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Leser fragen, Eva Wieprecht antwortet Angst vor dem Vorstellungsgespräch

Hallo Frau Wieprecht,


nach der Geburt meines zweiten Kindes bin ich nach längerer beruflicher Pause über eine Bekannte in meine jetzige Position regelrecht reingerutscht. Nun arbeite ich schon seit mehreren Jahren in einem Familienbetrieb in der Objektleitung. Zum 1. Dezember 2008 hat mein Mann einen neuen Arbeitgeber, so dass wir umziehen werden und ich zum ersten Mal vor der Situation stehe, mich bewerben und vorstellen zu müssen. Gerade das Vorstellungsgespräch macht mir Sorgen, da ich nicht weiß, was auf mich zukommt und wie ich mich am besten vorbereite. Vielleicht kennen die Leute sich auch gut aus und merken mir meine Unsicherheit und Aufregung gleich an.


Sehr geehrte Leserin,


Bewerbungen und die Vorbereitungen auf ein Interview bzw. einen Vorstellungstermin sind für jeden eine besondere Herausforderung. Es gilt sich auf den Punkt genau bestmöglich vorzubereiten, um eine optimale Leistung, d.h. Ihr bestes Auftreten, abrufen zu können. Mein Tipp ist: Auf Bewerbungsgespräche kann man sich sehr gut vorbereiten, insofern sollten Sie die Zeit nutzen, um genau dies zu tun.

Vorbereitung des Lebenslaufes und der Bewerbung,

angemessene Kleidung,

Wirkung von Körpersprache,

Wirkung von Sprache,

Vorbereitung und Training von Standard-Interviewfragen.


Lebenslauf und Bewerbungsschreiben


Der Lebenslauf enthält ein Deckblatt mit Ihren persönlichen Daten und einem Foto. Auf ein bis zwei Folgeseiten stellen Sie Ihre Lebensstationen dar. Mit der letzten Station beginnend, bauen Sie chronologisch absteigend ihren Lebenslauf auf. Der Lebenslauf enthält persönliche Daten, beruflichen Werdegang, Ausbildungen und Abschlüsse, Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sowie persönliche Interessen. Der Aufbau ist tabellarisch. Im Bewerbungsschreiben nehmen Sie zum einen Bezug auf den Bewerbungsanlass (z.B. Anzeige im Fachblatt), skizzieren Ihr Interesse und den persönlichen Bezug zu den fachlichen und persönlichen Anforderungen der Anzeige. Falls Sie bei der Gestaltung und dem Aufbau von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben Unsicherheiten haben, so bieten Fachliteratur und viele Angebote im Internet Hilfestellungen und Muster. Nutzen Sie diese. Achten Sie bei Ihrem Bewerbungsfoto auf Professionalität und Aktualität. Das Foto ist Ihre visuelle Visitenkarte und sollte Sie von Ihrer besten Seite zeigen und gleichzeitig dem Bild entsprechen, wie man Sie dann auch im persönlichen Gespräch sehen wird.

Achten Sie auf eine typgerechte und dem Anlass als auch der Position angemessene Kleidung. Für das Gespräch sind dezente und gedeckte Farben vorzuziehen. Wichtig sind geputzte, dezente Schuhe abgestimmt zum Stil der Kleidung und ohne schiefe Absätze. Bei Schmuck und Makeup heißt es, „weniger ist mehr“.

Körpersprache

Der verstorbene Psychologe Paul Watzlawick hat formuliert, „man kann nicht nicht kommunizieren“„ und meinte damit, dass auf der Ebene der nonverbalen Kommunikation unsere Mimik und Körpersprache immer Auskunft über unseren inneren Gemütszustand geben. Möchten Sie sich von einer besonders positiven Seite zeigen, so bringen Sie sich vorher in die innere Stimmung, die Sie gerne präsentieren möchten. Was Sie innerlich erleben, bringen Sie unwillkürlich über die nonverbale Kommunikation zum Ausdruck, darum wählen Sie Ihre Stimmung vor dem Gespräch. Wollen Sie zum Beispiel sicher und kompetent im Gespräch sein, so denken Sie zur Vorbereitung an eine Situation, in der es Ihnen möglich war, sicher und kompetent aufzutreten. Halten Sie während des Gespräches Blickkontakt. Denken Sie daran, dass Sie bereits mit dem Eintritt in das Besprechungszimmer bereits einen ersten Eindruck hinterlassen. Insofern gehen Sie selbstbewusst, mit einem offenen und freundlichen Gesicht und Blick zu ihren Gesprächspartnern in den Raum. Achten Sie auf eine aufrechte Sitzhaltung, Blickkontakt zum Gesprächspartner und Hände sichtbar auf dem Tisch.


Sprache

Die Wahl Ihrer Sprache entscheidet mit über Ihren Erfolg, insofern rate ich Ihnen auf die folgenden Aspekte zu achten:

Bilden Sie kurze Sätze,

Benutzen Sie eine aktive Sprache,

Vermeiden Sie Weichmacher wie „vielleicht“, „würde“, „könnte“,

Vermeiden Sie Negationen,

Sprechen Sie klar,

Nutzen Sie ganz gezielt Pausen.


Pausen helfen Ihnen, Ihre Gedanken zu sortieren, sie drücken Kompetenz aus und heben das Gesagte hervor. Berichten Sie von Ihren fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und nutzen Sie konkrete Beispiele, um diese zu untermauern.

Vorbereitung und Trainings von Standardfragen

Übung macht den Meister und Reden lernt man vom Reden. Getreu dieser Redewendungen kann ich Ihnen nur ans Herz legen, sich mit den Standardfragen von Bewerbungsgesprächen vertraut zu machen. In der Fachliteratur finden Sie eine große Auswahl der möglichen Fragen. Nehmen Sie sich Standardfragen und beantworten Sie diese zunächst schriftlich. Üben Sie die Beantwortung der Fragen ein und nutzen Sie dann einen praktischen Testlauf mit einem Gesprächspartner. Bitten Sie eine Person, Ihnen die Fragen zu stellen, bei deren Beantwortung Sie nun unter Beweis stellen können, was Sie trainiert haben. Nutzen Sie die Rückmeldung Ihres Gesprächspartners. Wie haben Sie persönlich gewirkt? Wie kommt die Antwort bei der anderen Person an? Nutzen Sie die Möglichkeiten einer guten Vorbereitung, schließlich wollen Sie sich im Bewerbungsgespräch auf der Spitze Ihrer Möglichkeiten zeigen. Ich wünsche Ihnen für die Gespräche viel Erfolg und einen guten Start für den neuen Standort.

Ihre Eva Wieprecht

Sie haben eine Frage an Eva Wieprecht? Schreiben Sie uns:

Hans Holzmann Verlag, Redaktion rationell reinigen, Stichwort: Eva Wieprecht, Gewerbestraße 2, 86825
Bad Wörishofen oder per E-Mail an: $(LEmailto:rebecca.eisert@holzmannverlag.de:rebecca.eisert (at)holzmannverlag.de)$ .

Standardfragen für das Bewerbungsgespräch finden Sie auf rationell-reinigen.de. Geben Sie den rr-Web-Code 2771448 ins Suchfeld ein!

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