Mitarbeiterführung -

Fehlzeiten reduzieren Aktive Personalpolitik hilft

Fehlzeiten kosten Geld. Krankheitsbedingte Ausfälle belasten außerdem die Kollegen. Aktive Personalpolitik und ein gutes Betriebsklima können helfen, Fehlzeiten zu verringern.

- Beliebte Ursachen für das Fehlen des Mitarbeiters sind Krankheiten, z.B. Erkältungen, Kreislaufstörungen, Rheuma oder allgemeines Unwohlsein, was nur zu einem oder zwei Tagen Abwesenheit führt. Beispiel: Ein Mitarbeiter wacht mit Kopfschmerzen und Kratzen im Hals auf. Er sagt sich: „Ich versuch’s mal. Vielleicht geht es mir im Laufe des Tages besser. Ich kann ja den Chef und meine Kollegen nicht im Stich lassen.“ Oder er entscheidet: „Ich bin krank. Ich werde anrufen und sagen, dass ich nicht kommen kann.“ Unwohlsein führt also zu ganz unterschiedlichen Auswirkungen.

Man muss sich einmal in die Lage des Mitarbeiters versetzen, der einen kranken Kollegen vertreten soll. Da fallen natürlich Überstunden an, es entsteht Hektik, denn die Arbeit des Kranken muss von einem oder zwei Mitarbeitern erledigt werden. Termine müssen eingehalten werden, egal wer krank ist. Was also denkt derjenige, der einen Kranken vertritt: „Jetzt, wo mein Kollege krank ist, muss ich mehr und schneller arbeiten. Warum soll ich eigentlich immer nur die Mehrarbeit machen, für die ich nicht bezahlt werde?“ Wer einen anderen vertritt, muss zusätzliche Arbeit unter Zeitdruck verrichten und macht wegen der Hektik dann auch Fehler. Schließlich riskiert der gesunde Mitarbeiter seine eigene Gesundheit, denn Stress durch Mehrarbeit ist ein Risikofaktor. Häufige Folge: Kommt der Kranke zurück, ist der Gesunde krank.

Wer die Wertschätzung von Vorgesetzten und Kunden spürt, hat Freude an der Arbeit. Wo das Gefühl, gebraucht zu werden, da ist, kommt der Mitarbeiter auch mal mit Halsweh zur Arbeit. Wenn die Kollegen ein gutes Verhältnis untereinander haben, richtig aufeinander eingespielt sind, sinken Fehlzeiten. Wo Motivation vorherrscht, ist der Einzelne auch bei kurzfristigem Unwohlsein anwesend. Es ist ihm peinlich, wenn er durch Abwesenheit glänzt. Steht Kollegialität hoch im Kurs, gibt es weniger bzw. kürzere Fehlzeiten. Schlechtes Betriebsklima dagegen erhöht die Fehlzeiten.

Wenn sich jemand zunächst telefonisch montags krankmeldet, darf man ihm nicht „Krankfeiern“ unterstellen. Appelle an das Pflichtbewusstsein sind wirksamer: „Ich weiß, dass Sie gerne kommen würden, Sie sind pflichtbewusst und wir hoffen, dass Sie bald wieder erscheinen können.“ Allerdings: In besonderen Fällen muss die Abmahnung von „permanenten Krankfeierern“ und „Blaumachern“ erfolgen. Liegt vielleicht auch Eigenverschulden vor? Dem Mitarbeiter die Kosten seiner Abwesenheit transparent zu machen, ist dann wirkungsvoll. Auf alle Fälle muss ein vorwurfsvoller Ton vermieden werden. Fehlzeiten zu vermeiden heißt nicht, einen Halbkranken „auf die Beine zu stellen“. Eine tatsächlich gegebene Krankheit könnte sich verschlimmern, die Fehlzeit wäre später länger. Wer halbkrank arbeitet, bringt nicht die volle Leistung. Denn halbe Leistung bei Fieber sind halbe Fehlzeiten.

Rolf Leicher | Dipl.-Betriebswirt, Kommunikationstrainer

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