Seit den 80er Jahren wurde dieser wichtige Geschäftsbereich der in Familienbesitz befindlichen Dienstleistungsgruppe Simacek aufgebaut und auf den heute ansehnlichen Umsatz von über 40 Millionen Euro gesteigert. Somit wurde im Verpflegungsbereich ein Umsatzanteil von 30 Prozent vom Gesamtumsatz erreicht.
Mehrwert für den Kunden
Was haben Banken, Krankenhäuser und Schulen gemein? Viele von ihnen werden von Simacek, konkret von Contento oder SIM & MORE, mit schmackhaften, weil frisch gekochten Mahlzeiten versorgt. Wer keine Küche vor Ort zur Verfügung hat, dem werden die Speisen servier- und genussfertig direkt vor Ort geliefert. Wenn es die Möglichkeiten nicht erlauben oder wenn ein Produktionsbetrieb seine Mitarbeiter auch in der Nacht optimal verpflegen möchte, dann produziert die Tiefkühltochter Wiener Menü Manufaktur köstliche Menüs, die in bestimmten Abständen tiefgekühlt angeliefert werden und vor Ort nur mehr erhitzt werden müssen, bevor sie genussvoll verspeist werden können.
Das Besondere in allen drei Bereichen ist, dass mit qualitativ hochwertigen und frischen Zutaten schmackhafte Gerichte auf den Teller der hungrigen Gäste gezaubert werden. Hinter den Kulissen wird allerdings nicht gezaubert, sondern nach bester Kochtradition ohne den Einsatz der sonst in manchen Großküchen so beliebten Convenienceprodukte aufwändig mit viel Kreativität und Leidenschaft wirklich gutes Essen gekocht. Wie der Produktionsleiter der Wiener Menü Manufaktur, Goran Lalic, betont, ist der Unterschied auch für den Laien schmeckbar. „Wir machen die Suppe noch selbst oder auch unser beliebtes Erdäpfelpüree. Weil wir es nicht pumpen, sondern händisch abfüllen und portionieren, sind diese Speisen eben nicht dünnflüssig und der Geschmack bleibt natürlich.“
Was so einfach klingt, bedarf natürlich neben den entsprechenden Mitarbeitern, am Produktionsstandort im 21. Wiener Gemeindebezirk sind es über 50, einer professionell ausgestatteten und nach den neuesten hygienischen Gesichtspunkten geplanten Produktionsküche und einer ausgeklügelten Logistik. „Wir arbeiten schon fast wie die Autoindustrie“, so Bruno Lukesch, Geschäftsführer von SIM & MORE, „es wird täglich frisch angeliefert, so dass wir bei einem täglichen Warendurchfluss von 5 bis 6 t Lebensmittel mit einem Anlieferungslager von unter 100 m2 auskommen.“ Alles wird gleich vor Ort verarbeitet und einen Stock höher portioniert und abgefüllt. Dann geht es für die täglich bis zu 8.000 Portionen in den Schockfroster. Anschließend werden sie in das 900 m2 große Lager gebracht, wo das ganze Jahr über konstante und sibirische 24°C herrschen.
Wenn ein Kunde dann aus den hunderten Möglichkeiten seine Einzelportionen bestellt, werden diese von den Mitarbeitern in Kartons gepackt und direkt in die Tiefkühltruhe des Kunden geliefert, wo sie bleiben, bis sie rasch erhitzt den Hunger zu jeder beliebigen Zeit stillen können.
Große Investitionen
Wie Simacek-Geschäftsführer Mag. Gerald Maier-Sauerzapf betont, wurden vor knapp zwei Jahren am Standort Wien 21 über 3,6 Millionen Euro in Küche, Logistik und Tiefkühllager investiert, so dass die Betriebsabläufe optimiert werden konnten. Neben den 7.000 bis 8.000 Portionen Tiefkühlkost , die über Kunden wie Gold Menü Service vertrieben werden, werden zusätzlich jeden Tag auch über 2.500 Portionen Essen frisch gekocht und über die Marke SIM & MORE vertrieben. Allein damit werden insgesamt über zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.
Egal ob frische Salate und heiße Suppen für Büroangestellte oder das komplette warme und kalte Buffet für eine Firmenfeier geliefert werden sollen, die Spezialisten vom Catering und Eventmanagement SIM & MORE kümmern sich liebevoll um jedes Detail. Getreu dem Simacek-Firmenmotto, sich als Multidienstleister um jedes Detail zu sorgen, wird ein individuell auf jeden Kunden und auf jedes Event abgestimmtes Komplettangebot erarbeitet. Dies beinhaltet nicht nur sämtliches Equipment und die entsprechende Dekoration, sondern auch Beistellung von Künstlern oder die Organisation von kompletten Hochzeiten, so dass der Kunde sich um nichts mehr selbst kümmern muss.
Auch beim Kochen vor Ort sieht Geschäftsführerin und Mitinhaberin Mag. Ursula Simacek-Pirich noch viel Potenzial. Bei den privaten Krankenanstalten ist man bereits Marktführer und die Möglichkeiten durch weitere Outsourcingmaßnahmen sind gut. Durch die verstärkte Kinderbetreuung in Schulen und Horten wächst der Markt auch strukturell.
Wachstum geplant
Weiter wachsen will Simacek auch im Bewachungsbereich („Mit unserer Marke SIM.Guard bieten wir vom Objektschutz über Revierstreifen bis zum Veranstaltungsdienst alles.“) und in der Schädlingsbekämpfung. Vor einem Jahr wurden zwei Spezialbetriebe in Deutschland gekauft. Insbesondere das Begasungsgeschäft, in Österreich wird eine stationäre Stickstoffanlage betrieben, soll stark forciert werden.
Während die Bahnreinigung mit 600 Mitarbeitern („Wir haben vier von fünf Losen bei der Ausschreibung gewonnen.“) sehr gut läuft, sieht Mag. Ursula Simacek-Pirich bei vielen Kunden eine Tendenz zu verstärkten Einsparungsmaßnahmen. „Wir waren Anfang des Vorjahres sehr skeptisch über den Geschäftsverlauf, sind dann aber doch um knappe fünf Prozent gewachsen.“ Die Simacek-Stärke ist neben den über 7.000 motivierten Mitarbeitern vor allem die Kundenloyalität. Während bei einer schwachen Kundenbindung gleich einmal neu ausgeschrieben wird, setzen sich die Simacek-Spezialisten aktiv mit den Kunden zusammen, um gemeinsam Einsparungspotenziale umzusetzen.
Zufriedene Mitarbeiter
Der Lohn dieses intensiven Einsatzes im Dienste der Kunden ist eine extrem geringe Kundenfluktuation (sieben bis zehn Jahre sind Durchschnitt) und sehr lange Partnerschaften. Simacek setzt dabei auf Vertrauen („Wir können unseren Kunden sehr viele versteckte Kosten durch unsere Servicemanager sparen.“) und darf eben nie enttäuschen. Sauberkeit und Reinigung haben eben auch sehr viel mit Emotionen zu tun.
Genau so intensiv wie die Kundenkontakte ist die Anstrengung nach innen, um bestmögliche Mitarbeiter zu finden und zu binden. Die Objektmanager sind alle Gebäudereinigungsgesellen „Wir haben weit über 50 Gesellen im Unternehmen und sind sehr stolz auf unser hauseigenes Weiterbildungsprogramm, mit dem wir unseren Mitarbeitern auch unseren Simacek-Spirit weitergeben.“
Innungsarbeit
So betont Mag. Ursula Simacek-Pirich, die sich auch in der Wiener Landesinnung an führender Stelle engagiert, die Werte eines familiengeführten Unternehmens. „Im Gegensatz zu Konzernen müssen wir nicht auf den raschen Quartalserfolg schielen, sondern können uns langfristig und kontinuierlich entwickeln.“ Das starke, aber nicht sprunghafte Umsatzwachstum der letzten zehn Jahre („Wir haben uns auf 140 Millionen Euro mehr als verdoppelt.“) bestätigt diese Einstellung. Die erfolgreiche Unternehmerin plädiert auch für faire Lohnerhöhungen, damit die Mitarbeiter auch von ihrer Arbeit leben können.
Wachsen will man bei Simacek auch im Ausland. Besonders die neuen Märkte Rumänien, Bulgarien und Serbien bedeuten viel Arbeit vor Ort für Mag. Gerald Maier-Sauerzapf, der für die neuen Länder zuständig ist.
Trotz der Schwierigkeiten, qualifizierte und leistungswillige Mitarbeiter zu finden („Trotz einer höheren Arbeitslosenrate bekommen wir kaum neue Leute.“), stehen die Zeichen bei Simacek gut. Mit dem gutgehenden Personalleasing unter der Marke Loreleih hat man ein weiteres Standbein hin zum Multidienstleister geschaffen.
„Wir werden unsere Inlandsmärkte weiter ausbauen, haben aber mittel- und langfristig ganz klar eine europäische Dimension im Auge“, so das dynamische Führungsduo. „Wie beim Kochen lassen wir nichts anbrennen, aber auch nichts kalt werden!“ M
Thomas Mayrhofer | thomas.mayrhofer@rationell-reinigen.at