Anfangs stand die Konstruktion, Herstellung und der Vertrieb von Heizsystemen im Mittelpunkt. 1950 präsentierte Alfred Kärcher ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger. Dies markierte den Einstieg in den Reinigungsgerätemarkt und war der Grundstein für das spätere Hauptgeschäftsfeld. Alfred Kärcher erlebte den Durchbruch seiner Erfindung nicht mehr – bis zu seinem Tod im Jahr 1959 waren Heizsysteme und industrielle Dampferzeuger die wichtigsten Umsatzträger.
Strategiewechsel
Seine Witwe, Irene Kärcher, führte das Unternehmen weiter. 1974 leitete sie zusammen mit der damaligen Geschäftsleitung einen Strategiewechsel ein. Obwohl das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt auch mit anderen Produkten erfolgreich war, wurde der Fokus nun ganz auf die Hochdruckreinigung gelegt.
Ab 1980 richtete sich Kärcher auf den gesamten Grundbedarf Reinigung in den Bereichen Transport und Gebäude aus. Das Programm umfasst Lösungen für fast alle Reinigungsaufgaben: Hochdruckreiniger, Sauger, Kehr- und Scheuersaugmaschinen, Kfz-Waschtechnik, Reinigungsmittel, Trockeneis-Strahlgeräte und Teilereiniger sowie Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen.
Ein weiteres einschneidendes Jahr war 1984: Kärcher stellte den weltweit ersten tragbaren Hochdruckreiniger für Privathaushalte vor und schuf damit einen komplett neuen Markt. Mit weiteren Produkten für den privaten Gebrauch dehnte das Unternehmen zu Beginn der 90er Jahre seine Aktivitäten auf dem Endverbrauchermarkt aus. Dazu zählen heute u.a. Staub- und Nass-/Trockensauger, Dampfreiniger, Sprühextraktions- und Fensterreinigungsgeräte sowie ein Reinigungsroboter. Dem schließen sich seit 2006 Pumpen für Haus und Garten mit Bewässerungszubehör an. Heute sind rund 2.200 Produkte im Programm. 1974 waren es erst sieben.
Rekordumsatz im Jubiläumsjahr
Nach dem ersten Halbjahr des Jubiläumsjahres fällt das Familienunternehmen ein positives Fazit: Mit rund 820 Millionen Euro hat Kärcher den höchsten Umsatz und mit rund 4,3 Millionen verkauften Geräten die höchste Stückzahl in einem Halbjahr erzielt. Das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr beträgt 15 Prozent. Zum Ende des Geschäftsjahres peilt das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro Umsatz an. Derzeit entfallen 50 Prozent des Umsatzes auf den B2B-Bereich. Jährlich investiert Kärcher zwischen 60 und 80 Millionen Euro (ohne Werkzeug und Marketingausgaben). Davon fließen rund fünf Prozent in Forschung und Entwicklung. Die Auslandsquote liegt bei mehr als 80 Prozent.
Kärcher beschäftigt in 47 Ländern mehr als 7.100 Mitarbeiter. Die Reinigungsgeräte werden in Deutschland, Italien, den USA, Brasilien, Mexiko und China produziert.