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Reinigung von angrenzend verlegten Bodenbelägen An der Umsetzung gescheitert

Im Vorfeld alles richtig gemacht, den Einsatz von Scheuersaugautomaten geplant und an der Umsetzung gescheitert. Durch mangelhaftes und nicht sachgemäßes Arbeiten mit dem Scheuersaugautomaten wurde ein an den elastischen Bodenbelag grenzender Teppich im Randbereich beschädigt. Der Fehler war im ganzen Kaufhaus auf vier Etagen zu finden.

-Der mit der Reinigung beauftragte Dienstleister hatte sich entschieden, die Hauptverkehrsflächen in einem großen Einzelhandelskaufhaus mit einem Scheuersaugautomaten (Aufsitzer) zu reinigen mit Sicherheit die einzig richtige Entscheidung in Anbetracht der Marktsituation und des damit verbundenen Preisdrucks in der Gebäudereinigung. Aber Reinigungsmaschinen sollten nur von umsichtigem und geschultem Personal eingesetzt werden, um Schäden wie die hier entstandenen zu vermeiden.

Die Verkaufsflächen des Hauses sind aus verkaufspsychologischen Gründen mit einem textilen Bodenbelag versehen. Statt nun den Randbereich der Hauptverkehrsflächen von Hand mit einer geeigneten Methode wie dem Feuchtwischen zu reinigen, versuchte das eingesetzte Reinigungspersonal, möglichst effektiv zu arbeiten und fuhr mit den Reinigungsmaschinen gerade im Randbereich immer wieder über die textilen Flächen.

Gleichgültigkeit, mangelhafte Schulung oder Zeitdruck?

Handelt es sich um Gleichgültigkeit des Personals, mangelhafte Schulung oder um Zeitdruck, hervorgerufen durch utopische Vorgaben? Wahrscheinlich von allem ein bisschen. Wie lässt es sich sonst erklären, dass eine Reinigungskraft die Einscheibenmaschine nach dem Nassscheuern auf den Teppich stellt, die Borsten der Bürste noch zu sehen sind und der Dienstleister dem Gutachter gegenüber äußert, der Fleck sei nicht auf den Einsatz einer Einscheibenmaschine zurückzuführen? Bestimmt ist das auch eine Frage der mangelnden Identifikation mit der ausgeführten Arbeit. Den elastischen Bodenbelag gemäß Leistungsverzeichnis gereinigt, dabei aber den angrenzenden textilen Bodenbelag vergessen.

Bei aller Kritik an den eingesetzten Reinigungskräften muss man weitere Fragen stellen: Warum wurde nicht nach dem ersten Auftreten der Schäden versucht, diese mit leichten Hilfsmitteln zu vermeiden? Warum war es nicht selbstverständlich, dass die vorhandenen Schäden automatisch vom Dienstleister im Rahmen seiner Unterhaltsreinigung beseitigt wurden?

Das Aufstellen von Verkehrssicherungspilonen oder auch mit Absperrband markierte Leerkanister hätten es dem Maschinenpersonal erleichtert, die Ecken und Kanten zu sehen, die während der Reinigung mit der Schmutzflotte überzogen wurden. Der Aufwand wäre gering gewesen und die Kundenzufriedenheit größer. Außerdem hätte man das Personal aktiv sensibilisiert. Mit dem Aufbau eines einfachen Meldeschemas hätte man die Schäden vermeiden und den Kunden wahrscheinlich sichern können.

Folgendes Vorgehen wäre ratsam gewesen:

  • Einweisung des Personals in die Problematik des angrenzenden textilen Bodenbelags.
  • Aufstellen von Hilfsmitteln als Reinigungswegbegrenzer.
  • Gewöhnen an die Gegebenheiten und laufende Schulungen
  • im Objekt.
  • Melden von Verunreinigungen und sofortiges Entfernen.

Sascha Hintze, Gebäudereinigermeister, zertifizierter Sachverständiger | heike.holland@holzmannverlag.de

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