Das Jahresende lädt dazu ein, Bilanz zu ziehen. Wie war 2011, außer sehr schnell vorbei?
Nach einem optimistischen Start, durch die positiven Wirtschaftsdaten bedingt, kamen im Sommer der Aktienkurssturz, dann die Euro- und Griechenlandkrise.
Seit kurzem sind die Zeitungen voll mit der Prophezeiung über eine bevorstehende Rezession („Double Dip“). Wie schätzen Sie die Aussichten für die nächsten 12 Monate ein?
Ich glaube, dass die allgemeine Lage weiter schwierig und auch wenig prognostizierbar bleibt, da die Veränderungen sehr schnell und sehr heftig in beide Richtungen gehen können.
Was kann aber ein Manager oder Firmeninhaber machen, um auch in dieser schwierigen Situation, die sich nicht so schnell ändern wird, erfolgreich zu bleiben?
Das Gebot der Stunde ist, wie auch schon beim letzten Krisenbeginn 2008, die Liquidität des Unternehmens zu sichern.
Die Banken haben genug eigene Probleme, sind aber manchen Kunden oder Situationen gegenüber wenig hilfreich.
Achten Sie daher auf die Zahlungsfähigkeit Ihrer Kunden, auf die Ausfallwahrscheinlichkeit und auf ausreichende Kreditlinien, um gewisse Durststrecken überbrücken zu können.
Was aber noch wichtiger ist: Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern offen über die Situation, auch und gerade, wenn es schwierig wird. Nichts ist schlimmer, als Gerüchte, Halbwahrheiten oder einfach Unruhe im Unternehmen. Klare Worte der Führung, wie der Stand wirklich ist und wohin der Weg geht, sind allemal besser als eine ängstliche Belegschaft, die sich denkt: „Es ist sowieso egal, ob ich mich anstrenge, oder nicht.“
Nur wer Sinn und Zukunft in seiner Tätigkeit sieht, kann gute oder gar Spitzenleistungen bringen. Davon hängt Ihr Unternehmenserfolg ab.
Schöne Weihnachten und ein gutes Jahr 2012 wünscht
Ihr Österreich-Redakteur
Thomas Mayrhofer