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Desinfektions-Roboter soll im Kampf gegen Corona helfen

In nur einer Woche haben Siemens und das chinesische Unternehmen Aucma einen intelligenten Desinfektions-Roboter entwickelt – von der Idee bis zum Prototyp. Schon bald soll dieser gegen Corona und andere Viren in Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Aucma gehört zu den größten Herstellern von Kühlschränken, Elektro-Rollern und Haushaltswaren in China. Siemens betreibt mit dem in Qingdao angesiedelten Unternehmen ein gemeinsames Labor für Anwendungen der Robotik. Als China während des Neujahrsfestes die Bemühungen intensivierte, Corona in den Griff zu bekommen, suchte Yu Qi, der Leiter der Forschungsgruppe Advanced Manufacturing Automation von Siemens in Qingdao, nach einem Weg, den Virus mittels moderner Technologie einzudämmen.

Die Nachricht vom Bedarf an Desinfektions-Robotern brachte Yu Qi auf die Idee, mit Unterstützung seines zehnköpfigen Teams einen neuartigen intelligenten Desinfektions-Roboter zu entwickeln. Ausgangspunkt hierfür war: Die meisten Desinfektions-Roboter kombinieren eine benzinbetriebene Vernebelungspistole und ein elektrisches Fahrwerk. Das Auftanken der Roboter vor Ort ist jedoch schwierig und führt zu Verunreinigungen. Das Team entschied sich daher dafür, einen rein elektrischen Desinfektionsroboter zu entwickeln. Zum Start des Projektes am 7. Februar stellten sich folgende Herausforderungen:

  • Wie lassen sich die Steuersysteme der Vernebelungspistolen und das elektrische Fahrwerk bestmöglich in den Roboter integrieren?
  • Wie maximiert man die Sterilisationswirkung bei geringstmöglichem Einsatz von Desinfektionsmitteln?
  • Wie erreicht der Roboter selbst in engen Räumen eine Abdeckung von 360 Grad?

Informationen in Echtzeit

Der im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit entstandene Roboter – betrieben mit einer Lithiumbatterie und ausgestattet mit zwei Vernebelungspistolen – kann pro Stunde eine Fläche von 20.000 bis 36.000 Quadratmeter desinfizieren. Eine 360-Grad-Kameraplattform überträgt Bilddaten und Informationen in Echtzeit. In Verbindung mit einem Bilderkennungs-Algorithmus kann der Anwender die betroffenen Bereiche per Fernbedienung ansteuern. Damit der Roboter auch auf unterschiedlichen Oberflächen problemlos einsetzbar ist und Hindernisse, Steigungen sowie Neigungen besser überwinden kann, entschieden sich die Entwickler für ein Raupenfahrwerk anstelle von Rädern.

Unmittelbar nach der Markteinführung werde der neue Roboter Siemens zufolge schon bald in Krankenhäusern helfen können, die Verbreitung von Viren zu verhindern. Darüber hinaus soll er auch an Schulen, Büros, Fertigungsstätten und andere öffentliche Einrichtungen zum Einsatz kommen. / GH

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