Ein Gebäudedienstleistungsbetrieb kann auch bei der Wäsche und Aufbereitung von Reinigungstextilien Unternehmensverantwortung beweisen. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und ergonomische Lösungen für die Beschäftigten gehören dazu.

In der Gebäudereinigung bekennen sich viele Betriebe zu Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit. Dahinter verbirgt sich üblicherweise die Selbstverpflichtung, in sämtlichen Handlungsweisen und Entscheidungen nicht nur die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu berücksichtigen, sondern auch die ökologischen und sozialen Effekte einzubeziehen. Diese Prinzipien lassen sich auf alle Betriebsbereiche übertragen – auch auf die Wäsche der Reinigungstextilien. Nachfolgend verschiedene Maßnahmen, mit denen sich ein nachhaltiges Konzept umsetzen lässt und die zu Effizienzsteigerung, Verringerung von Umweltauswirkungen und dem Erhalt der Arbeitskraft beitragen.
Was bei der Beschaffung zu beachten ist
Die Grundsätze der Nachhaltigkeit können bereits bei der Beschaffung von Wischbezügen und Reinigungstüchern angewendet werden. So entlasten Produkte, die lange im Gebrauch bleiben können, das Budget und die Umwelt. Gleichzeitig erleichtern Wischbezüge und Tücher, die genau auf den Einsatzzweck abgestimmt, leicht identifizierbar und reinigungsstark sind, den Beschäftigten die Arbeit. Eine hohe Produktqualität, nicht der niedrigste Preis, stellt eine wichtige Grundlage für nachhaltige Reinigungstextilien dar. Bei der Beschaffung können verschiedene Faktoren einbezogen werden, um einen optimalen Dreiklang aus Wirtschaftlichkeit, sozialer und ökologischer Verantwortung zu erreichen:
- Die Textilien sind gegen die verwendeten Reinigungschemikalien beständig und werden nicht durch sie angegriffen oder zerstört.
- Wischbezüge und Reinigungstücher können in Industriewaschmaschinen bei bis zu 95 Grad Celsius gewaschen werden und sind trocknergeeignet. Viskosefasern dürfen in solchen Produkten nicht enthalten sein.
- Die Reinigungstextilien sind hochwertig verarbeitet (zum Beispiel in puncto Nahtqualität oder Einbindung der Schlaufen und Schlingen).
- Die Textilien enthalten nachweislich recyceltes Fasermaterial, weil dessen Kohlendioxid-Fußabdruck geringer ist als der von Neuware.
- Die Reinigungstücher und Wischbezüge sind aus einem einzigen Faserstoff (Monomaterial) gefertigt, was ein unkompliziertes Recycling erlaubt.
- Die Textilien sind nach einem anerkannten Nachhaltigkeitsstandard zertifiziert (zum Beispiel EU-Umweltzeichen oder Nordic Swan), der eine umweltfreundliche Herstellung attestiert.
- Vor einer Sortimentseinführung sollten die versprochenen Eigenschaften der Textilien über Waschtests im Betrieb überprüft werden.
Vor dem Waschen sortieren
Nach einer Objektreinigung sind Wischbezüge und Tücher mit verschiedenen Reinigungschemikalien versetzt, haben sehr unterschiedliche Schmutzfrachten und können auch mit Mikroorganismen und Krankheitserregern kontaminiert sein. Es versteht sich von selbst, dass sich die gemeinsame Aufbereitung solcher Wäscheposten verbietet – vor allem dann, wenn auch noch Reinigungstextilien aus diversen Fasermaterialien und -mischungen zum Einsatz gekommen sind.
Das Zusammentreffen von Reinigungsmitteln mit stark abweichenden pH-Werten oder oxidativer und reduktiver Wirkung kann beispielsweise zu gefährlichen Reaktionen führen. Gelangen wiederum stark und leicht verschmutzte Wischbezüge in die Waschtrommel, hat dies unter Umständen ein Verflusen des gesamten Waschpostens zur Folge. Sollten Reinigungstextilien aus dem Gesundheitswesen mit solchen aus der Büroreinigung gemischt und keinem desinfizierenden Waschverfahren unterzogen werden, ist einer Verschleppung von Erregern Tür und Tor geöffnet. Außerdem werden für die Aufbereitung von Wischbezügen aus Baumwolle andere Waschchemikalien benötigt als für solche aus synthetischen Fasern Aus diesen Gründen ist das Sortieren der Reinigungstextilien nach Gebrauch sowohl für ein gutes Waschergebnis als auch eine lange Gebrauchstauglichkeit unerlässlich.
Betriebe, die Reinigungsarbeiten in Einrichtungen des Gesundheitswesens durchführen, sollten die dort anfallenden Textilien zudem einer Risikobewertung und Beurteilung der von ihnen ausgehenden Infektionsgefährdung unterziehen. Zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden können sie daraus die notwendigen Verfahrensanweisungen ableiten. Wird etwa das Risiko einer infektiösen Wäsche festgestellt, sind, je nach ermittelten Biostoffen und Risikogruppe, Maßnahmen des Arbeitsschutzes in der Reihenfolge technisch, organisatorisch und persönliche Schutzausrüstung zu ergreifen. Diese sind, wie weitere wichtige Informationen, in der DGUV-Information 203-084 "Umgang mit Wäsche aus Bereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung" zusammengefasst.
Warum Profi-Maschinen sinnvoll sind
Der Waschprozess ist maßgeblich für die Sauberkeit, Langlebigkeit und Reinigungsleistung der Textilien verantwortlich. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 zufolge macht es einen großen Unterschied, ob Reinigungstextilien in einer Haushaltswaschmaschine, industriellen Waschschleudermaschine oder Waschstraße aufbereitet werden. Die Studie ergab, dass in einer Haushaltsmaschine gewaschene Wischbezüge schon nach 172 Waschgängen nur noch eine Reinigungsleistung unter 30 Prozent aufweisen. Der Mopp ist dann quasi unbrauchbar und muss aussortiert werden.
In der zum Vergleich herangezogenen professionellen Waschmaschine wurde dieser Effekt erst nach etwa 450 Waschgängen erreicht. Eine auf die tatsächliche Beladung exakt abgestimmte Waschmitteldosierung wird als Grund angegeben, dass die so aufbereiteten Wischbezüge 2,6-mal länger verwendet werden können als solche, die in einer Haushaltsmaschine gewaschen wurden. Außerdem zeigten die Versuche, dass die Lebensdauer eines Mopps stark durch die Art der Entwässerung beeinflusst werden kann. Speziell die Pressenentwässerung einer Tunnelwaschanlage kann die Haltbarkeit, je nach Konstruktion der Wischbezüge, merklich verkürzen, da der hohe Druck sowohl Fasern als auch Beschichtungen schädigen kann. Die Auswahl der Waschmaschine oder -anlage hat also einen großen Einfluss auf eine nachhaltige Wäscheaufbereitung.
Die Waschparameter abwägen
Gleichzeitig spielt der Ressourcenverbrauch beim Waschen eine wichtige Rolle. Um Hygienevorgaben in Gesundheitswesen und Lebensmittelindustrie einzuhalten, müssen die Reinigungstextilien einem desinfizierenden Waschprozess unterzogen werden. Dafür wird die Wäsche entweder zehn Minuten bei 90 Grad Celsius oder unter Anwesenheit von aktivem Sauerstoff bei einer Temperatur von 60 Grad und einer Einwirkzeit von 20 Minuten beziehungsweise 75 Grad und 15 Minuten aufbereitet.
Da das Aufheizen der Waschflotte ein energiereicher Vorgang ist, gibt es immer wieder Versuche, die Prozesstemperatur zur Schonung der Ressourcen zu senken. Allerdings empfiehlt sich eine kritische Überprüfung unter Beachtung der vier Sinnerschen Faktoren Chemie, Zeit, Temperatur und Mechanik. Diese sind idealerweise zu gleichberechtigten Teilen am Waschprozess beteiligt. Wird eine Komponente verändert, hat dies Auswirkungen auf die anderen Parameter. So muss eine niedrigere Temperatur durch höheren Wasch- und Hilfsmitteleinsatz und/oder mehr Waschmechanik kompensiert werden. Beides schädigt mittelfristig die Fasern, die Nutzungsdauer der Textilien sinkt. Steigt hingegen die Temperatur, um Fette zu lösen und Mikroorganismen unschädlich zu machen, ist zwar der Energieverbrauch höher, aber die Waschzeit und der Chemikalieneinsatz sinken. Ein nachhaltiges Waschverfahren für die bei einem Gebäudereiniger anfallenden Aufbereitungsaufgaben erfordert daher ein Abwägen der Waschparameter auf die Lebensdauer der Reinigungstextilien.
Wie umweltbewusstes Waschen gelingt
Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten für umweltbewussteres und mitarbeiterfreundliches Waschen:
- Eine Waschmaschine muss langlebig sein. Industriemaschinen halten viele Jahre. Haushaltsmaschinen sind hingegen für leicht verschmutzte Textilien konzipiert und gebaut, weshalb sie für den gewerblichen Einsatz ungeeignet sind und oft schon nach einem Jahr ersetzt werden müssen.
- Maschinen müssen reparierbar und die Ersatzteile für viele Jahr verfügbar sein.
- Vor dem Einladen sollten Wischbezüge ausgeschüttelt werden, um den Schmutz- und Fluseneintrag zu verringern, Waschmittel zu sparen und die Waschmaschine zu schonen. Die Flusenfilter sollten regelmäßig gereinigt werden, um Fehlfunktionen der Maschine zu vermeiden.
- Um Hygienevorgaben in entsprechend klassifizierenden Objekten zu gewährleisten, dürfen die dort eingesetzten Textilien nur in Waschmaschinen aufbereitet werden, die eine Einhaltung der geforderten Temperatur und Haltezeit gewährleisten. Haushaltswaschmaschinen sind dafür ungeeignet und ein Hygienerisiko für den Kunden.
- Die Trommellochung sollte möglichst groß sein, um eine hohe Spüleffizienz zu erreichen.
- Eine Über- oder Unterbeladung der Maschinen sollte unbedingt vermieden werden. Dadurch können teure Nachwäsche und ein übermäßiger Wasser- und Energiebrauch verhindert werden.
- In der Vorwäsche sollte auf die Zugabe von Waschmitteln verzichtet werden, da die Reinigungstextilien noch Restreinigungsmittel enthalten.
- Es gibt Industriemaschinen, die eine genaue Messung der Wäschemenge vornehmen. Je genauer die Bestimmung der Zuladung, desto genauer kann die Dosierung der Waschsubstanzen berechnet werden.
- Eindeutige Piktogramme auf dem Bediendisplay erleichtern auch neuen Wäschereimitarbeitern die Wahl des richtigen Waschprogramms.
- Der Anschluss eines Dosiersystems an die Waschmaschinen verhindert eine Zugabe der Waschmittel nach dem Pi-mal-Daumen-Prinzip und stellt gute Waschergebnisse sicher. Dies gewährleistet außerdem eine genaue Zugabe von Desinfektions- oder Reinigungsmitteln für vorgetränkte Wischbezüge, was die Mitarbeiter vom Ansatz der Lösungen entlastet. Sollte kein Anschluss an eine Dosieranlage möglich oder gewünscht sein, verbessern kippbare, farblich markierte Waschmittelschubladen die Sicht auf die Fächer und erleichtern die Zugabe.
- Die Rückführung von Spülwasser in Rückgewinnungstanks und Wärmetauscher für die Nutzung der im Wasser gebundenen Wärmeenergie verbessern die Nutzung von Ressourcen.
- In der Wäscherei installierte digitale Überwachungssysteme – etwa in Wasserleitungen – zeichnen den Verbrauch auf und detektieren Abweichungen, sodass unnötige Verluste von Ressourcen eingedämmt werden.
- Ein Posten Wischbezüge kann aufgrund der gebundenen Reinigungsflotte zum Teil sehr schwer sein. Ergonomisch gestaltete Waschmaschinen erleichtern den Beschäftigten das Be- und Entladen und verringern gleichzeitig Verletzungsrisiken, was wiederum der Produktivität zugutekommt.
Nachhaltiger trocknen
Der Trockenprozess gehört zu den Energiefressern in der Wäscherei. Mittels der durch Heißdampf, Heißluft oder elektrische Energie erzeugten Hitze muss die in der Wäsche gebundene Nässe verdampft werden. Dabei richtet sich die Dauer des Prozesses unter anderem nach den in den Reinigungstextilien verarbeiteten Faserarten. So sind Baumwolle und Viskose in der Lage, mehr Feuchtigkeit zu binden als Polyester oder Polyamid, weshalb solche Reinigungstextilien mehr Trockenzeit benötigen als synthetische Fasermaterialien.
Ein weiterer die Dauer (und damit den Energieverbrauch) bestimmender Faktor ist die Konfektion. Doppellagige oder Taschenmoppsysteme weisen überlappende Bereiche auf, die unter Umständen mehr Zeit zum Trocknen benötigen als die Fläche. In diesem Fall muss die Prozessführung darauf abgestimmt werden und für eine gleichmäßige Trocknung aller Bereiche sorgen. Wird jedoch aus Zeitgründen zu heiß getrocknet, werden die für die Hitze leicht zugänglichen Bereiche thermisch geschädigt, büßen ihre Reinigungswirkung ein und die Wischbezüge müssen vorzeitig ausgetauscht werden. Eine zu geringe Trockentemperatur wiederum kann ein Untertrocknen zur Folge haben; die Textilien bleiben unter Umständen feucht, was den Befall durch Mikroorganismen begünstigt und eine Nachwäsche nach sich zieht.
Neben einer optimalen Prozessführung können weitere Faktoren zu mehr Nachhaltigkeit beim Trocknen beitragen.
- Moderne Wärmepumpentrockner benötigen erheblich weniger Energie als Abluft- oder Kondenstrockner und haben eine dementsprechend bessere CO2-Bilanz.
- Je geringer die Restfeuchtigkeit des entwässerten Waschpostens, desto weniger Wasser muss beim Trocknen verdampft werden. Beim Zentrifugieren und beim Pressen muss jedoch die Empfindlichkeit der Reinigungstextilien berücksichtigt werden, um vorzeitige Schädigungen am Produkt zu vermeiden.
- Es empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung der Trockentemperatur mit Temperaturmessstreifen.
- Jedes Textil erfordert ein passendes Verfahren, das im Trockner programmiert sein sollte. Ein übersichtliches Display erleichtert den Beschäftigten die Wahl des richtigen Programms.
- In warmem Zustand in einen Trockner geladene Wäsche benötigt weniger Aufheizenergie.
- Das regelmäßige Abreinigen der Filter vermeidet unnötige Wärmeverluste.
Es gibt zahlreiche weitere Ansatzpunkte, eine Wäscherei nachhaltiger zu machen, Ressourcen optimal zu nutzen, die ergonomischen Bedingungen eines Arbeitsplatzes zu verbessern und die Langlebigkeit der Reinigungstextilien zu erhalten. Hinschauen lohnt sich.
Sabine Anton-Katzenbach | heike.holland@holzmann-medien.de