Aktuelles Heft 2/2012

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Karl Breer, Geschäftsführer Breer Gebäudedienste und Vorsitzender des BIV-Ausschusses Technik und Betriebswirtschaft.
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Karl Breer, Geschäftsführer Breer Gebäudedienste, Heidelberg

„Konzentration auf die Kernkompetenz, den Rest outsourcen“ war ein gängiges Erfolgsrezept der letzten Jahrzehnte. Dass dieser Trend sich nun umkehrt, ist eine Begleiterscheinung des enormen Verdrängungswettbewerbs in unserer Branche. Stetig sinkende Preise
und steigende Quadratmeterleistungen, fernab jeder Realisierbarkeit, können zu schlechterer Qualität und unzufriedenen Kunden führen.

Es stellt sich daher die Frage, wie dieser Entwicklung entgegengesteuert werden kann. Am wichtigsten ist es zweifellos, im intensiven Dialog mit seinen Kunden zu stehen. Nur so gelingt es, zu verdeutlichen, was alles an Know-how hinter der so einfach erscheinenden Dienstleistung „Reinigung“ steckt: Die schwierige Personalauswahl unter Berücksichtigung der kulturellen Unterschiede der Bewerber, die signifikant höhere Krankheitsquote bei Eigenreinigungskräften, Organisation der Urlaubs- und Krankheitsvertretungen, permanente Anpassung der Reinigungsprozesse an den Stand der Technik und Haftpflichtschäden bei der Eigenreinigung sind nur einige der Argumente, die Kunden immer wieder vor Augen geführt werden müssen.

Auch der Ausschuss Technik und Betriebswirtschaft des BIV, den ich leite, hat sich dieser Problematik angenommen. So tagte am 18. Februar eine Gruppe in Bonn, die Argumente „pro Outsourcing“ zusammentrug. Eine weitere Aufgabenstellung erhielt dieser Ausschuss von öffentlichen und privaten Auftraggebern. Diese baten den BIV um Argumentationshilfen, nicht immer den billigsten Anbieter nehmen zu müssen, sondern wie in der VOL auch vorgesehen, das wirtschaftlichste Angebot an weiteren Kriterien als allein dem Preis zu identifizieren.

Ziel ist eine Bewertungsmatrix, die den Preis zwar immer noch hoch gewichtet, aber weitere Merkmale wie Qualitätsmanagement, plausible Quadratmeterleistungen, Ausbildungsquote etc. mit in die Entscheidungsfindung einfließen lässt. Vielleicht zeichnet sich hier ja der Silberstreif am Horizont ab, der den Ausweg aus der Misere aufzeigt: Nicht „Wer ist der Billigste“ und „Insourcing“, sondern die Auswahl des besten Dienstleisters, der ideal zum Kunden und der jeweiligen Aufgabenstellung passt, ist der Königsweg!