Die Suva kann erneut auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken und schliesst die Jahresrechnung 2010 mit einem Gewinn ab. Die rigorose Kostenkontrolle der Suva, rückläufige Versicherungskosten und die sinkende Zahl neuer Invalidenrenten haben zu diesem Ergebnis beigetragen. Bei der Suva werden Gewinne in Form tieferer Prämien an die versicherten Betriebe und deren Mitarbeitende weitergegeben. Dies ganz im Sinne der Sozialpartner, die im Verwaltungsrat der Suva vertreten sind. Kommendes Jahr beträgt die durchschnittliche Prämiensenkung für die Berufsunfall- und die Nichtberufsunfallversicherung über alle Branchen hinweg sieben Prozent. Rund 275 Millionen Franken fliessen so an die Suva-Kunden zurück. Damit reduzieren sich bei Betrieben die Lohnnebenkosten, was den Werkplatz Schweiz stärkt.
Tiefere Prämien für 96 Prozent der Betriebe
Die Gebäudereinigungs- und Gebäudeunterhaltsfirmen (Klasse 45D) profitieren besonders von der positiven Entwicklung. In dieser Klasse zahlt die Suva rund 4,6 Millionen Franken in Form tieferer Prämien an die Betriebe zurück. Bei 96 Prozent der Firmen sinkt die Bruttoprämie für die Berufsunfallversicherung (BUV) im Durchschnitt um 10 Prozent. In der Nichtberufsunfallversicherung (NBUV) reduziert sich die Bruttoprämie im Durchschnitt um 3,6 Prozent. Hier profitieren 94 Prozent der Betriebe von einer Prämiensenkung. Da es sich hier um Durchschnittswerte handelt, kann die Prämienveränderung pro Betrieb unterschiedlich ausfallen.
Wirksame kostendämpfende Massnahmen
Dass die Versicherten bereits zum fünften Mal in Folge von einer Prämiensenkung profitieren können, liegt einerseits an den konstanten Präventionsanstrengungen der Suva. Neben Kosteneinsparungen kann mit der Prävention auch viel Leid für Verunfallte und ihre Angehörigen verhindert werden. Andererseits wirkt sich hier die Effektivität aller Massnahmen zur Wiedereingliederung aus. Seit die Suva 2003 das New-Case-Management eingeführt hat, sinkt die Zahl der Neurenten kontinuierlich, allein im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent. Rund 130 Case-Manager der Suva versuchen täglich, schwer verunfallte Arbeitnehmer mit verschiedenen unterstützenden Massnahmen auch für Arbeitgeber wieder in den Berufsalltag zu integrieren.
Weiter sind die Prämiensenkungen das Resultat verschiedener kostendämpfender Massnahmen. Zwei Millionen Rechnungen kontrolliert die Suva jährlich manuell und elektronisch. Damit verhindert sie, dass jährlich 100 Millionen Franken unnötigerweise ausbezahlt werden. Zudem engagiert sich die Suva gegen Versicherungsmissbrauch und prüft jährlich mehrere hundert Fälle. Wird ein Missbrauch aufgedeckt, leitet die Suva die nötigen Schritte ein. Pro Fall spart sie damit bis zu einer halben Million Franken ein. Bis Ende 2010 wurden insgesamt 234 Fälle abgeschlossen.
Neuer Botschafter für die Arbeitssicherheit
250 000 Menschen verunfallen jedes Jahr bei der Arbeit. Besonders tragisch sind Unfälle, bei denen Menschen ihr Leben verlieren. Mit der «Vision 250 Leben» will die Suva die Zahl schwerer Unfälle und Todesfälle innert zehn Jahren gemeinsam mit den Unternehmen gezielt reduzieren. Im Zentrum stehen die lebenswichtigen Sicherheitsregeln, die die Fachleute der Suva für alle Branchen und Tätigkeiten mit hohem Risiko erarbeiten. Im Kern gilt für alle: «Wenn Gefahr für Leben und Gesundheit droht, heisst es Stopp, die Arbeiten einstellen und die gefährliche Situation beseitigen. Auch Ihrer Familie zuliebe. Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben riskiert.»
Diese Botschaft für sicheres Verhalten am Arbeitsplatz vermittelt seit Kurzem der Dummy «Risky». Anders als Menschen kann «Risky» die Folgen tödlicher Fehler am Arbeitsplatz, beim Bedienen von Maschinen oder Besteigen von Gerüsten durchleiden und deshalb Unfälle und deren Folgen drastisch vor Augen führen. Damit will die Suva dazu aufrütteln, niemals unter unsicheren Bedingungen zu arbeiten. «Um Unfälle zu verhindern, sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie Planer gleichermassen gefordert», sagt Adrian Bloch, Bereichsleiter Arbeitssicherheit Bau der Suva. Schliesslich sind Unfälle kein Zufall, denn auf das Unfallrisiko kann jeder Betrieb durch das Einhalten und Durchsetzen von Sicherheitsregeln Einfluss nehmen. Weitere Informationen unter www.suva.ch/vision-250-leben-suva.
Quelle: Suva | markus.targiel@holzmann-medien.de