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2020: Höherer Mindestlohn für Reinigungsbranche

Am 1. Januar 2020 ist die dritte Stufe der von BIV und IG BAU vereinbarten Lohnerhöhungen (Tarifvertrag 2018 bis 2020) in Kraft getreten. Der Mindestlohn im Gebäudereiniger-Handwerk ist in allen Lohngruppen angestiegen.

I n Lohngruppe 1 beträgt der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn jetzt 10,80 Euro im Westen (bislang: 10,56 Euro) und 10,55 Euro im Osten (bislang 10,05 Euro) . Ab 1. Dezember 2020 sind es bundesweit 10,80 Euro.  

Ab diesem Zeitpunkt gibt es in der Gebäudereinigung nur noch ein Tariflohnniveau. Das Gebäudereiniger-Handwerk gehört zu den ersten Handwerksbranchen, die die Angleichung von West- und Ostlöhnen vollziehen.

Der zweite allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn – für den Bereich Fassaden- und Glasreinigung ( Lohngruppe 6) ist seit 1. Januar 2020 auf 14,10 Euro im Westen (bislang: 13,82 Euro) und 13,50 Euro im Osten (bislang: 12,83 Euro) gestiegen. Ab 1. Dezember 2020 sind es bundesweit 14,10 Euro.

Die Ausbildungsvergütungen im Westen betragen nun je nach Lehrjahr 775 Euro, 900 Euro und 1.050 Euro im Monat (bislang: 725, 860, 1.000 Euro). Im Osten sind es 730, 865 und 1.005 Euro (bislang: 685, 820 und 955 Euro). Ab 1. Dezember 2020 gelten auch bei der Ausbildungsvergütung einheitliche Konditionen in West und Ost.

Der allgemeine gesetzlichen Mindestlohn liegt aktuell bei 9,35 Euro und damit rund 15 Prozent unter den Einstiegslöhnen in der Gebäudereinigung.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Lohnerhöhungen hat sich der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) erneut für die Abschaffung der Minijobs oder Aufhebung der starren 450-Euro-Grenze ausgesprochen. Die Grenze ist seit Januar 2013 nicht mehr der allgemeinen Lohnentwicklung angepasst worden. Mehr als 100.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung arbeiten laut BIV an genau dieser Schwelle. Dies bedeute, dass die Unternehmen zu Jahresbeginn all diese Arbeitsverträge anpassen müssten. Die Beschäftigten bekommen nun nicht mehr Geld, sondern 15 Minuten mehr Freizeit pro Woche.

Die Bundesregierung mache arbeitnehmerschädigende ebenso wie arbeitgeberschädigende Politik, sagt Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks. Die 450-Euro-Grenze führe zu massiver Bürokratie, Arbeitsverträge müsstn zu Hunderttausenden angepasst werden, zudem sinke die Flexibilität.

Der BIV erwarte von CDU, CSU und SPD eine Richtungsentscheidung: Entweder Minijobs werden bundesweit und branchenübergreifend abgeschafft (wie vom BIV favorisiert) oder die 450-Euro-Grenze wird nach oben angepasst. Das Aussitzen des Problems, so wie es die Große Koalition seit Jahren betreibe, sei die schlechteste Option. „Diese Minijob-Untätigkeit fügt Arbeitgebern und Beschäftigten Schaden zu“, sagt Thomas Dietrich. / HH

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