine Aufgaben", freut sich der Inhaber.

Tochter Victoria wird den Betrieb in der fünften Generation weiterführen

Stolz sind Dirk und Barbara Reker darauf, dass Tochter Victoria den Betrieb übernehmen wird. Die 22-jährige ist studierte Betriebswirtschaftlerin und absolviert jetzt die Ausbildung zur Gebäudereinigerin. In der heutigen Zeit sei eine betriebswirtschaftliche Ausbildung Grundvoraussetzung, doch sie fühle sich der Tradition verbunden und da gehöre der Gesellen- und Meisterbrief unbedingt dazu. Handwerk und Tradition – das seien Begriffe, mit denen sie und ihre Schwester groß geworden seien. Besonders wichtig für Victoria Reker ist es, dass sie ihrem Großvater Ewald Reker, der 2016 verstarb, noch von ihrem Entschluss, als Ururenkelin des Firmengründers die Firma in der fünften Generation weiterzuführen, erzählen konnte. "Er hat sich so gefreut und das, obwohl ich kein Junge bin", erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Wie sehr sich Familie Reker mit der Region Osnabrück verbunden fühlt, zeigt sich nicht zuletzt an ihrer Unterstützung diverser Organisationen. So werden die IPA-Tour der Polizei, ein Waschbär im Zoo oder das Symphonische Blasorchester der Angelaschule Osnabrück nicht nur als Fans, sondern auch finanziell unterstützt, ebenso wie der OSC und die Panthers des OSC – Basketballerinnen der 1. Bundesliga. Diese hätten es sich nicht nehmen lassen zum Fest zum 125-jährigen Jubiläum zu kommen. Geplant war ein Festakt mit anschließender lockerer Street-Food-Veranstaltung, eine Party mit Tanz, 500 Gästen, Familie, Freunden, Kunden und Mitarbeitern. "Meine Frau hatte schon alles organisiert und dann kam Corona. Wegen der Risiken und der Verantwortung für alle Beteiligten blieb uns nichts anderes übrig, als die Feier abzusagen", erklärt Dirk Reker.

Jubiläumsfest wird nachgeholt, wenn unbeschwertes Feiern wieder möglich

Besonders leid tue es ihm für die Mitarbeiter. Er hätte sich bei ihnen mit dem Fest, einer großen Tombola und vielen weiteren Aktionen bedanken wollen. Schade sei es auch für Victoria, die bei dieser Gelegenheit offiziell in die Firma eingeführt werden sollte. Dirk Reker verspricht allerdings, das Fest nachzuholen und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem unbeschwertes Feiern ohne Abstandsregeln und Mundschutz wieder möglich ist. Damit das Jubiläum nicht ganz entfällt und um allen am Fest Beteiligten eine kleine Freude zu machen, hat sich die Familie etwas ausgedacht: "Lassen Sie sich überraschen und schauen sie nach unter www.ebrecht-reker.de/125jahre", lädt Dirk Reker ein. / HH

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