Die Anforderungen an Dienstleister im Krankenhaus sind gestiegen. Das Krankenhausmanagement braucht zuverlässige Anbieter, die auf qualifiziertes Personal zurückgreifen können, erfuhr rationell-reinigen-Redakteur Thomas Mayrhofer im Gespräch mit Friedrich Egger, Geschäftsführer Piepenbrock Austria.
rationell reinigen: Mit welchen Herausforderungen ist das Krankenhausmanagement in puncto Reinigungsdienstleistung heute konfrontiert?
Friedrich Egger: Die Hygienestandards in den Krankenhäusern sind auf Grund gesetzlicher Bestimmungen sehr hoch. Die Einhaltung dieser Standards wird von den Hygieneverantwortlichen der Häuser, von staatlichen Stellen und externen Dienstleistern penibel kontrolliert. Dies insbesondere deshalb, weil wir es in den Krankenhäusern zunehmend mit problematischen Erregern zu tun haben. Das Krankenhausmanagement braucht also zuverlässige Reinigungsdienstleister, die neben dem organisatorischen Know-how auch die spezifischen Fachkenntnisse in den verschiedenen Bereichen der Krankenhausreinigung mitbringen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Qualifikation des Servicepersonals.
rationell reinigen: Sehen Sie einen mittelfristigen Trend zur Bündelung der verschiedenen Services?
Friedrich Egger: In jedem Fall. Während früher in der klassischen Krankenhausreinigung einzelne Dienstleistungen gefragt waren, werden heute vermehrt Komplettanbieter gesucht. In den Krankenhäusern übernehmen die Facility-Management-Abteilungen heute verstärkt Steuerungsfunktionen und kaufen Dienstleistungen zu. Gefordert wird von den Anbietern nicht nur das gesamte Spektrum der Krankenhausreinigung – von der Unterhalts- über die Stations- bis hin zur OP-Reinigung –, sondern auch die Übernahme krankenhausspezifischer, innerbetrieblicher Abläufe.
rationell reinigen: Können Sie uns das mit einem Beispiel verdeutlichen?
Friedrich Egger: Externe Dienstleister werden mit den Hol- und Bringediensten, mit dem kompletten Catering, mit der Essensausgabe, mit technischen Wartungsaufgaben, mit der Logistik der Medikamentenversorgung und mit dem umfassenden Facility Management betraut. Selbst hochsensible Bereiche wie der Sterilisationsraum beim OP werden heute von qualifizierten Dienstleistern mit eigenem Fachpersonal und eigenen technischen Geräten betrieben. Im Prinzip erfolgt also im Krankenhausmanagement die Konzentration auf die Kernkompetenz „Medizin und Pflege“ in Eigenregie, während periphere Servicebereiche an externe Dienstleister vergeben werden. Dadurch lassen sich Synergien nutzen und Kosten sparen.
rationell reinigen: Was zeichnet einen innovativen Dienstleister aus?
Friedrich Egger: Dass er zuhören kann und die Bedarfslage in einem Krankenhaus erfasst. Nur so lassen sich gemeinsam mit dem Krankenhausmanagement innovative Servicekonzepte entwickeln und implementieren. Key-Accounter auf Dienstleisterseite sorgen heute dafür, dass der Kunde auch in komplexen Prozessen einen Ansprechpartner hat, der seine Bedürfnisse kennt und die Serviceteams koordiniert.
rationell reinigen: Werden Krankenhäuser durch die enge Zusammenarbeit nicht zu abhängig von einem Dienstleister?
Friedrich Egger: Das war vielleicht früher der Fall, ist es aber heute nicht mehr. Denn Servicekonzepte sind sehr transparent mit detaillierten Leistungsverzeichnissen, Organisationsstrukturen und Prozessabläufen hinterlegt. Die Steuerungsfunktion bleibt zu jeder Zeit beim Krankenhausmanagement. Entwickelt sich die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister suboptimal, kann ein Anbieterwechsel in kürzester Zeit und mit wenig Reibungsverlust vollzogen werden.
rationell reinigen: Danke für das Gespräch.
Thomas Mayrhofer | thomas.mayrhofer@rationell-reinigen.at